Presse-Informationen

München, den 14. Dezember 2006

Nachbericht Dezember-Auktionen 2006

Mit einem der erfolgreichsten Auktionsblöcke seiner Firmengeschichte beschloss Hampel Kunstauktionen München das Auktionsjahr 2006. Fünf Spezialauktionen, jede davon in einem Sonderkatalog präsentiert, standen am 8. und 9. Dezember an. Die größten Erfolge verbuchten die Gemälde Alter Meister, Russische Kunst und einzelne Partien der Allgemeinen Kunstauktion für sich. Die abschließende Spezialauktion „Spazierstöcke“ mit etwas unter 200 Losen hatte ein süddeutscher Sammler dem Haus übergeben. 99% konnten hier meist gut über der Schätzung in deutsche Hand abgegeben werden.

Auf der Käuferseite engagierte sich im hohen Preissegment vor allem wieder internationale Kundschaft, auch deutsche Privatsammler. Die Glanzstücke der Gemälde Alter Meister wurden teils Interessenten im vollbesetzten Saal, teils Telefonbietern zugeschlagen. Spannende Bietgefechte, gute Ergebnisse und überraschende Ausreißer nach oben brachten am Freitag eine äußerst lebendige Stimmung in die Gartenvilla in München-Schwabing. Die Sektion Russische Kunst mit ausgesuchten Vertretern der Russischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts wechselte hingegen fast ausschließlich über das Telefon in neuen Besitz. Hier war besonders das obere Segment gefragt.   

 

Auktion Gemälde

Schon in den vergangenen Auktionen bewiesen sich Altmeister-Gemälde als wichtigstes Standbein des Hauses. Auch in dieser Auktion brachten sie glänzende Ergebnisse und das in dichter Folge. Wichtige Stücke der Auktion stammten aus einer berühmten deutschen Privatsammlung mit Schwerpunkt niederländischer und flämischer Malerei des Barock. Große Nachfrage nach den musealen, marktfrischen Stücken war zu erwarten und zeichnete sich auch schon im Vorfeld ab. Das Auktionsgeschehen und die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen dann bei weitem. Den höchsten Zuschlag wurde dem auf € 200.000 geschätzten Stillleben, arrangiert aus einem „Henkelkorb mit Blumen und Tazza" von Jan Breughel d.J. bewilligt, den ein österreichischer Privatsammler auf 280.000 Euro emporhob (Kat. 314). Damit gab sich aber dieser Kunde noch lange nicht zufrieden. Auch das Gemäldepaar mit Memento-Mori-Darstellungen eines spanischen Meisters aus dem 17. Jahrhundert stand in seiner Gunst. Bei 60.000 Euro aufgerufen, kletterte es schnell auf einen Hammerpreis von 75.000 Euro (Kat. 302, Taxe 70.000 Euro). Zu guter Letzt zog dieser Kunde auch die „Heilige Familie in Ruinenlandschaft" von Jean Baptiste Oudry nach Österreich, für die Patrick Hampel ein Ergebnis von 52.000 Euro notieren ließ (Kat. 322, Taxe 48.000 Euro).

Sammler in anderen Ländern sind aber genauso wach, wenn die raren Altmeister-Stücke auf den Markt kommen. Pariser Handel griff beim Aufruf von Jacob Isaacsz. Swanenburghs „Versuchung des Hl. Antonius" zu, die aus der bereits erwähnten deutschen Privatsammlung stammte und lange in der Gemälde Galerie der Staatlichen Museen in Kassel als Dauerleihgabe zu sehen war. Das moderat auf 40.000 Euro taxierte Gemälde war heiß umkämpft und konnte seine Schätzung mehr als verfünffachen, denn erst bei 220.000 Euro sprach Patrick Hampel das „...zum Dritten" (Kat. 316). In Paris scheint der Hl. Antonius gerade besonders in Mode zu sein, denn auch die Interpretation von Jan Breughel d. Ä. und Hieronymus Francken I geht dorthin und zwar für einen Hammerpreis von 42.000 Euro und damit zum exakt Dreifachen der Taxe (Kat. 301).

