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Gemälde 19. & 20. Jahrhundert
Donnerstag, 8. Dezember 2022

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Lancelot Théodore Turpin de Crissé, 1782 Paris – 1859

454
Lancelot Théodore Turpin de Crissé,
1782 Paris – 1859

Die Kindheit des Bacchus, um 1835Öl auf Leinwand.
129 x 97,5 cm.
In gekehltem und plastisch verziertem Rahmen.

Katalogpreis€ 60.000 - 90.000 Katalogpreis € 60.000 - 90.000  $ 59,400 - 89,100
£ 54,000 - 81,000
元 421,200 - 631,800
₽ 3,642,000 - 5,463,000

 

In einer von dramatisch aufragenden Felsen dominierten, arkadisch anmutenden Landschaft mit kleinem munterem Flusslauf haben sich einige Faune und Nymphen zusammengefunden. Ein Faun und eine Nymphe tanzen am Flussufer leicht abgesetzt von der Gruppe, die im Schatten vor einer Höhle lagert. Neben einem älteren Flussgott sind weitere Nymphen und kleine sowie größere Faunsgestalten zu sehen, die verschiedenen, sehr ruhigen Tätigkeiten nachgehen. Im Zentrum des Bildes sitzt eine weibliche Gestalt mit einem kleinen Kind auf dem Schoß. Es ist der Bacchusknabe. Dieser stammte aus einer Verbindung von Zeus mit einer Sterblichen, weshalb die stets eifersüchtige Hera ihm nach dem Leben trachtete. Von seinem Vater Zeus wurde er daher an einem verborgenen Ort den Nymphen zur Erziehung übergeben. Einer Version der Sage nach wurde eine der Nymphen, Amaltheia, in eine Ziege verwandelt, um den kleinen Knaben mit Milch zu versorgen. Mit der neben Nymphe und Kind lagernden Ziege könnte also Amaltheia gemeint sein.
Mit dieser Geschichte aus der antiken griechischen Mythologie war der Künstler des vorliegenden eindrucksvollen Gemäldes sicher vertraut. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Turpin de Crissé mit dem französischen Botschafter, dem Comte de Choiseul-Gouffier, nach Griechenland gereist. Dieser große Philhellene gab 1782 einen Reisebericht heraus, die „Voyage Pittoresque de la Grèce“. Als der junge Künstler von dieser Reise nach Paris zurückgekehrt war, wurde er zunächst von Napoleons Stieftocher, der späteren Königin von Holland, Hortense de Beauharnais, protegiert, bevor er 1809 Kämmerer der bereits von Napoleon geschiedenen Josephine wurde. Mit ihr reiste er ein Jahr später durch die Schweiz und Savoyen. Im Laufe seiner Karriere bekleidete er zahlreiche Ämter, wurde Mitglied der Académie des Beaux-Arts und Inspector-General des „Département des Beaux-Arts“. 1825 wurde er in die Ehrenlegion aufgenommen. Als überzeugter Legitimist zog er sich jedoch nach der Juli-Revolution von allen öffentlichen Ämtern zurück, stellte aber noch bis ca. 1832 im Salon aus.
Das vorliegende feine Gemälde kann damit dem Spätwerk des Künstlers zugerechnet werden. Einer Zeit, in der er frei von der Bindung an den öffentlichen Gout arbeiten konnte. Rahmen minimal besch.

Literatur:
Abgebildet in: Patrick Le Nouëne, Caroline Chaine, Lancelot-Théodore Turpin de Crissé. Peintre et collectionneur, Ausstellungskatalog Musée des Beaux-Arts, Angers, 16.12.2006-15.04.2007, Paris 2006, S. 114, Nr. 49. (1331006) (2) (13)



Lancelot Théodore Turpin de Crissé,
1782 Paris – 1859

THE CHILDHOOD OF BACCHUS, CA. 1835
Oil on canvas.
129 x 97.5 cm.

Literature:
Illustrated in: Patrick Le Nouëne, Caroline Chaine, Lancelot-Théodore Turpin de Crissé. Peintre et collec-tionneur, exhibition catalogue Musée des Beaux-Arts, Angers, 16 December 2006-15 April 2007, p. 114, no. 49.

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