Thursday, 30 June 2011

Auction 16th - 18th Century Paintings

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Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig
Detailabbildung: Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig
Detailabbildung: Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig
Detailabbildung: Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig
Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig

Lot 300 / Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig

Detail images: Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig Detail images: Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig Detail images: Früher Kopist nach Paolo Veronese, um 1528 - 1588 Venedig

300
Früher Kopist nach
Paolo Veronese,
um 1528 - 1588 Venedig

ALLEGORIE DER WEISHEIT UND KRAFT Öl auf Leinwand.
228 cm x 143 cm.

Catalogue price € 18.000 - 24.000 Catalogue price€ 18.000 - 24.000  $ 20,520 - 27,359
£ 16,020 - 21,360
元 140,580 - 187,440
₽ 1,288,980 - 1,718,640

 

Nach dem von Veronese um 1580 geschaffenen Original, das sich heute in der Frick Collection, New York, befindet. Das Gemälde wiederholt die Darstellung überwiegend exakt, die rechts stehende Figur des Herkules jedoch angeschnitten. Im Zentrum die Allegorie der Weisheit, in Gestalt einer jungen Frau im Seidengewand mit aquamarinblauem Umhang über rotem Kleid, die linke Brust entblößt. Den rechten Fuß hat sie auf eine Erdkugel gestellt, ihr Blick ist nach oben gerichtet, gleichsam vom göttlichen Licht der Weisheitseingebung beleuchtet. Über dem Haupt eine aufleuchtende Sonnenscheibe mit Gesichtszügen schwebend. Auf dem Boden Krone, Zepter, Juwelen, Militärfahne und Münzen, alles Gegenstände der menschlichen Sehnsucht, über denen sich die Weisheit erhaben zeigt. Rechts von ihr die bewusst weniger elegante, eher ungestüm wiedergegebene Gestalt der Allegorie der Kraft in Personifikation des Herkules mit Löwenfell, seinen Fuß auf eine Zackenkrone gestellt, zum Zeichen auch der Zerstörung von Herrschermacht. Daneben ein Amorknabe, erschreckt aufblickend angesichts der verletzenden Seite der Kraft. Die Figur angeschnitten, der linke, herabhängende Arm, der im Original sichtbar ist, fehlt daher, ebenso der Sockel, an den sich Herkules stützt. Links Ausblick in eine hier abendlich wiedergegebene Landschaft, deren Malweise sich deutlich vom Vorbild abhebt, was Aufschluss auf die Datierung des vorliegenden Bildes gibt. Während in Veroneses Originalgemälde die Landschaft in hellerem Licht steht, die Blätter des Baumes in der typisch venezianischen Malweise abgerundet und konturiert, hat der Kopist hier das Landschaftliche in weicherer, feinerer Modulierung dargestellt, die Baumkrone eher fedrig. Die Wiederholung des Themas von hoher Qualität.

Analyse:
Das vorliegende Gemälde wurde maltechnisch chemisch untersucht mittels Spektral- und mikrochemischer Analyse. Das Ergebnis bestätigt, dass die Ausführung nicht später als in der Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgt ist, was auch durch die genannten Stilelemente untermauert ist. Das Original von Veronese hat die Maße 214,5 x 167 cm, während das vorliegende Gemälde ursprünglich nicht unerheblich größer ausgeführt wurde, in Ergänzung des fehlenden rechten Teiles ebenfalls größer als das Original. Die in der Bildwiederholung nicht sichtbare, aber im Original erkennbare Aufschrift am Sockel der Säule („Alles ist eitel") entstammt dem Buch des Predigers Salomon.

Literatur:
Veroneses Original beschrieben in: Peter Watson, Wisdom and Strength. The Biography of a Renaissance Masterpiece. New York, Doubleday 1989, S. 209 (in Fotokopie beigegeben). (822251)


Paolo Veronese,
1528 Verona - 1588 Venice,
early copyist after
Oil on canvas.
228 x 143 cm.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.