Die Prachtexemplare der deutschen Privatsammlung gingen zu nicht weniger glänzenden Preisen vom Block: Godfried Schalckens „Kunstbetrachtung bei Kerzenlicht" erwarb ein niederländischer Auftragskäufer für einen Hammerpreis von 225.000 Euro über das Telefon (Kat. 310,Taxe 160.000 Euro). Philips Wouwermans „Aufbruch zur Falkenjagd" tritt mit einem Ergebnis von 180.000 Euro, was exakt seiner Schätzung entspricht, den Weg in die Schweiz an (Kat. 311).Der Markt bewertete auch Isack van Ostades „Bauerninterieur mit spielenden Kindern" mit einem Hammerpreis in Höhe der Schätzung, die bei 150.000 Euro lag (Kat. 306). Ein süddeutscher Auftragskäufer im Saal ersteigerte die frühe Arbeit Ostades´ für seinen Kunden. Das feine, höfische Porträt von Francois-Hubert Drouais mit dem Bildnis des Marquis de Briges sicherte sich ein griechischer Reeder mit seinem Gebot von 89.000 Euro über seinen Agenten am Telefon (Kat. 323,Taxe 50.000 Euro). Cornelis de Heems´ „Früchtestillleben" findet Eingang in eine Prager Sammlung (Kat. 304, Taxe 38.000 Euro, Zuschlag 48.000 Euro), Abraham Govaerts „Waldlandschaft mit Ruhe auf der Flucht" bebot ein Händler erfolgreich mit 34.000 Euro im Auftrag seines süddeutschen Kunden (Kat. 303, Taxe 15.000).

Mit großer Spannung erwartete Hampel Kunstauktionen den Aufruf der „Geisselung Christi", die von einem Italienischen Meister des 17. Jahrhunderts stammte. 25 Telefonbieter hatten sich angemeldet, italienische Kunden im Saal konnten schon schnell nicht mehr mit der rasanten Preisbildung nach oben mithalten. Bei 6.000 Euro startete der Aufruf, dann kletterte der Preis so schnell in die Höhe, dass den Schritten kaum noch gefolgt werden konnte. Bei 127.000 Euro war das Bietgefecht zum Stillstand gekommen und ein Mailänder Sammler hatte sich gegen ein ganzes Heer von Konkurrenten durchgesetzt. Der Hammerpreis lag damit beim zwanzigfachen der Schätzung (Kat. 331,Taxe 6.500 Euro).   

 

Auktion Russische Kunst

In einer Zeit, in der Russische Sammler zu den großzügigsten und besten Kunden des internationalen Kunstmarktes gehören, hätten sich viele Auktionatoren um eine Sammlung Russischer Kunst in solcher Qualität gerissen. Hampel Kunstauktionen München wurde sie geschlossen von einem Londoner Sammler eingeliefert. Für die Bearbeitung der Sammlung zog das Haus den Experten Vladimir Hofmann heran, die Versteigerung am Pult übernahm Auktionator Vitus Graupner.

