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Maître des Cortèges, tätig um 1645 – um 1660

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Maître des Cortèges, tätig um 1645 – um 1660
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Maître des Cortèges,
tätig um 1645 – um 1660

Don Quijote und Sancho PanzaÖl auf Leinwand. Doubliert.
100,5 x 140,5 cm.
In vergoldetem gekehltem und mit plastischem Blattwerk verziertem Rahmen.

Katalogpreis € 200.000 - 300.000 Katalogpreis€ 200.000 - 300.000  $ 198,000 - 297,000
£ 180,000 - 270,000
元 1,404,000 - 2,106,000
₽ 12,140,000 - 18,210,000

Dieses eindrucksvolle Gemälde gehört zu den frühesten künstlerischen Darstellungen einer der wichtigsten und einprägsamsten Figuren der abendländischen Literatur, Don Quijote, und ist ein Dokument der unmittelbaren, immensen und internationalen Popularität des Romans von Miguel de Cervantes, der noch heute in mannigfacher Weise künstlerisch dargestellt wird. Don Quijote de la Mancha wird rittlings auf seinem „edlen“ Ross Rosinante dargestellt, wie er seinem „Knappen“ Sancho Panza eine Lanze abnimmt, der seinerseits auf seinem eigenen Reittier, dem Esel Rucio (der selbst ein Pferd werden möchte), sitzt. Quijote trägt seine Rüstung, hat aber bereits seinen normalen Morion-Helm gegen den magischen „goldenen Helm von Membrino“ ausgetauscht, der in Wirklichkeit ein umgedrehtes Rasierbecken ist, das er von einem fahrenden Barbier erbeutet hat. Im Hintergrund rechts stehen einige der Nebenfiguren der Erzählung vor dem Gasthaus, das in Quijotes fantasievoller Wahrnehmung ein großes Schloss ist.

