Thursday, 28 March 2019

Auction Impressionists, Modern Art & 19th Century Paintings

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Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda
Detailabbildung: Maurice Leloir, 1853 Paris – 1940 ebenda

518
Maurice Leloir,
1853 Paris – 1940 ebenda

SATZ VON VIER GROSSFORMATIGEN AQUARELLGEMÄLDEN MIT HISTORISTISCHER THEMATIK DER ZEIT LOUIS XVAquarell auf Karton.
Je 127 x 47 cm.
Jeweils signiert, drei der Bilder links unten, eines rechts unten.

Catalogue price € 120.000 - 220.000 Catalogue price€ 120.000 - 220.000  $ 135,600 - 248,599
£ 102,000 - 187,000
元 909,600 - 1,667,600
₽ 8,704,800 - 15,958,800

 

Jeweils im betont gestreckten Hochformat, entweder für einen hochherrschaftlichen Paravent oder für eine Kabinett-Wandausstattung geschaffen. Die einzelnen Szenen in äußerst detailgenauer Wiedergabe der Personen, Kostüme, Hintergrundarchitektur sowie des Stofflichen. Und dies in einer malerischen und künstlerischen Qualität, die bei der Aquarelltechnik selbst die kleinsten Unsicherheiten nicht erlaubt, da – im Gegensatz zur Ölmalerei – korrigierende Übermalungen nicht möglich sind. Auch die Wiedergabe der Bewegungen, der Gesichter und des Gesichtsausdrucks der jeweiligen Szenen, zeigen höchste malerische Qualität, was den bereits damals zuerkannten hohen Rang des Malers bestätigt. (†)

Die vier Bilder sind in den gravierten Rahmenschildern jeweils einzeln betitelt:

La visite de la Fregatte (Der Besuch der Fregatte): Dargestellt die Ankunft des Königs im Hafen, im Vordergrund ein Kahn mit in historischen Kostümen gekleideten Personen, die eine große Fregatte im Hafen erwarten.

Sur le Passage du Roi (Auf einer Fahrt des Königs): Der Empfang des Königs mit einem Triumphbogen. Eine voll besetzte offene Kutsche zwischen einer Menschenmenge, vor einem großen hölzernen Triumphbogen für den König, mit Krone und Fahnen.

Le parade chez Nicolet (Die Parade bei Nicolet): Dargestellt eine Festlichkeit des Volkes und der Kinder mit Theater. Vor einer aufgebauten Theaterbühne mit einer Commedia del Arte-Aufführung mit Harlekin und Columbine – ziehen im Vordergrund musizierende Kinder an Schaulustigen Erwachsenen vorbei. Sie tragen ein Schild mit Aufschrift „Jeu du Sieur Audinot-Le Chat Botté“.

Louis XV und Madame du Barry (Louis XV und Madame du Barry): Intime Hofgesellschaft am Schloss, die königlichen Personen vor einer halbrund zum Schloss ansteigenden Steintreppe mit Ziervasen und Parkfiguren, im Vordergrund bedient ein Mohrenknabe mit Turban.

Die vier Bildszenen stellen in der hier wiedergegebenen Reihenfolge den Ablauf eines imaginierten Festgeschehens am Hofe Ludwigs XV. von Frankreich dar. Die Hellfarbigkeit will den Geist des Rokoko dokumentieren, die unbeschwerte Heiterkeit ist, wie in der Malerei des 18. Jahrhunderts auch hier idealisiert und entsprechend dem Historismus des nach der Revolution wiederbelebten monarchistischen Gedankens neu definiert worden.
Der Maler zählt zu den bedeutendsten Aquarellisten seiner Zeit. Als Schüler seines Vaters Auguste Leloir und Sohn der ebenfalls in der Aquarellmalerei wirkenden Héloíse Suzane Colin, die selbst wiederum Tochter eines Malers war, stellte er erstmals im „Salon des artistes francais“ aus, zu dessen Sekretär er alsbald ernannt wurde. Als Landschaftsmaler war er Mitglied der „École de Crozant“, einer Künstlervereinigung, der unter anderen auch Jules Dupré, Claude Monet oder Armand Guillaumin zählten. Dem Stil- und Motivinteresse der Zeit gemäß widmete er sich zunehmend dem historistischen Genre, sowohl in seinen Bildern, als auch als Illustrator von bibliophilen Ausgaben und Kinderbüchern. Jedoch trat er auch mit Ölbildern hervor; so etwa schuf er in dieser Technik mehrere Werke, die im Museum Fournaise in Chatou ausgestellt waren, 1999 jedoch gestohlen wurden. Der Maler beherrschte in Zusammenarbeit mit seinen Schülern ab den 1890er Jahren die Produktion des bibliophilen, illustrierten Buches, gründete 1907 die „Societé d´histoire du costume“, und war zu seiner Zeit so berühmt, dass der Schriftsteller Guy de Maupassant ihm eine Kurzgeschichte gewidmet hat, betitelt „Idylle“. A.R.

Literatur:
Von Leloir illustrierte Werke, in Auswahl:
Bernardin de Saint-Pierre , Paul et Virginie, Paris, Librairie artistique, H. Launette et Cie 1888, 208 p.
Alexandre Dumas (121 and 128 drawings by Maurice Leloir), Les Trois Mousquetaires, Paris, Calmann Lévy, 1894.
Gustave Toudouze, Le Roy soleil, Paris, Boivin & Cie, 1904 (repr. 1908, 1917, 1931) (1st ed. 1904).
Théodore Cahu, Richelieu, Paris, Combet et Cie, 1904. (1181287)

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