Der geringere Teil der Gemälde stammte aus dem 19. Jahrhundert, den größten Teil stellten Arbeiten der russischen Avantgarde im frühen 20. Jahrhundert, deren Kunst schon zu ihrer Zeit internationale Maßstäbe setzte. Wenn auch einige wenige Zuschläge unter der merkantilen Einschätzung des Hauses lagen, so wurden auch diese Lose definitiv veräußert. Drei wichtige Lose erwarb ein Schweizer Kunde: Das Glanzstück der Auktion, Ilia Ivanovitch Mashkovs „Sitzenden weiblichen Akt" bei 270.000 Euro (Kat. 697, Taxe 300.-350.000), ferner  Nathaljia Sergueievna Gontcharovas „Porträt einer Frau mit Hut" bei 260.000 Euro (Kat. 692, Taxe 300.-350.000 Euro) und Alexandra Alexandrovna Exters kubistische Komposition mit dem Titel „Die Stadt" mit einem Gebot, das bei 85.000 Euro weit über der unteren Taxe lag (Kat. 700, Taxe 50.-70.000 Euro). Ferner engagierte sich ein kanadischer Russe erfolgreich, und das ebenfalls bei drei Gemälden. Ihm hatte es als erstes das Ölgemälde „Zu Gast" von Abram Efimovitch Arkhipov angetan, einem fast impressionistischen, im lockeren Duktus eingefangenen Interieur in leuchtenden Rottönen. Auf 60.-70.000 Euro geschätzt, erzielte das Gemälde 65.000 Euro ohne Aufgeld (Kat. 688). Zum Hammerpreis der unteren Schätzung gingen an ihn außerdem  David Petrovich Schterenbergs „Stillleben mit Kaffeekanne" bei 180.000 Euro (Kat. 695, Taxe 180.-220.000 Euro) und Martiros Sergeevich Saryans" Kamele" bei 120.000 Euro (Kat. 690, Taxe 120.-130.000 Euro). Auch der Agent des griechischen Reeders kam noch einmal zum Einsatz, nämlich als Vitus Graupner die „Landschaft in Blau" von Natan Issaievitch Altmann aufrief. Er hatte einen ausdauernden Gegner am Telefon, der bis 200.000 Euro mitging, ihm dann das Gemälde für 205.000 Euro überließ (Kat. 694, Taxe 120.-150.000 Euro). 

Nach Moskau wanderte für 140.000 Euro Mikhail Fedorovitch Larianovs „Truthahn", den der Künstler im Rahmen einer Serie malte, die von Einflüssen der Natur inspiriert war (Kat. 689,Taxe 200.-240.000 Euro), nach St. Petersburg das kubistische Stillleben „Früchte und Flasche auf Gueridon" von Ivan Albertovitch Puni für 74.000 Euro (Kat. 691,Taxe 80.-90.000 Euro). Auch die USA, Monte Carlo und Dänemark zeigten starkes Interesse an der Auktion „Russische Kunst" und erwarben wichtige Objekte über das Telefon. Der Käufer von  Nathaljia Sergueievna Gontcharovas „Zwei Personen am Tisch", einem unter den Eindrücken der Fauves entstandenem Interieur, war angereist und im Saal anwesend. Er gewährte 150.000 Euro (Kat. 693,Taxe 200.-250.000 Euro). Das dritte Gemälde  Gontcharovas, eine abstrakte „Rayonistische Komposition" aus der Zeit um 1910/11, kaufte ein deutscher Telefonbieter mit seiner Offerte von 105.000 Euro (Kat. 696, 150.-250.000 Euro). 

 

Kunstauktion

Wie könnte es anders sein? Auch in der Allgemeinen Kunstauktion am Samstag, den 9. Dezember, machte „Russisches" das Rennen. Porzellan-Teller aus der Manufaktur St. Petersburg mit goldradierter Fahne, im Spiegel mit den beliebten Szenen aus dem russischen Militär zur Zarenzeit dekoriert, entlockten den Kunden erstaunlich hohe Gebote. Sie waren äußerst günstig und damit attraktiv in die Offerte genommen und brachten dann Spitzenergebnisse: Der auf 500 Euro taxierte Teller von 1828 sprang auf einen Hammer-Preis von 80.000 Euro (Kat. 1245), der mit 800 Euro angesetzte von 1835 stieg auf 110.000 Euro (Kat. 1246). Schon mit dem Hammerpreis hatten sich die Schätzungen verhundertvierzig- und verhundertsechzigfacht. Der neue Eigentümer ist ein Privatsammler in Berlin.

Neben Schmuck, der einem Londoner Händler zugeschlagen wurde, reizte Lesser Urys „Tiergarten" in Pastell Sammler und deutsche Händler (Kat. 1360). Mit 38.000 Euro war diese Arbeit aus dem 1920er Jahren ausgewiesen, bei 82.000 Euro verebbten die Gefechte. Sie geht an den Niederrhein.

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