Der Maler dieses wunderbaren Bildes ist der so genannte Maître des Cortèges, ein Künstlername, der einem in der Mitte des 17. Jahrhunderts tätigen Künstler gegeben wurde, der eindeutig unter dem Einfluss der Brüder Le Nain stand, aber eine durchaus eigene signifikante Persönlichkeit hatte. Die einheitlich hohe Qualität seines autografen Werks und seine stilistische Individualität unterscheiden ihn von einigen anderen, eher prosaischen Anhängern der Brüder. Zwei große Gemälde, von denen das eine eine Prozession mit einem Widder (Philadelphia Museum of Art) und das andere eine Prozession mit einem Stier (Musée du Louvre, Depot des Musée Picasso) darstellt, können mit dem hier angebotenen Gemälde verglichen werden. Beide Gemälde zeigen in friesartiger Anordnung eine Gruppe von Vergnügungssüchtigen, die ein Tier mit musikalischer Begleitung führen, ganz im Sinne eines antiken Opferfrieses. Die skulpturale Qualität der Tiere auf diesen Gemälden findet sich auch auf der hier angebotenen bedeutenden Leinwand wieder. Rosenberg verweist auf eine andere Version der vorliegenden Komposition, die sich in Details der Landschaft unterscheidet. „Don Quijote oder, um den korrekten Titel zu verwenden, „El ingenioso Hidalgo don Quijote de la Mancha“, eine der größten Errungenschaften der abendländischen Literatur, wurde erstmals 1604/05 veröffentlicht und wurde schnell raubkopiert und in andere Sprachen übersetzt. Die erste Version des Buches in französischer Sprache war ab 1618 erhältlich, übersetzt von François de Rosset. In der Übersetzung von de Rosset wurden Don Quijote und Sancho Panza zum ersten Mal als Illustration auf der Titelseite abgebildet. Dieses Bild diente als eine der wichtigsten Darstellungen der beiden Helden auch in späteren Ausgaben, die beispielsweise für den Londoner Druck von 1620 und für die von Arnold Cottinet 1639 in Paris veröffentlichte Version übernommen und angepasst wurden. Dies ist auch die Darstellung, die dem Maître des Cortèges am vertrautesten gewesen sein dürfte, als er begann, seine eigene Version des Themas zu verfassen. Der anonyme Stich zeigt die beiden Figuren, die wie auf dem vorliegenden Gemälde rittlings durch eine weite Landschaft mit einer niedrigen Horizontlinie reiten. Die beiden Reiter blicken jedoch nach links und bewegen sich vorwärts, anstatt innezuhalten, wie es auf dem vorliegenden Gemälde der Fall zu sein scheint. Quijote trägt seinen eigentümlichen Helm, und anstelle des Landgasthofs in der Ferne hat der anonyme Künstler die symbolträchtigere Windmühle auf einem Hügel in der Ferne dargestellt. Sancho Panza ist eher wie ein Reitknecht oder ein Diener gekleidet, während er auf dem vorliegenden Gemälde als französischer Bauer mit Umhang und hohem Hut dargestellt ist, was wiederum auf die Tradition der Brüder Le Nain verweist.
Die ungewöhnliche Wahl des Sujets deutet darauf hin, dass unser Don Quijote trotz der Popularität des Buches eher ein Auftragswerk als ein Gemälde war, das der Maître aus Spekulation malte. Der ursprüngliche Besitzer des Gemäldes ist zwar nicht bekannt, aber die Vermutung liegt nahe, dass es für einen spanischen Mäzen gemalt wurde, der damals in Paris lebte und eine visuelle Darstellung dessen wünschte, was bereits als literarisches Meisterwerk seines Landes galt. Sicherlich waren die Brüder Le Nain und vermutlich auch ihr direktes Umfeld, zu dem auch der Maître des Cortèges gehört haben muss, als Künstler berühmt genug, um einen solchen Auftrag aus dem Ausland zu erhalten. Tatsächlich gehört zu den bedeutenden religiösen Gemälden, welche die Le Nain-Brüder zu Beginn ihrer Karriere malten, eine Serie von vier aufrecht stehenden Gemälden mit dem Leben der Jungfrau. Obwohl es keine frühen Aufzeichnungen über den Auftrag gibt, ist das Gemälde der Verkündigung das sich heute in der Kirche Saint-Jacques du Haut-Pas in Paris befindet, mit einem ausgeprägten und kunstvollen Wappen auf dem Prié-Dieu der Jungfrau versehen. Es wurde als das Wappen von Don Antonio Pimentel Barroso de Rovera, Marques de Mirabel, identifiziert, der von 1630-1632 spanischer Botschafter am französischen Hof war und die Serie vermutlich während seines kurzen Aufenthalts in der französischen Hauptstadt bei Le Nain in Auftrag gab. Die Spekulationen über das spanische Mäzenatentum für Don Quijote werden jedoch durch eine Röntgenaufnahme der Leinwand noch deutlicher. Die Komposition wurde, so wird bei Sotheby‘s 2008 berichtet über ein anderes, hochformatiges Gemälde gemalt, auf dem ebenfalls die Verkündigung dargestellt ist, mit schwarz umrandeten Konturen des Originalbildes. Die Darstellung des Sujets ist dem Pimentel-Gemälde recht ähnlich: Es zeigt die Jungfrau im Profil und in der linken unteren Hälfte der Komposition, die nach oben auf den schwebenden Gabriel blickt, mit einem Stilllebenelement ebenfalls in der rechten unteren Hälfte der Komposition, in diesem Fall eine große Vase mit Blumen (vielleicht Lilien?), die auf einem Buch steht. Die Beziehung zwischen den beiden Werken ist auffallend, und angesichts der Darstellung eines spanischen literarischen Themas im fertigen Bild stellt sich die Frage nach der Beziehung zwischen dem vorliegenden Don Quijote und der für Pimentel gemalten Verkündigung von Le Nain. Kannte der Maître zum Beispiel das Gemälde von Pimentel aus erster Hand, was sehr wahrscheinlich ist, und in welcher Eigenschaft – als Assistent von Le Nain? Und war das Gemälde unter dem Don Quijote ebenfalls ein Auftragswerk eines spanischen Mäzens, das aufgegeben und dann wiederverwendet wurde, vielleicht für denselben Mäzen, der vermutlich die Materialien bezahlt oder dem Künstler einen Vorschuss gegeben hat, um den Don Quijote darzustellen? Das lässt sich zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber es deutet auf interessante Möglichkeiten hin, die den Maître vielleicht noch näher an die Le Nain heranführen.


Provenienz:
Sotheby‘s, New York, 24. Januar 2008, Lot 79.

Literatur:
Pierre Rosenberg, Tout l‘oeuvre peint des Le Nain, Paris 1993, S. 102, Nr. C79 (als „Maître des Cortèges“). (13300545) (2) (13)



Maître des Cortèges,
active ca. 1645 – ca. 1660

DON QUIJOTE AND SANCHO PANZA
Oil on canvas. Relined.
100.5 x 140.5 cm.

