Auktion Gemälde Alte Meister - Teil I

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Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.

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Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Detailabbildung: Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.
Paolo Anesi, 1697 Rom – 1773 ebenda, zug.

380
Paolo Anesi,
1697 Rom – 1773 ebenda, zug.

GemäldepaarROM, PROZESSION ZUM QUIRINALSPALAST
sowieROM, TREPPE ZUM KAPITOL BEI FESTLICHER PARADE
Öl auf Leinwand.
Je ca. 51 x 48,5 cm.
Vergoldete Rahmungen.

Katalogpreis € 140.000 - 180.000 Katalogpreis€ 140.000 - 180.000  $ 138,600 - 178,200
£ 126,000 - 162,000
元 982,799 - 1,263,600
₽ 8,498,000 - 10,926,000

Die beiden Gemälde sind für die Kulturgeschichte der Stadt Rom von erheblicher Bedeutung. Denn in beiden Darstellungen wurden besondere Festlichkeiten dokumentiert, deren jeweilige Anlässe noch nicht eindeutig eruiert wurden, für die hier jedoch Anhaltspunkte festgestellt werden sollen.

Prozession zum Quirinalspalast:
Das erstgenannte Gemälde zeigt aus erhobenem Betrachterstandpunkt die breite Treppe zur Piazza del Campidoglio, den Kapitolshügel, den schon in der Antike zentralen Mittelpunkt Roms. Diese gigantische Treppe, genannt „Cordonata“, entworfen von Michelangelo, führt hinauf zum Platz mit dem zentral stehenden Senatorenpalast. Der Platz ist – ebenfalls nach Plänen Michelangelos – gesäumt: links vom Palazzo Nuovo, rechts vom Palazzo dei Conservatori. Die Platzmitte markiert die Reiterstatue des Marc Aurel. Links im Bild die weitere kleinere Treppe, die zur Kirche Sta. Maria in Aracoeli führt, dem Hügel der antiken Burg.
Eine von links in die Bilddarstellung ziehende Prozession mit geordneten Reitergruppen und zum Teil rot gekleideten Prozessionsteilnehmern begeben sich hinauf, empfangen von den beiden Statuen der Dioskuren. Eine leere prächtige rote vergoldete Karosse, gezogen von sechs Schimmeln, scheint in der linken Ecke zu warten, wobei der zugehörige Würdenträger bereits auf einem weiteren Schimmel am Fuße der Treppe zu sehen ist, während Zuschauer daneben in Ehrfurcht knien. Die Rotgekleideten der Prozession tragen je ein Beil, wobei es sich wohl um das Liktorenbeil, Symbol der antiken Herrschaft, handelt.
Der Quirinalspalast, im Gegenstück, ab 1583 errichtet, war das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Kirchenstaates und diente zu verschiedenen Zeiten auch als Ort der Konklave bei der Papstwahl. Im Zusammenhang dieser Funktionen dürften sich auch die Prozessionen ereignet haben, wie sie auf dem Gemälde dokumentiert sind. Vor dem mächtigen Gebäude mit dem aus dem Mittelalter noch erhaltenen kurzen Rundturm begibt sich eine Reihe von Würdenträgern und goldenen Kutschen zum Palasteingang. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich hier um die Ankunft der wahlberechtigten Fürstbischöfe und Kurienkardinäle in Kutschen, mit Tross und Begleitung handelt, beobachtet und begrüßt von zahlreichen Zuschauern und Passanten, die in gehörigem Abstand der Prozession beiwohnen. Links im Bild der bekannte Dioskuren-Brunnen, in der linken Bildecke ein Wachposten. Auch der Maler Gaspare Vanvitelli (1653-1736) hat etwas früher ebenfalls eine Vedute des Quirinalspalastes geschaffen, mit einem festlichen Einzug.
Sieht man die beiden Bilder nebeneinander, so zeigen sie sich kompositionell als Gegenstücke abgestimmt, die jeweilige Blickrichtung lässt die Hauptinhalte nach rechts bzw. nach links gerichtet erscheinen, wodurch auch eine Hängung nebeneinander empfohlen ist.
Die beiden Bilder sind also in der Zusammenstellung der beiden historischen Mächte Roms zu sehen: die weltliche Autorität Roms mit dem Senatorenpalast und die kirchliche mit dem Quirinalspalast.
Die Malweise spricht für den Venezianer Paolo Anesi, Schüler des Sebastiano Conca. Auch die Hellfarbigkeit ist für dessen Werk typisch. Als Sohn eines Seidenwebers widmete er sich der Malerei, wirkte sowohl in Florenz als auch in Rom und wurde alsbald sehr erfolgreich. 1757 wurde er Mitglied der Accademia dei Virtuosi al Pantheon, vier Jahre später er in der Villa Albani bei Rom mit Aufträgen betraut. Unter anderen war Francesco Zuccarelli einer seiner Schüler. Seinen Radierungszyklus widmete er 1725 dem Kardinal Imperiali. 
Paolo Anesi war zusammen mit Andrea Locatelli (1695-1741), Paolo Monaldi (um 1710-1779) und Alessio Demarchis (1684-1752) einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der römischen Künstlerszene des 18. Jahrhunderts. A.R. (†)

Literatur:
Vgl. Andrea Busiri Vici, Paolo Anesi, Paolo Monaldi, Alessio de Marchis (Hrsg.), Trittico paesistico romano del '700, Rom 1976.
Vgl. Luigi Salerno, Pittori di paesaggio del Seicento a Roma, Teil 3, Rom 1980.
Vgl. Carla Benocci, Francesco Nicoletti e Paolo Anesi a Villa Doria Pamphilj (1748-1758), in: Elisa Debenedetti (Hrsg.), Carlo Marchionni. Architettura, decorazione e scenografia contemporanea, Rom 1988. (13306076) (11)



Paolo Anesi,
1697 Rome – 1773 ibid., attributed

A pair of paintings
ROME, PROCESSION TO THE QUIRINAL PALACE and
ROME, STAIRCASE TO THE CAPITOL WITH FESTIVE PROCESSION
Oil on canvas.
ca. 51 x 48.5 cm each.

The two present paintings are of considerable importance for the cultural history of the city of Rome as both document special festivities and clues can be found in the painting, but the respective occasions have not yet been clearly identified. (†)

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

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