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Gemälde Alte Meister
Donnerstag, 8. Dezember 2022

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Lombardischer Meister des ausgehenden 15. Jahrhunderts, Kreis des Meisters der „Pala Sforzesca“

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Lombardischer Meister des ausgehenden
15. Jahrhunderts, Kreis des Meisters der
„Pala Sforzesca“

Sacra ConversazioneÖl auf Holz.
240 x 147 cm.
In vergoldetem Ädikularahmen.

Katalogpreis€ 80.000 - 120.000 Katalogpreis € 80.000 - 120.000  $ 84,000 - 126,000
£ 72,000 - 108,000
元 586,400 - 879,600
₽ 5,284,000 - 7,926,000

 

Beigegeben kunsthistorische Aufarbeitung des italienischen Kulturministeriums, Dott. Cristina Quattrini, Mailand, 2008.

Das großformatige Altarbild stellt eine „Sacra Conversazione“ dar, in der zwei Heiligengestalten mit der thronenden Maria mit dem Kind in Einheit gebracht werden. Der dargestellte Raum ist auf eine durch Stufen erhöhte Thronsituation konzentriert, überwölbt von einer Muschellünette mit umziehendem Spruchband „MARIA - MATER GRATIE - MATER MISERICORDIAE“. Maria thront frontal zum Betrachter, der Kopf dem Kind zugeneigt, das sich der Gestalt des Heiligen Stephanus links zuwendet, indem er einen Märtyrerpalmzweig überreicht. Der jugendliche Heilige ist durch das Attribut der Steine gekennzeichnet, die am Scheitel seines Kopfes sichtbar werden. Rechts gegenüber steht Nikolaus von Bari, mit Mitra, Bischofsgewand und Krummstab. Es ist jener Heilige, der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts das Herrschergeschlecht der Staufer gerühmt hat, was in der Folge Verwicklungen mit dem Papsttum brachte.

Der Einfluss der Malerei Leonardos ist ganz offensichtlich, hauptsächlich jedoch im Gesicht der Maria zu erkennen. Engste Verwandtschaft des vorliegenden Bildes mit der „Pala Sforzesca“ (1494-1495 Pinacoteca di Brera, Mailand) ist allerdings ebenso deutlich. Auch dort ist Maria von Heiligen umgeben, den vier Kirchenvätern, zusätzlich jedoch auch noch vom anbetenden Herrscherpaar Ludovico Il Moro mit dessen Gattin und deren Kinder. Auch weitere Details sind hier zum Vergleich heranzuziehen, wie etwa die Frührenaissance-Dekoration an den Stufenfronten, aber auch die außerhalb der Rahmung oben fortgesetzt zu denkende Raumdecke. In vorliegendem Bild sind hier ansetzende Kassettenwölbungen und angeschnittene Medaillons unter dem Deckenbalken zu sehen.
1978 hat Giovanni Romano das Altarbild dem sogenannten Meister der Sforza-Tafel zugeordnet. Stilistisch jedoch ist hier eine abweichende Malersprache zu sehen: Die Gesichter sind weicher gezeichnet, insbesondere das der Maria, während beim „Sforzesca“-Maler auch in dessen weiteren Bildern härtere Kontraste charakteristisch sind.
Nachdem bei dem Maler der vorliegenden Tafel weder die traditionellen Einflüsse etwa von Vincenzo Foppa (1427-1516) noch von Ambrogio Bergognone (um 1470-1524) zu erkennen sind, bleibt der Forschung noch ein offenes Feld, um ein so bedeutendes Werk genauer einzuordnen.
Unter den weiteren möglichen Meistern, die hier in Frage kommen, sei Ludovico de’ Donati genannt, eher jedoch noch Bernardino de’ Conti (1465-um 1525), der ebenfalls unter dem Einfluss Leonardos stand. A.R.

Provenienz:
Christie’s, Rom, 27.-28. November 1989, Lot 421 (als Werkstatt des „Sforzesca“-Meisters).
Christie’s, Rom, 19. November 1990, Lot 188 (als Werkstatt des „Sforzesca“-Meisters).

Literatur:
Giovanni Romano, La Pala Sforzesca, in: Giovanni Romano, Maria Teresa Binaghi Olivari, Domenico Collura, Il Maestro della Pala Sforzesca, Quaderni di Brera 4, Florenz 1978, S. 21, Abb. 7.
Aufgeführt im Fondazione Zeri, Nr. 32862.

Anmerkung:
Das Gemälde gilt als geschütztes italienisches Kulturgut und befindet sich in Italien. Gerne vereinbaren wir für sie einen individuellen Besichtigungstermin. (13300569) (2) (11)



School of Lombardy, late 15th century, Circle of the Master of the “Pala Sforzesca”

SACRA CONVERSAZIONE

Oil on panel.
240 x 147 cm.

Accompanied by an art historical report of the Italian Ministery of culture, by Dr Cristina Quattrini, Milan, 2008.

The large-format altarpiece depicts a “Sacra Conversazione“ in which two figures of saints are united with the enthroned Virgin and Child. The influence of Leonardo’s painting is obvious but can mainly be observed in the face of the Virgin. However, the very close connection between the present painting and the “Pala Sforzesca“ (1494-1495 Pinacoteca di Brera, Milano) is just as clear.

Provenance:
Christie’s, Rome, 27-28 November 1989, lot 421 (as workshop of the “Sforzesca” master).
Christie’s, Rome, 19 November 1990, lot 188 (as workshop of the “Sforzesca” master).

Literature:
Giovanni Romano, La Pala Sforzesca, in: G. Romano, Maria Teresa Binaghi Olivari, Domenico Collura, Il Maestro della Pala Sforzesca, Quaderni di Brera 4, Florence 1978, p. 21, ill. 7.
Fondazione Zeri no. 32862.

Notes:
The painting is considered a protected Italian cultural asset and is located in Italy. We would be happy to arrange an individual appoinment for you.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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