Thursday, 7 December 2017

Auction 15th - 18th century paintings

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Giovanni Francesco Penni, 1488 Florenz – um 1528 Neapel, zug. Maler aus dem Umkreis Raffaels (1483-1520).

Lot 370 / Giovanni Francesco Penni, 1488 Florenz – um 1528 Neapel, zug. Maler aus dem Umkreis Raffaels (1483-1520).

Detailabbildung: Giovanni Francesco Penni, 1488 Florenz – um 1528 Neapel, zug. Maler aus dem Umkreis Raffaels (1483-1520).

370
Giovanni Francesco Penni,
1488 Florenz – um 1528 Neapel, zug.
Maler aus dem Umkreis Raffaels (1483-1520).

HALBBILDNIS EINER DAME IN GESCHNÜRTEM MIEDER
UND WEIßEM HAARTUCH
Öl auf Pappelholz.
Ca. 43 x 38 cm.
Um 1520/30.
Im zugehörigen geschnitzten und vergoldeten Rahmen.

Catalogue price € 20.000 - 30.000

 

Das Gemälde wurde bislang noch nicht eindeutig einem bestimmten Maler aus dem Raffael-Umkreis zugewiesen. Jedoch geben Bildvergleiche hinreichend Auskunft darüber, dass hier der Name Giovanni Francesco Penni als Autor des Bildes am ehesten zutrifft. Es sei vergleichsweise nur erwähnt das "Portrait eines jungen Mannes", das sich in Dublin in der National Gallery of Ireland befindet, des weiteren ein Herrenbildnis in der Fondazione Zeri, aber auch so figurenreiche Gemälde wie die "Anbetung der Hirten" im Prado Museum. Jedes Mal tritt uns eine ganz eigentypische Malweise entgegen, wobei die bewusste Überlegung der figuralen Komposition sicher aus der Lehre Raffaels hervorgeht, die gedämpften Farben jedoch eine Eigencharakteristik für Penni zu sein scheint. Auch weitere, ihm lediglich zugeschriebene Gemälde lassen die selbe Handschrift erkennen.

Penni wurde bei Raffael ausgebildet und war auch Mitarbeiter des Giulio Romano (um 1499-1546) bei den Vatikanischen Fresken und in der Villa Farnesina. 1528 ist er in Mantua im Palazzo del Te beschäftigt. Sein kurzer Lebenslauf wird auch bei Giorgio Vasari (1511-1574) beschrieben, in dessen Lebensbeschreibungen der italienischen Maler von 1568. Seinen hohen Bekanntheitsgrad erhielt er durch seine Mitarbeit bei Raffael selbst. Ansonsten ist bislang seine Künstlerpersönlichkeit wenig fassbar, zumindest das Portrait des jungen Mannes in Dublin trägt seine Signatur. Das Damenbildnis weist die selben Stilmerkmale auf, die wir auch in den weiteren bekannten Werken des Malers finden: strenger Aufbau, markante Schattenbildung und betont ruhige Gesamterscheinung als Portraitbildnis.

In sehr gutem Erhaltungszustand.

Das Gemälde ist gelistet im Archiv von Bernard Berenson, Settignano/ Florenz, Villa I Tatti, dort allerdings noch unter Gaudenzio Ferrari (um 1470-1546), was wohl weniger zutreffend scheint.
AR

Provenienz:
1937 Florentiner Sammlung P. Paolini. (1131072) (11)

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.