Friday, 26 June 2009

Auction Modern Art

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Salvador Dalí, 1904 Figueres - 1989 ebenda
Detail images:  Salvador Dalí, 1904 Figueres - 1989 ebenda

Lot 660 / Salvador Dalí, 1904 Figueres - 1989 ebenda

660
Salvador Dalí,
1904 Figueres - 1989 ebenda

METAMORPHOSE DER VENUS VON MILO VON SCHUBLADEN DURCHZOGEN (Metamorphose topologique de la Venus de Milo traversee par des tiroirs), 1964Höhe: 218 cm.
Sockelmaße: max. 72 x 72 cm.

Catalogue price € 120.000 - 150.000 Catalogue price€ 120.000 - 150.000  $ 136,800 - 170,999
£ 106,800 - 133,500
元 932,400 - 1,165,500
₽ 9,080,400 - 11,350,500

 

Große Sockelfigur in Bronze, grün bis türkisgrün patiniert und glanzpoliert. Der Unterbau ein quadratischer, rechteckig hochziehender Sockel, mit vortretendem Hohlkehlenfußprofil und ebenso vorkragendem, gekehltem Abschlussprofil. Die vier Seiten besetzt mit leicht vertieften, reliefierten Kassetten, gerahmt von gekehlten Profilen. Auf dem Sockel aufstehend die Venusfigur, gestaltet nach der antiken Marmorstatue, ohne Arme, im hellenistischen Stil: der Oberkörper nackt, der Unterkörper mit antikem Tuch bekleidet. Den Körper durchziehen insgesamt neun lange Schubladen in unterschiedlicher Breite und Höhe, jeweils mit Zugknäufen.
Die Seitenreliefbilder des Sockels: Fécondité, 1977 (69,5 x 59,5 cm bzw. 46 x 35,5 cm); Centaure, 1976 (69 x 59,7 cm bzw. 46 x 35,5 cm); Jeune vierge autosodomisée par la propre chasteté, 1977 (69 x 59,7 cm bzw. 46 x 35,5 cm); Cavalier noir, 1977 (69,5 x 59,5 bzw. 46 x 35,5 cm).

Anmerkung:
Die Idee hat Dalí in seinem skulpturalen Werk mehrfach aufgegriffen, in Variationen gestaltet und in unterschiedlichen Größen ausführen lassen. Dabei nimmt die hier vorliegende Skulptur eine Sonderstellung ein: Entgegen der davor entwickelten Modelle ist der gesamte antike Figurenkörper in seiner plastischen Tiefenausbildung bewusst verzogen, dem entsprechend verstehen sich auch die überlangen Formen der Schübe. Die Reliefs im Sockel zeigen surrealistisch wiedergegebene Szenen: “Centaure”, Frau neben einer männlichen Gestalt mit übergroßen Beinen und verkleinertem Oberkörper, rechts daneben der Centaure mit jungem Mädchen. Seitlich sowie an der Rückseite entsprechende surreale Szenen. Links: “Fecondité”, Tondo, Frauenaktbüste, mit nach oben gerichteten Armen in Reminiszenz an die Kreuzigungsthematik. Der nackte Oberkörper mittig aufgerissen, darin eine Weizenähre. Die weiteren Reliefs in der Literatur betitelt (siehe oben). Die erste Ausführung der Idee schuf Dalí 1936, wandelte den Einfall in mehreren Modifikationen ab, 1964 wurden die realisierten Exemplare von japanischen Ausstellungsveranstaltern in den Salons des Hôtels Meuric im Frühjahr von Dali selbst vorgestellt. An der Vorderseite des Sockels links unten Gießeretikett “Fonderie Valsuani”, beschriftet “HCF”. Auflage von acht Exemplaren und vier außerhalb der Auflage gegossenen Exemplaren.

Literatur:
Robert u. Nicolas Descharnes, Dalí, Le dur et le mou, Sortilège et magie des formes, sculptures & objets/ Eccart, 2003, S. 34-39, Abb. 70, mit fotografischer Abbildung des Künstlers Dalí vor seinem Werk in Vorbereitung. Abbildungen und Katalogtexte der Reliefs S. 206, Abb. 510, 512, 513, 514. (741653)

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