This impressive painting is among the earliest artistic depictions of one of the most important and memorable figures in Western literature, Don Quixote. It documents the immediate, immense, and international popularity of the novel by Miguel de Cervantes, which is still being portrayed in art manifoldly today.
Don Quixote de la Mancha is shown astride Rosinante, his “noble” steed, taking a spear from his “squire” Sancho Panza, who in turn is mounted on his donkey Rucio (who aspires to be a horse himself). Quixote wears his armour but has already exchanged his normal “morion” helmet for the magical “Golden Helmet of Mambrino”, which is an inverted shaving basin he robbed from a travelling barber. Some of the minor characters of the story are standing in front of the inn in the background to the right, which Quixote imagines to be a large castle. The painter of this marvellous picture is the so-called Maître des Cortèges or Master of Processions, a notname given to an artist active in the mid-17th century who was clearly under the influence of the Le Nain brothers but was a significant personality in his own right. The consistently high quality of his own work and his stylistic individuality set him apart from some of the brothers’ other more prosaic followers. Two large paintings, one depicting a procession with a ram (Philadelphia Museum of Art) and the other a procession with a bull (Musée du Louvre, depot of the Musée Picasso), can be compared with the painting on offer for sale here.
Both paintings show a frieze-like arrangement of a group of pleasure-seekers leading an animal with musical accompaniment, in the spirit of an ancient sacrificial frieze. The sculptural quality of the animals in these paintings is also reflected in the important canvas painting on offer for sale in this lot. Rosenberg refers to a different version of the present composition, which differs in details of the landscape. “Don Quixote”, or, to use the correct title, “El ingenioso Hidalgo don Quixote de la Mancha”, one of the greatest achievements of Western literature, was first published in 1604-05 and was quickly copied and translated into other languages. The first version of the book in French was available from 1618, translated by François de Rosset. In de Rosset’s translation, Don Quixote and Sancho Panza were illustrated for the first time on the title page. This image also served as one of the most important representations of the two heroes in later editions, which were adopted and adapted, for example, for the London print of 1620 and for the version published in Paris by Arnold Cottinet in 1639. This is also the depiction with which the Maître des Cortèges may have been most familiar with when he began to compose his own version of the subject. The anonymous engraving shows the two figures riding astride, as in the present painting, across a vast landscape with a low horizon. However, the two riders face to the left and move forward instead of stopping, as seems to be the case in the present painting. Quixote wears his peculiar helmet, and instead of the country inn in the distance, the anonymous artist has depicted the more symbolic windmill on a distant hill. Sancho Panza is dressed more like a groom or servant, while in the present painting he is depicted as a French peasant with a cloak and tall hat, again referring to the tradition of the Le Nain brothers. The unusual choice of subject suggests that, despite the book’s popularity, our Don Quixote was commissioned rather than painted by the Master out of speculation. Although the painting's original owner is unknown, it is believed that it was painted for a Spanish patron then living in Paris who wanted a visual representation of what was already considered his country’s literary masterpiece. Certainly, the Le Nain brothers and probably their immediate circle, which must also have included the Master of Processions, were famous enough as artists to receive such a commission from abroad. Among the major religious paintings created by the Le Nain brothers early in their careers there actually is a series of four upright paintings depicting the Life of the Virgin. Although there are no early records of the commission, the painting of the Annunciation now at the Church of Saint-Jacques du Haut-Pas in Paris, features a distinctive and elaborate coat of arms on the Prié-Dieu of the Virgin. It has been identified as the coat of arms of Don Antonio Pimentel Barroso de Rovera, Marques de Mirabel, who was Spanish ambassador to the French court from 1630-32 and who probably commissioned the series from Le Nain during his brief stay in the French capital. However, speculation about Spanish patronage for Don Quixote is made even clearer by an X-ray of the canvas. According to Sotheby’s report from 2008, the composition was painted over another portrait format painting also depicting the Annunciation, with the contours of the original painting outlined in black. The depiction of the subject is quite like the Pimentel painting: it shows the Virgin in profile and in the lower left half of the composition looking up at the floating Gabriel, with a still life element also in the lower right half of the composition, in this case a large vase of flowers (perhaps lilies?) resting on a book. The relationship between the two works is striking and given the depiction of a Spanish literary subject in the finished painting, the question arises as to the relationship between the present Don Quixote and the Annunciation by Le Nain painted for Pimentel.
For example, did the Maître know Pimentel’s painting first-hand, which is very likely, and in what capacity – as Le Nain’s assistant? And was the painting beneath Don Quixote also commissioned by a Spanish patron that was abandoned and then reused, perhaps for the same patron who presumably paid for the materials or advanced the artist to depict Don Quixote? While this cannot be ascertained for sure, it does suggest interesting possibilities that may bring the Maître even closer to the Le Nain brothers.

Provenance:
Sotheby’s, New York, 24 January 2008, lot 79.

Literature:
Pierre Rosenberg, Tout l’oeuvre peintre des Le Nain, Paris 1993, p.102, n. C79 (as Maître des Cortèges).

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

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