Wednesday, 4 July 2018

Auction 16th - 18th Century Paintings

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Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug.

Lot 477 / Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug.

Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug. Detailabbildung: Jan van Scorel, 1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug.

477
Jan van Scorel,
1495 Schoorl – 1562 Utrecht, zug.

SPÄTGOTISCHER KLAPPALTAR (HAUSALTAR) Öl auf Eichenholz.
Mittelbild: 89 x 61 cm.
Seitenbilder: je 76 x 33 cm.
Rahmenaußenmaß in geöffnetem Zustand: 114 x 168 cm.

Catalogue price € 120.000 - 150.000

 

Der Klappaltar mit Darstellung der Maria mit dem Kind in der Mitteltafel sowie Heiligenfiguren und Stifterdarstellungen in den Seitenflügeln. Die drei Tafelbilder in einem Eichenrahmen gefasst, mit oberem Eselsrückenabschluss entsprechend der Form der Mitteltafel. Hier ist Maria im Dreiviertelbildnis nach rechts sitzend dargestellt, in einer Loggia mit Ausblick rechts in eine Landschaft. Das Kind stehend auf dem Schoß der Mutter, dieses umfängt mit dem rechten Ärmchen den Hals Mariens und greift nach einem weißen Tuch, das sich um Mutter und Kind bis nach rechts zieht. Das Kleid der Maria in dunkeltürkiser Farbe, darüber leuchtend rot ein Manteltuch mit feiner goldener Randbordüre. Ebenso mit feiner Borte versehen das moosgrüne Velum, das die Marienfigur hinterfängt. Die Rahmung des Loggia-Ausblickes durch einen gemauerten Bogen getragen, Baluster mit Sockel und Kapitell. Formverwandt dazu der ebenso nahezu balusterförmige Zinnkrug links unten im Bild, abgestellt auf einer Tischplatte neben einer Schale mit Birnen und Kirschen.
Die Seitentafeln zeigen jeweils in kniender Haltung betende Ordensfrauen links sowie rechts in gleicher Weise symmetrisch dazu betende Bürgerfrauen. Diese jeweils an einem Betpult mit Frontwappen und darauf abgelegtem Gebetsbuch. Dahinter höher gestellt jeweils drei Heiligengestalten: links Sankt Helena mit Kreuzbalken, daneben Konstantinus sowie ein bärtiger Heiliger mit französischer Fahne. In der rechten Flügeldarstellung Paulus, Katharina sowie Jungfrau Maria mit Kind und einer Birne.
Die teilweise unterschiedliche Malhandschrift deutet auf das Zusammenwirken verschiedener Werkstattmitglieder hin. Zeitlos sticht die Malqualität der Mitteltafel hierbei hervor. Die zarte Farbgebung des Inkarnats von Mutter und Kind gehen zusammen mit der feinen Linienführung wie etwa des Augenschnittes sowie der Lippenränder oder der fein ausgearbeiteten, goldbraunen Haarlocken. Der landschaftliche Ausblick rechts zeigt ein nach hinten ziehendes Gelände mit einer Stadt mit Türmen im Mittelgrund, dahinter Berge in blauer Luftperspektive.
Diese Einbindung der Landschaft ins Bild zählt zu jenen übernommenen Elementen italienischer Bildmotive in die holländische Malerei, für die Jan van Scorel bekanntlich bahnbrechend wirkte. Van Scorel war zunächst Schüler des Willem Cornelisz zu Haarlem, dann des Jacob Cornelisz van Oostsanen zu Amsterdam (um 1470-1533) und erst später des Jan Mabuse Gossaert zu Utrecht (um 1478-1532). Gerade die Flächigkeit und Zartheit des Inkarnats im Gesicht der Mariendarstellung lässt an den Lehrer van Oostsanen erinnern. Dagegen sind die italienischen Motivzitate wohl auf seinen Aufenthalt in Rom zwischen 1522/23 zurückzuführen. Die ganz bewusste geometrische Reihung der Stifterfiguren ist neben der zeitgenössischen Malerei generell besonders auch bei Werken von van Scorel zu finden, etwa die Gruppenbildnisse der "Jerusalem-Fahrer" der Jahre um 1527, obwohl die Malqualität hier eher auf das Wirken der Werkstatt verweist. (1151435) (11)


Jan van Scorel,
1495 Schoorl – 1562 Utrecht, attributed

LATE GOTHIC FOLDING HOUSE ALTAR

Oil on oak panel.
Central panel: 89 x 61 cm.
Wing panels: each 76 x 33 cm.
Frame dimensions when opened: 114 x 168 cm.

The folding altar with depiction of the Virgin and Child on the central panel and figures of saints and benefactors on the side panels. The three panels are set within an oak frame surmounted with an ogee arch following the shape of the central panel.
The incorporation of the landscape into the image is one of the borrowed elements from Italian motifs into Dutch painting and Jan van Scorel is known to be a pioneer for this. Initially, van Scorel was taught by Willem Cornelisz in Haarlem, then by Jacob Cornelisz van Oostsanen in Amsterdam and later by Jan Mabuse in Utrecht. The purposely geometrical arrangement of the benefactors in a row is, apart from being popular in painting at the time, also typical for works by Scorel as can also be seen in the group paintings of the Jerusalem Pilgrims around 1527, however, the quality of the painting suggests the involvement of the workshop in the painting on offer for sale in this lot.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.