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Thursday, 6 December 2018

14th - 18th century paintings

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Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Detailabbildung: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Detailabbildung: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Detailabbildung: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Detailabbildung: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Detailabbildung: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Detailabbildung: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555
Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555

Lot 510 / Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555

Details: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555 Details: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555 Details: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555 Details: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555 Details: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555 Details: Nicolo II Ursino V. Giolfino, 1476 Verona – 1555

510
Nicolo II Ursino V. Giolfino,
1476 Verona – 1555

MARIA MIT DEM KIND IN LANDSCHAFT
MIT BIBLISCHER SZENE
Öl auf Leinwand.
81 x 69 cm.

Catalogue price€ 50.000 - 60.000 Catalogue price € 50.000 - 60.000

 


Das Gemälde bringt die Darstellung der Maria im Halbbildnis nahe an den Betrachter heran, wobei Mantelkleid und die unteren Textilpartien von den Bildrändern begrenzt werden. Hauptaugenmerk gilt jedoch dem etwas heller beleuchteten Jesuskind, das von Maria in beiden Händen gehalten wird und im rechten Händchen ein kleines Blattbündel mit Birnen hält. Maria hat ihren Kopf dem Kind leicht nach links zugewandt, im Ausdruck beider Gesichter liegt nachdenkliche Besinnung, was, seit der berühmten Madonna Raffaels (1483-1520), als Zeichen der wehmütigen Voraussicht auf den Kreuzestod Christi verweist. Die Landschaft im Hintergrund zieht von links unten nach rechts hoch, ansetzend mit einer Talsituation mit in der Ferne liegendem See vor blau gefärbter Bergkulisse und hochziehendem jungen Bäumchen, als Symbol des jung aufwachsenden Christentums. Rechts erhöht stehen Felsen, daran angebaut antikes Gemäuer mit einem Tor, aus dem eine Gruppe mit Reitern heraustritt und im Vorfeld drei Gestalten, die bereits früher als Engel Raphael, Tobias und Sara gedeutet wurden (AT, Buch Tobit).
Stilistisch und in der Qualität lässt sich das Gemälde als eines der Hauptwerke der Veroneser Malerei ansprechen, wobei gerade in der ober- und norditalienischen Malerei die Einflüsse Leonardos (1452-1519) deutlich zu erkennen sind, wie etwa am leichten Sfumato in der Madonnendarstellung. Inhaltlich ist das Gemälde anspielungsreich, nicht alleine in der Beziehung auf die Tobiaslegende rechts im Hintergrund, die womöglich mit dem Auftraggeber in Zusammenhang zu sehen ist, als auch mit den Früchten im Händchen des Jesuskindes – ein Verweis auf die Erbsünde durch Adam und Eva im Paradies als Ursache für menschliches Leid generell.
Ob der 1476 in Verona geborene Künstler bereits im Familienkreis in der Malerei unterrichtet wurde, wurde vielfach diskutiert, jedoch letztlich nicht bestätigt. In jedem Fall aber war Nicolo Giolfino Schüler des Liberale da Verona (um 1445 um 1529). Die Feinheit und Liebenswürdigkeit in der religiösen Figurenauffassung dürfte der Maler von seinem Lehrer übernommen haben, allerdings weitergeführt durch den lombardischen Einfluss. Einflussvorbilder von Andrea Mantegna (1431-1506) sind im Hauptwerk des Künstlers jedenfalls nicht mehr zu erkennen. Das Gesamtwerk Nicolos betrifft überwiegend religiöse Motive, die er für Kirchen des Veroneser Umkreises geschaffen hat. So entstanden für die Kapelle in San Bernadino zwei Ölwerke, daneben Fresken für die Kirche von Santa Maria in Organo. Auch sei hier auf seine Clair Obscur- Zeichnung des Heiligen Sebastian hingewiesen, die sich im Louvre in Paris befindet.

Provenienz:
Ehemals Sammlung Paolo Ponti.

Literatur:
Vittorio Sgarbi (Hrsg.), Rinascimento Segreto, Ausstellung mit Katalog, Genua 2017. (1171061) (11)


Nicolo II Ursino V. Giolfino,
1476 Verona – 1555

THE VIRGIN AND CHILD

Oil on canvas.
81 x 69 cm.

Provenance:
Formerly Collection Paolo Ponti

Literature:
V. Sgarbi (ed.), Rinascimento Segreto, Exhibition Catalogue, Genoa 2017.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.