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Kunsthandwerk
Donnerstag, 7. Dezember 2023

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Museale Bischofsstab-Krümme Crosse épiscopale

137
Museale Bischofsstab-Krümme
Crosse épiscopale

Höhe: 28 cm.
Gesamthöhe: 33,5 cm.
Limoges, 13. Jahrhundert.

Katalogpreis € 40.000 - 50.000 Katalogpreis € 40.000 - 50.000  $ 43,200 - 54,000
£ 36,000 - 45,000
元 308,400 - 385,500
₽ 3,966,800 - 4,958,500

 

Kupfer, Feuervergoldung und Email. Altersbedingte Abriebe der Vergoldung sowie schöne Alterspatina. Die Flügel des Engels möglicherweise später durch Nieten gefestigt.
Partiell eingelegte türkisfarbene Steine in den Ornamenten. Als Krümme wird die gebogene Bekrönung eines Abt- oder Bischofsstabes bezeichnet, deren formale Herleitung bis ins alte Ägypten zurückreicht. Im Christentum erhielt sie die Bedeutung des Hirtenstabes, zurückgeführt auf biblische Gestalten wie Abraham oder Jesus als Guter Hirte. Als mythischer Gegenstand des sakralen Kultes und aufgrund der geglaubten Wirkmächtigkeit erfuhr der Krummstab stets hohe Wertschätzung und demgemäß künstlerische Gestaltung. Beispiele in Elfenbein, Edelmetall, Vergoldung oder – wie hier – mit Emaildekor und Steinbesatz zeigen den hohen Wert, der dem Gegenstand stets beigemessen wurde.
Zudem weisen mittelalterliche Krümmen meist auch bildliche Motive auf. Von den schlichter gehaltenen Beispielen des Frühmittelalters bis hin zu den üppig plastischen Ausformungen im Barock finden sich insbesondere seit dem 13. Jahrhundert figürliche Ergänzungen. Die Themen dürften dabei im Zusammenhang mit dem jeweiligen Patrozinium stehen. Ein Beispiel aus Bonn (13. Jahrhundert) zeigt den drachentötenden Erzengel Michael, eine Krümme aus Salzburg (1485) die Heilige Katharina.
Hier in unserem Beispiel sind in die Krümmung die beiden Figuren der Verkündigung eingepasst, Maria und der Engel. Zwischen beiden, stilisiert, der Baum des Paradieses als Symbol des Sündenfalls, der durch Maria aufgehoben wird. Die Krümmung rollt als Schlange ein, auf deren Kopf der Engel seinen Fuß gestellt hat. Dessen große, gravierte Flügel liegen am Krümmungsbogen an.
Der Nodus, als abgeflachte Kugel mit mittlerem Band gearbeitet, ist oben und unten mit durchbrochen gestaltetem stilisierten Blattwerk und Rosetten belegt. Er zeigt nach oben kronenartig hochstehende lanzettförmige Blätter. Damit ist das Motiv des Granatapfels gemeint, ein mariologisches Attribut. Am hülsenförmigen Schaft darunter drei nach unten ziehenden Schlangen appliziert, die ebenfalls symbolisch zu deuten sind, als das Böse das nach der Verkündigung nach unten weicht.
Krümme und Schafthülse mit vergoldeten Weinblattranken im Emaildekor in Grün und Rot. An der Oberseite der Krümmung die emaillierte Aufschrift in gotischen Majuskeln: „AVE MARIA GRA. PLENA“. A.R.

Anmerkung:
Vergleichbare Exemplare:
Bischofsstab-Krümme um 1230, Galleria Farnese, Rom.
Trierer Bischofsstab des Arnold II (um 1190-1259), Domschatzkammer, Trier.
Krümme eines Stabes, Limoges, um 1200-1235, Museum Schnütgen, Köln.
Schloss Tirol, Limoges, 13. Jahrhundert, Landesmuseum Südtirol Alto Adige.

Literatur:
Vgl. Romuald Bauerreiß, Abtsstab und Bischofsstab, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Bd. 68, 1957.
Vgl. Arthur Martin, Des crosses pastorales, Mélanges d‘archeologie d‘hist. et litt. 4, Paris 1856, S. 145ff.
Vgl. Charles Rohault de Fleury, La Messe: Études Archéologiques Sur Ses Monuments, Vol. 8, Paris 1889, S. 75ff.
Vgl. Karl Lind, Über den Krummstab. Eine archäologische Skizze, Wien 1863.
Vgl. Catalogue of Pastoral Staves, Victoria and Albert Museum, London 1925, S. 17-20, Taf. 6/7., 10.
Vgl. Katalog der Ausstellung „Kirchliche Kunstschätze aus Bayern“, München 1930.
Vgl. Paul Williamson, Medieval Sculpture and Works of Art: The Thyssen-Bornemisza Collection, 2003, Nr. 32 ff. (1381713) (11)



Crook of a crozier "crosse épiscopale" of museum-quality

Height: 28 cm.
Total height: 33.5 cm.
Limoges, 13th century.

Copper; fire-gilt and enamel. On the top side of the curvature enamelled inscription in Gothic majuscule: “AVE MARIA GRA. PLENA”

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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