Thursday, 22 September 2016

Auction Furniture & Interior

» reset

Paar kleine Aufsatzkommoden

Lot 36 / Paar kleine Aufsatzkommoden

Detailabbildung: Paar kleine Aufsatzkommoden Detailabbildung: Paar kleine Aufsatzkommoden Detailabbildung: Paar kleine Aufsatzkommoden Detailabbildung: Paar kleine Aufsatzkommoden Detailabbildung: Paar kleine Aufsatzkommoden

36
Paar kleine Aufsatzkommoden

Höhe: 124 cm.
Breite: 75,5 cm.
Tiefe: 40 cm.
Inventarnummern auf dem Stand.
Wien/ Österreich, um 1725.

Catalogue price € 20.000 - 25.000

 

Furniert in Rosenholz und Walnuss. Über gequetschen Kugelfüßen und D-förmigem Grundriss jeweils sechs polygonale sich nach unten verjüngende Beine. Darüber der Kommodenaufbau mit je sechs Schubfächern und abgerundeten Ecken sowie überstehendem Sockelgeschoss und Gebälk. Beschläge in Messing in Form von Wappenschilden, gestützt von Adlern.
Der Möbeltypus auf hoch gestellten Beinen entwickelte sich in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Das komfortable Design wurde bald zu einem kunstvollen Bestandteil der Raumausstattung und war um 1680 in €opa weit verbreitet. Die beiden Kommödchen auf Stand stehen in der Tradition der barocken Möbelbaukunst und lassen an Arbeiten von Pierre Golle (1620-1684), André-Charles Boulle (1642-1732) oder auch Jean-Henri Riesener (1734-1806) denken. Doch folgen die beiden Möbel ihrem ganz eigenen Entwurf, da sie in einem völlig anderen Umfeld entstanden. Vielmehr legen sie Zeugnis für die hohe Entwicklung der Ebenisten in Wien Anfang des 18. Jahrhunderts ab.

Provenienz:
Baron Rudolf von Gutmann.
Joanneum, Graz.

Anmerkung:
Baron Rudolf von Gutmann (1880 - 1966) war ein österreichisch-kanadischer Industrieller, Bankier und Kunstsammler. Der Baron besaß eine umfassende Sammlung, zu der auch die beiden Kommödchen gehörten. Allerdings ist nicht ganz klar, wann sie Eingang in seine Sammlung fanden. Möglicherweise befanden sie sich davor im Besitz von Adalbert Lanne, dem bedeutenden tschechischen Sammler, von dem Baron Gutmann sie eventuell 1909/ 1910 kaufte. Nach dem II. Weltkrieg wurde die Gutmann-Sammlung beschlagnahmt und die beiden Möbelstücke kamen in das Landesmuseum Joanneum, Graz. Später wurden sie an die rechtmäßigen Erben der Gutmann-Sammlung zurück gegeben. (1070081) (10)


A pair of small chest on stands
Height: 124 cm.
Width: 75.5 cm.
Depth: 40 cm.
Inventory numbers on stand.
Vienna/ Austria, ca. 1725.

With tulipwood and walnut veneer. This type of furniture on high legs was developed in the mid-17th century. The convenient design soon became an ornate feature of any popular interior décor and was widespread in Europe around 1680. Both small chest on stands are in the Baroque style and bring to mind works by Pierre Golle (1620 – 1684), André-Charles Boulle (1642 – 1732) and also Jean-Henri Riesener (1734 – 1806). However these two pieces of furniture are based on a unique design and were created in an entirely different context. They are testimony to the superior skill of Viennese ebonists at the beginning of the 18th century.

Provenance:
Baron Rudolf von Gutmann.
Joanneum, Graz.

Notes:
Baron Rudolf von Gutmann (1880 - 1966) was an Austrian-Canadian industrialist, banker and art collector. He owned an extensive collection which included the two pieces in this lot. It is, however, not entirely clear how they found their way into his collection. They may have previously been owned by Adalbert Lanne, an important Czech collector, and Baron Gutmann possibly purchased them from him in 1909 - 1910. After the Second World War the Gutmann Collection was seized and the two chests thus found their way into the Landesmuseum Joanneum in Graz. From there, they were later returned to the collection’s lawful heir.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.