Thursday, 10 December 2015

Auction 16th - 18th Century Paintings

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Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt

Lot 242 / Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt

Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt Detailabbildung: Georg Flegel, 1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main, und Werkstatt

242
Georg Flegel,
1566 Olmütz - 1638 Frankfurt am Main,
und Werkstatt

STILLLEBEN MIT BLUMENVASE, FROSCH, WALNÜSSEN, MUSCHELN UND GELDSTÜCKEN, UM 1620 Öl auf Holz.
30,5 x 20,5 cm.
Links unten in Ligatur monogrammiert.
Gerahmt.

Catalogue price € 60.000 - 80.000

 

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Dr. Claus Grimm vom 29. Oktober 2015. Eine Pigmentanalyse von Prof. Manfred Schreiner, Wien, die das Alter bestätigt, liegt bei.

Auf einem bildparallel angeordneten Tisch präsentiert der Künstler ein prachtvolles Blumenbukett in einer nicht minder prachtvollen Vase. Um Letztere gruppieren sich auf der Tischplatte noch Walnüsse, eine Erbsenschote sowie eine Kröte auf Münzen und das Gehäuse einer Schnecke. In der für Flegel und seine Werkstatt charakteristischen Weise nimmt das Bukett die gesamte Höhe der Bildfläche ein, sodass die Blüten und Blätter an den Rand des Gemäldes stoßen. Auch die radiale Anordnung der Blüten entspricht Flegels Kompositionsschema. Ein Blumenstillleben in Privatbesitz (Grimm, 1993, Nr. 24) stimmt in nahezu allen Einzelheiten der Komposition mit dem vorliegenden Werk überein. Wie Prof. Grimm in seinem Gutachten ausführt, hat der Künstler sich bekannter, in der Werkstatt verbreiteter Elemente bedient. So steht die manieristische Vase in vergoldetem Silber einer vergleichbaren Vase aus der Stichfolge von Jan Theodor de Bry nach Jacob Kempener nahe. Auch die einzelnen fein ausgeführten Blüten, die Nüsse und die Erbsenschote beruhen auf Aquarellen, die von Flegel stammen und in seiner Werkstatt zugänglich waren.
Inhaltlich setzt der Maler in dem Gemälde die göttliche Schöpfung, die in den Blumen symbolisiert vor der dunklen Folie erstrahlt, gegen wertvollen Besitz wie Geld und die kostbare Vase. Deren Aufschrift „MEMENTO MORI“ und der Totenschädel spielen bereits auf die Vergänglichkeit an. Wie Grimm ausführt, deutet die geöffnete Walnuss, die als „weiches Fleisch am harten Holz“ zu lesen ist, auf die Passion Christi und damit auf die Hoffnung auf das Jenseits.
Sowohl die kompositorischen als auch die motivischen und maltechnischen Merkmale lassen darauf schließen, dass das Werk im unmittelbaren Umfeld Flegels entstanden ist. Auch das fein in die noch feuchte Malschicht geritzte Künstler-Monogramm in Ligatur unterstützt diese Feststellung.

Literatur:
Vgl. Claus Grimm, Georg Flegel. 1566-1638. Stilleben Frankfurt/ Main, Stuttgart, 1993, S. 108, Nr. 24, S. 110 mit Farb-Abb. Bzw. vgl. Anne-Dore Ketelsen-Volkardt, Georg Flegel. 1566-1638, München, Berlin 2003, S. 265f., Nr. 61 mit Abb. (1030191) (12)


Georg Flegel,
1566 Olomouc - 1638 Frankfurt, and workshop

STILL LIFE WITH VASE, FROG, WALNUTS, SHELLS AND COINS, CA. 1620

Oil on panel.
30.5 x 20.5 cm.
Monogram in ligature lower left.

An appraisal by Prof Dr Claus Grimm from 29 October 2015 is enclosed. A pigment analysis confirming the age by Prof Manfred Schreiner, Vienna is enclosed.

Literature:
For a very similar still life, see Claus Grimm, Georg Flegel. 1566-1638. Still life, Frankfurt/ Main, Stuttgart, 1993, p. 108, no. 24, p. 110 with colour image.
Or see Anne-Dore Ketelsen-Volkardt, Georg Flegel. 1566-1638, Munich, Berlin, 2003, pp. 265, no. 61 with image.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.