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Gemälde Alte Meister
Donnerstag, 30. Juni 2022

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Apollonio Facchinetti, genannt „Domenichini“, tätig 1740 Venedig – um 1770

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Apollonio Facchinetti, genannt „Domenichini“,
tätig 1740 Venedig – um 1770

DER MARKUSPLATZ GEGEN OSTEN Öl auf Leinwand.
71 x 120,5 cm.
Ungerahmt.

Katalogpreis€ 100.000 - 150.000 Katalogpreis € 100.000 - 150.000  $ 104,000 - 156,000
£ 90,000 - 135,000
元 699,000 - 1,048,500
₽ 5,430,000 - 8,145,000

 

Beigegeben eine schriftliche Stellungnahme von Dario Succi von Juni 2020, in Kopie.

Die hier gezeigte Ansicht von sehr hoher Qualität verleiht dem Markusdom und seinem Campanile, der von den architektonischen Flügeln der Procuratie Nuove umrahmt wird, eine durch die perspektivische Anordnung begünstigte Größe. Eine erste Version der Ansicht könnte ein Werk von Canaletto aus der Zeit um 1723 sein (William George Constable, Canaletto. Giovanni Antonio Canal. 1697-1768, hrsg. J. G. Links, Oxford 1976, Bd. 1, Tafeln 11-14), von dem der Wissenschaft mehrere Versionen bekannt sind, die sich alle durch unterschiedliche Beleuchtung auszeichnen. Auf der Piazza ist das neue Pflaster aus dem Jahr 1723 zu sehen, das bereits von Canaletto selbst dargestellt wurde. Die Gebäude sind mit großer Aufmerksamkeit für die Wiedergabe der Architektur und des Farbenspiels gestaltet, wie z.B. die Säulen am Eingang, die in einem Spiel von Schatten und Licht die graublauen und polychromen Marmorbereiche hervorheben, das Leuchten in der Ferne des Goldes der Mosaike, sogar auf den Lünetten. Die Palette zeichnet sich durch weiche, zarte Farben aus, die gut mit dem klaren Himmel harmonieren, der hier und da von ein paar Wolken durchzogen ist. Der große Platz wird durch die vielen Menschen belebt, die in kleinen, gut austarierten Gruppen flanieren und sich unterhalten, was ihm eine ruhige Alltagsatmosphäre verleiht. Langgestreckte, elegante Figuren werden in detailreich beschriebener Kleidung dargestellt.
Es ist eine ähnliche Version des Gemäldes bekannt, mit leicht abweichenden Maßen (83,5 x 113 cm), die bei Sotheby‘s versteigert wurde (Auktion in London am 5. Dezember 2019, Lot 188), mit wärmeren und bernsteinfarbenen Tönen, aber demselben raffinierten Geschmack bei der Darstellung der Architektur.

Apollonio Facchinetti wurde auch „Domenichini“ oder „Menichino“ genannt und war der wichtigste Künstler der in Venedig ansässigen Familie Apollonio. Hinweise zum Leben des Künstlers sind relativ rar. Vermutlich war er ein Schüler Luca Carlevaris (1663/65-1729/31), Francesco Albottos (1721/22-1757), oder Michele Giovanni Marieschis (1696/1710-1743) und scheint ab etwa 1740 als unabhängiger Künstler tätig gewesen zu sein. Als Vedutist widmete sich Apollonio wohl ausschließlich der Stadt Venedig. Der Zeitraum zwischen 1740 und 1750, in dem Canaletto (1697-1768) sich in England aufhielt, kam Apollonio zugute, war er nun, bei den Reisenden der Grand Tour mit seinen Veduten äußerst beliebt. Bei etlichen Ausstellungen wurde die Anerkennung der im Stilvergleich stehenden Werke an Apollonio immer präziser. Die von ihm stammende zusammengehörige Werkgruppe von 13 Veduten in der namensgebenden Stiftung Langmatt in Baden in der Schweiz hat man aufgrund architektonischer Details in das Jahr 1744 datiert. Die Veduten führten nach Vorschlag von Dario Succi zu einer Benennung des Malers. Sein Name wurde entdeckt durch die Korrespondenz zwischen dem britischen Minister Sir John Strange und dem venezianischen Gemäldeagenten Maria Sasso. Sein Werk ist mit dem Schaffen von Michele Giovanni Marieschi (1696/1710-1743) und Francesco Albotto (1721/22-1757) in Verbindung gebracht worden. Es ist auch mit Arbeiten von Francesco Tironi (um 1745-1797), in der Manier Giovanni Antonio Canal (1697-1768), vergleichbar.  (†)

Literatur:
Vgl. Gertrude Borghero (Hrsg.), Mythos Venedig. Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts, Mailand 1994.
Vgl. Federica Spadotto, Io sono ‘700. L‘anima di Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri, Sommacampagna 2018. (1320122) (13)



Apollonio Facchinetti, also known as “Domenichini”,
active 1740 Venice – ca. 1770
SAINT MARK'S SQUARE TO THE EAST Oil on canvas.
71 x 120.5 cm.

Accompanied by a written statement by Dario Succi dated June 2020 (copy enclosed).

The high-quality veduta depicted here shows St Mark’s Basilica and its campanile, framed by the architectural wings of the Procuratie Nuove, a size favoured by the perspective arrangement. A first version may be a work by Canaletto from ca. 1723 (W.G. Constable, Canaletto, edited by J.G. Links, Oxford 1976, vol. 1, plates 11-14), of which several versions are known to scholars, all characterized by different lighting. The piazza shows the new pavement dating to 1723, which was already depicted by Canaletto. The buildings are painted with great attention to architectural detail and the play of colours, for example the columns at the entrance that, in a play of shadow and light, accentuate the greyish-blue and polychrome marble areas, the distant glow of the gold mosaics, even on the lunettes. The soft and delicate colour palette harmonizes well with the clear sky with just a few scattered clouds. The large square is animated by many people strolling and chatting in small, well-balanced groups conveying a tranquil, everyday atmosphere. Elongated, elegant figures are depicted in detailed clothing. A similar version of the painting, with slightly different dimensions (83.5 x 113 cm), is known to have been sold at Sotheby’s (London auction on 5 December 2019, lot 188), with warmer and amber hues but the same refined taste in the representation of architecture. (†)

Literature:
cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venedig. Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts, Milan 1994.
cf. Federica Spadotto, Io sono ´700. L´anima di Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri, Sommacampagna 2018.

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