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Gemälde Alte Meister
Donnerstag, 30. Juni 2022

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Jan Brueghel d. Ä., 1568 Brüssel – 1625 Antwerpen

336
Jan Brueghel d. Ä.,
1568 Brüssel – 1625 Antwerpen

ABRAHAM UND DIE ENGEL IN MAMRE Öl auf Kupfer.
26 x 35,5 cm.

Katalogpreis€ 110.000 - 150.000 Katalogpreis € 110.000 - 150.000  $ 114,400 - 156,000
£ 99,000 - 135,000
元 768,900 - 1,048,500
₽ 5,973,000 - 8,145,000

 

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, Juni 2019.

Wie oft in der Niederländischen Malerei dieser Epoche, hat der Maler auch hier zwei Bildgattungen – Landschaft und Biblische Erzählung – in einem Werk zusammengeführt. In breitem Format wird hier eine Baumlandschaft gezeigt, gegliedert in zwei Baumgruppen, mit einem größeren Eichenbaum links, der als Repoussoir dient, sowie zwei etwas kleineren Bäumen, in deren Schatten dahinter eine Hütte steht. Das Bildzentrum dient dem Maler, um die biblische Legende der „Drei Engel bei Abraham und Sara“ zu erzählen. Vor einem strohgedeckten Haus, aus dessen Türe die schon betagte, achtzigjährige Sara blickt, ist ein gedeckter Tisch zu sehen. Abraham hier langbärtig am Tisch, bewirtet die drei Engel, die ihm als Dank seinen Sohn Izchak verkünden. Zwei dieser Engel sind an der gegenüberliegenden Seite des Tisches zu sehen, wobei der Abraham zunächst Sitzende offensichtlich gerade die Prophetie gestenreich verkündet. Der Dritte ist in äußerst origineller, geradezu heiter-drolliger Weise dargestellt, er hat am Boden Platz genommen und kühlt seine Füße in einem großen Weinkühler. Das Motiv der in der Türe lauschend dargestellten Sara wird in der Malerei dieses Themas noch in weiteren Epochen in dieser Art zu finden sein. Jedoch ist ein weiteres Bilddetail hier von größerer Seltenheit: rechts ist eine junge Mutter mit einem Knaben zu sehen. Auf den ersten Blick mag es sich um eine Magd handeln, die dem Kind eine Gabe überreicht. Im Zusammenhang mit der Bibelgeschichte jedoch sind die beiden Figuren durchaus als Abrahams Magd Hagar und ihren Sohn Ismael zu deuten, die später von Abraham auf Saras Drängen vertrieben werden sollten. Die Szene und die Detaildarstellungen, wie etwa das Federvieh, das Hündchen, die Schweinegruppe im Vordergrund oder eine weitere, einen Krug tragende Magd rechts im Bild, sind nicht ohne Schmunzeln erregende Heiterkeit wiedergegeben. Die erhöht stehende Burganlage und der Gipfel am rechten Bildrand hat der Maler bereits in einer blauen Luftperspektive gegeben. Der aufhellende Wolkenhimmel darüber darf wohl auch symbolisch für die sich aufhellende Zukunft des Stammvaters Abraham gesehen werden, wie ebenfalls die jungen Bäume am Tisch der Engel. A.R.

Jan Brueghel d. Ä. war Sohn des Pieter Brueghels I (um 1525-um 1569) und der jüngere Bruder des Pieter Brueghels II (um 1564-1637/38). Seine Freundschaft mit Paul Bril (um 1554-1626) anlässlich des gemeinschaftlichen Aufenthaltes in Rom ist ebenso bekannt, wie seine Zusammenarbeit mit Johann Rottenhammer (1564-1625). Zurück in Flandern wurde er 1597 Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, später deren Dekan. Auch sein Sohn Jan Brueghel d. J. setzte die Maltradition erfolgreich fort. 1604 in Prag, wirkte er anschließend für den Hof in Brüssel. Letztlich zeugt das Gruppenbild seiner Familie, gemalt von Peter Paul Rubens, vom Rang des Künstlers zu seiner Zeit (Courtauld Gallery London). (13219910) (11)



Jan Brueghel the Elder,
1568 Brussels – 1625 Antwerp
ABRAHAM AND THE ANGEL IN MAMREOil on copper.
26 x 35.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Klaus Ertz, Lingen, June 2019.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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