Saturday, 26 March 2011

Auction Sculpture and Works of Art

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Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.
Detailabbildung: Nicholas Cordier, 1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.

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Nicholas Cordier,
1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rom, zug.

BEDEUTENDE, ÜBERLEBENSGROSSE BÜSTE DES RÖMISCHEN KAISERS AULUS VITELLIUS IN FEUERVERGOLDETER BRONZE UND MARMOR

Catalogue price € 80.000 - 100.000 Catalogue price€ 80.000 - 100.000  $ 87,200 - 109,000
£ 70,400 - 88,000
元 626,400 - 783,000
₽ 5,639,200 - 7,048,999

 

Höhe der Büste inklusive Marmor- fuß: 94 cm.
Breite: 76 cm.
Gesamthöhe mit späterem Sockel: 205 cm.

Das überlebensgroße Bildnis in zwei Teilen gefertigt, Kopf und Brustansatz in Bronze, feuervergoldet, mit lebensnah wiedergegebenem Ausdruck. Der Kopf leicht nach rechts gewandt, der kurze stämmige Hals geht breit in den Schulteransatz über. An der Vorderseite durch eine Falte markiert. Die buschigen Augenbrauen nur leicht hochgezogen, von einer Stirnfalte überwölbt. Kurzes, leicht lockiges Haar über markant geformten Ohrmuscheln. Der Bronzekopf eingelassen in die drapierte Marmorbüste mit Harnisch, zu dem zwei Spangen mit Schuppendekor über die Schultern herabziehen. An der Brust ein grotesker Maskenkopf im Ohrmuschelstil, mit klappen- oder blattartigen Haare, wulstiger Stirn, kurzer Nase mit darunter hängendem Bart, der in Blätter einzieht. Über den Harnisch in kühnen Faltenwürfen gelegter Mantel, der an der Front leicht linksseitig geknotet ist. An der linken Schulter tritt die Armkappe der Rüstung hervor, die eine groteske Maske zeigt, zwischen deren Zähnen der Tuchmantel hochgezogen wird.

Anmerkung I:
Der Bildhauer Nicholas Cordier wirkte überwiegend in Rom und führte Aufträge unter anderem für die Päpste Clemens VIII. und Paul V. aus, ferner für eine Reihe weiterer Würdenträger des Vatikans. Sein bildhauerischer Stil ist ganz der italienischen Kunst der Spätrenaissance verpflichtet. Zeitgemäß widmete er sich Bildwerken, in denen die Nachwirkung bzw. das Wiederaufgreifen der Antike thematisiert war. So ist auch die hier vorliegende Büste ein hervorragendes Werk dieses zeitgenössischen Stils. Dabei hat der Bildhauer sich offensichtlich mit der in den Schriften Suetons überlieferten Biografie des Kaisers beschäftigt, der als herrschsüchtiger Trunkenbold beschrieben wurde. Kaiser Aulus Vitellius (12 bzw. 15 n. Chr. - 69 n. Chr.) war Sohn des Konsol Lucius Vitellius und wurde am 2. Januar 69 durch germanische Legionen nach dem Selbstmord Neros am 9. Juni 68 zum Kaiser ausgerufen. Er besiegte im sog. Vierkaiserjahr den in Rom herrschenden Otho und übernahm daraufhin die Macht, bevor er am 24. Oktober 69 von Vespasians Legionen besiegt und am 20. Dezember 69 zu Tode gefoltert wurde. Der durch den Biografen Sueton überlieferte Charakter dieses Herrschers hat der Bildhauer in feinnervig-künstlerischer Weise voll zum Ausdruck gebracht. Der Kaiser war bekannt für seine derben Reden, durch die er bei seinen Truppen großes Ansehen genoss, sich aber politisch nicht durchsetzen konnte.

Anmerkung II:
Die Büste ist auf einen vierseitigen, nach oben sich verjüngenden Sockel gestellt, der wiederum auf einer Sockelstele aufliegt, später (wohl im 19. Jahrhundert) in Holz gefertigt und täuschend echt im Sinne des originalen Marmorsockels marmoriert, mit rechteckigem Grundriss und frontalem einziehendem Risalit. Der Sockel und die Sockelstele in stark farbig wechselnder, grün-beige-roter Marmorfarbigkeit. Die Front und Seiten in heller, beigefarbener Marmorierung, die zur Farbwirkung der Büstendraperie korrespondiert. Die Verwendung verschiedenartiger Materialien für Büsten hoher Rangpersönlichkeiten ist bereits aus der Antike überliefert, hier im Sinne der Renaissance farblich elegant verfeinert. Der Bronzekopf aus der Marmorbüste herausnehmbar.

Objektvergleich:
Büstenpaar des römischen Kaisers Caracalla und Tethis, um 1700 aus dem Besitz der Sammlung Prinz Hohenzollern-Sigmaringen, Schlosshotel Hertenstein/ Luzern, wohl von C. Friedrich Knoerr um 1875 erworben.
Ferner ebenfalls feuervergoldeter Bronzekopf von Robert Lorraine (1666 - 1743), um 1710 in der Sammlung Prinz von Liechtenstein.

Die vorliegende Büste steht in enger stilistischer und künstlerischer Verwandtschaft zur sog. Pseudo-Vitellius-Büste im Louvre, Paris, einem unbekannten Künstler der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Italien, zugewiesen, in grauem Marmor gefertigt, Höhe: 43 cm.

Literatur:
F. Haskell & N. Penny, Taste and the Antique, New Haven, 1981. (8100115)



Nicholas Cordier,
1567 Saint-Mihiel, Meuse - 1612 Rome, attributed to

IMPORTANT, LARGER THAN LIFE BUST OF THE ROMAN EMPEROR AULUS VITELLIUS IN FIRE-GILDED BRONZE AND MARBLE ON A HIGH MARBLE BASE

Height of the bust including marble base: 94 cm.
Width: 76 cm.
Total height with modern plinth: 205 cm.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.