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Thursday, 24 September 2020

Old Master Paintings - Part I

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Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
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Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.
Detailabbildung: Otto van Veen, 1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.

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Otto van Veen,
1556 Leiden – 1629 Brüssel, zug.

MUSEALER HAUSALTAR VON 1602 Öl auf Eichenholz, ebonisiert, beschnitzt und teilvergoldet. Verso Festigungsleisten.
Höhe: 107 cm.
Breite geschlossen: 86 cm.
Breite geöffnet: 159 cm.
Mitteltafel: 74 x 54 cm.
Seitentafeln: je 65 x 25 cm.

Catalogue price€ 40.000 - 60.000 Catalogue price € 40.000 - 60.000  $ 44,800 - 67,200
£ 36,000 - 54,000
元 318,400 - 477,600
₽ 3,184,800 - 4,777,200

 

Der Hausaltar mit nahezu quadratischer Mitteltafel und zwei Seitenflügeln ist allein schon aufgrund der original Erhaltung der Altarrahmungen von musealer Bedeutung, ganz abgesehen von der Malqualität der fünf Tafeln. Die Zuweisung an Otto van Veen überzeugt aufgrund sowohl der Stilistik als auch im Hinblick auf Farbgebung und figürlicher Komposition. Der Altar ist der mariologischen Thematik gewidmet und weist zwei doppelseitig bemalte Seitenflügel auf.

In geschlossenem Zustand zeigen die beiden Seitenflügel das Verkündigungsthema; links der in Wolken erscheinende, stehende Verkündigungsengel. Er hält einen Lilienstängel und weist mit dem Zeigefinger nach oben, über ihm in einer goldfarbenen Wolkenlichtung die Taube. Rechts Maria in ihrem Schlafgemach, am Betpult kniend, beide Handflächen geöffnet als Geste der Empfängnis.

Das Mittelbild thematisiert die Krönung Mariens. Demgemäß nimmt die Maria – in rotem Kleid mit blauem Mantel – die Bildmitte ein, das Knie in demütig leicht beugender Haltung. Dies erlaubt, sie in der Bedeutung unter Gottvater und Christus zu stellen. Die Krone der Himmelskönigin wird von den seitlichen Figuren über ihrem Haupt gehalten. Gottvater mit dreistufiger Papsttiara, in der Hand der Himmelsglobus mit Kreuz; Christus links ist mit entblößtem Oberkörper gezeigt, um die Seitenwunde kenntlich zu machen, in seiner Rechten das Zepter. Die Figurentrias über einer Wolkenbank mit geflügelten Engelsköpfen. Im oberen Bildbereich eine sich lichtvoll öffnende Wolke, darin die Heiliggeisttaube, umgeben von schwebenden Putten. Damit ist das Thema der Trinität zusätzlich ins Bild eingeführt. Als eine interessante Zutat ist die Darstellungsweise des weit über den Körper der Maria herabwallenden Haares zu sehen, dessen Glanzlichter nahezu einer goldenen Gloriole gleichen.

Die linke Flügelinnenseite zeigt die Heilige Helena, legendengemäß Mutter Konstantins des Großen, jene Königin, die das Kreuz Christi aufgefunden haben soll. Hier langgewandet, mit Königskrone, die formal mit der Krone Frankreichs in Beziehung steht.
Im rechten Flügel die Standfigur der Heiligen Barbara. Als Attribute die Märtyrerpalme sowie der im Hintergrund mächtig hochziehende Turm mit bossiertem Rundbogentor, als Verweis darauf, dass sie von ihrem Vater vor ihrer Enthauptung in einem Turm eingeschlossen worden war. Im rechten Arm hält sie ein Buch, ihr goldbraunes Haar mit einem Diadem geschmückt. Minimal rest.

Die Thematik des Altares zeigt, dass es sich um ein Werk für einen katholischen Auftraggeber handelt. Der o.g. Verweis auf die französische Königskrone in der Barbara-Darstellung bestätigt die Annahme des Auftrags aus dem franko-flämischem Raum der katholischen südlichen Niederlande.

Van Veen, selbst Spross einer katholischen Adelsfamilie, die den spanischen König Philipp II unterstützt hatte, wurde nach seiner Rückreise aus Italien in die Niederlande Hofmaler des Statthalters in Brüssel, Herzog Alessandro Farnese. Der Malstil zeigt sich schon allein farblich ganz in einem aus Italien importierten Manierismus. Besonders das Rot in den Kleidern erhält hier eine ganz neuartige Wirkung, nahezu wie aus sich selbst leuchtend, ein Stilmerkmal, das in Italien bereits von den Florentiner Manieristen eingesetzt wurde. Hier dürfen wir es als ein Ergebnis der Einflüsse sehen, die van Veen aus seinem Italienaufenthalt 1576 mitgenommen hat, auf dem er mit Federico Zuccaro (um 1543-1609) und Antonio Tempesta (1555-1630) zusammentraf. Dieser Einfluss hat seine einstige Schulung durch Dominicus Lampsonius, einem Schüler des Lambert Lombard (1505-1566) völlig überdeckt. Dennoch weist das Hausaltarwerk in wenigen Partien auch noch Reminiszenzen der gotischen Tradition auf, verständlicherweise gerade im Prunkgewand Gottvaters. Hier entspricht die Detailgenauigkeit, etwa des Brokatstoffes, vergleichsweise der Technik, die wir in van Veens Bildnis Albrechts VII von Österreich (um 1596) finden. Dieser Auftrag verschaffte ihm zudem auch den Rang eines Hofmalers dieses Erzherzogs, der Statthalter und Regent und Generalgouverneur der Spanischen Niederlande war.

Diesen Hintergrund muss man verstehen, um sich über den einstigen Auftrag und Bestimmungsort des kleinen Altares klar zu werden. Die Datierung „1602“ hat sich glücklicherweise im Aufsatzgesims der original Rahmung erhalten. Dies zeigt, dass der Altar noch zwei Jahre nach der Niederlage des Katholiken Albrecht von Habsburg gegen Moritz von Oranien, und sieben Jahre vor dem Waffenstillstand von 1609, geschaffen wurde. Möglicherweise hat eine Entfernung und damit Sicherung den Altar während der Wirren der Religionskriege bewahrt.

Dieser Stilperiode entsprechend sehen wir hier eine Reduktion auf die Farben Schwarz, für die Rahmungen selbst, und Gold für die Profile, vor allem aber für die Dekorreliefs in den seitlichen Lisenen, mit Hängeblüten und Früchten, ganz in der ebenfalls aus Italien übernommenen Frührenaissance. Der Früchtedekor im Aufsatz sowie die Rollwerkkartusche mit Datierung zeigen bereits den beginnenden Frühbrock.
In dieser original Geschlossenheit und gänzlich guten Erhaltung kann der Altar, wohl ehemals Ausstattung einer höfischen Hauskapelle, als wertvolles museales Dokument seiner Zeit gesehen werden, ganz unabhängig davon, inwieweit hier eine Werkstattbeteiligung zu konstatieren ist. A.R. (12414111) (11)


Otto van Veen,
1556 Leiden – 1629 Brussels, attributed
HOUSE ALTAR DATED 1602 OF MUSEUM-QUALITY Oil on oak panel, ebonized, carved and parcel-gilt.
Verso parquetting slats.
Height: 107 cm.
Width closed: 86 cm.
Width open: 159 cm.
Central panel: 74 x 54 cm.
Side panels: 65 x 25 cm each.

The altar’s date “1602” has fortunately been preserved within the moulding of the original frame. This shows that it was created two years after the defeat of the catholic King Albert I of Habsburg against Maurice, Prince of Orange and seven years prior to the ceasefire of 1609.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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