Friday, 26 March 2004

Auction March Auction Part I.

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Detailabbildung: Eleganter und fein intarsierter, barocker Tabernakel-Sekretär

Lot 56 / Eleganter und fein intarsierter, barocker Tabernakel-Sekretär

56
Eleganter und fein intarsierter, barocker Tabernakel-Sekretär

Aufbau in Weichholz mit wolkigem Nußwurzelfurnier und helleren Band- und Fadeneinlagen sowie floralen und figuralen Bildeinlagen in helleren Hölzern. Aufbau dreiteilig: der Unterbau eine vierschübige Kommode deren Front mittig konkav in leichtem Schwung zurücktritt und seitlich in konvexem Schwung vorgewölbt ist. Schmales, kehliges Sockelprofil über gequetschten Kugelfüßen. Mittelteil mit durchgehender schräg liegender Platte, der hohe Tabernakelaufsatz vertikal dreigeteilt, der leicht zurücktretende Mittelteil pfeilerartig hochstrebend mit hochrechteckiger Mitteltüre. Darunter und darüber je ein Schub. Oberer Abschluß durch gerade schließendes Polster- und Hohlkehlenprofil. Die flankierenden Seiten risalitartig vortretend durch segmentbogig konvex gewölbte Schubfronten. Je sechs Schübe übereinander mit dem Mittelteil entsprechenden Dachabschlüssen, die etwas niedriegere vertikale Zwischen-Gliederungsstücke in Hohlkehle geformt. Darüber kleine dekorative Volutenflanken in Brandintarsientechnik. Das Möbel insgesamt bestechend durch feingliedrige, rythmisch akzentuierte Intarsienfelder der Schübe, Mitteltüre und Klappe. Die Bildfelder jeweils durch Bandeinlagen gerahmt. In den oberen Schubfeldern Tulpenblüten, symmetrisch geordnet mit zentraler Schleife in eingelegtem Zinn, mit feinen Gravuren. Die Bildintarsien bereichert durch akzentuierte Einlagen in Zinn sowie in Bein. Die Mitteltüre zeigt eine große Rokoko-Vase mit geschweiften Henkeln auf einem Podest mit Lambrequindekor. Die Vase gefüllt mit Blüten, teilweise koloriert. Im Zentrum ein Paradiesvogel zwischen Maiglöckchen in Bein eingelegt. Die Bildecken mit verschlungenem Bandwerk besetzt. Entsprechende Bandelwerkmotive auch in den Kommodenschüben, deren dekorativer Hauptakzent auf seitlich gegebenen Regence-Blüten liegt. Die Seiten des Möbels ebenfalls mit Bandwerk gerahmten Feldern besetzt, darin Papageien und Paradiesvögel. Besonders auffällig, die Dekoration der Pultplatte: darin zwei Bildfelder mit symmetrischem Bildaufbau, jeweils Blumenkorb mit Vogel auf einem Tisch mit herabhängendem Tuch. Seitlich je zwei allegorische Figuren auf Tischpodest mit Velum. Durch die Attribute (in eingelegtem Zinn) sind die Figuren zu identifizieren: Inocentia (Unschuld), Iustitia (Gerechtigkeit), Fortitudo (Stärke), Amiticia (Freundschaft und Freigiebigkeit) mit Weinkanne und Glas. Die einheitlich filigran anmutende feine Intarsiendekoration wird geschickt durch gliedernde Akzente rhythmisiert: Die ebonisierten Profilleisten der Kommode finden optisch Fortsetzung in den ebonisierten Einlagen der Bildfelder, sparsam verwendet aber dennoch wirkungsvoll zur Geltung gebracht, sowie im oberen Abschluß des Möbels durch ebonisierte Dachprofile. Dieses Gliederungsschema verleiht dem Möbel eine besondere Eleganz. Im Inneren des Tabernakels weiterer Türeinbau mit intarsierter Darstellung eines stehenden Türken mit Turban und Lanze. Zentralverriegelung, die fein gearbeiteten Bronzebeschläge feuervergoldet mit hängenden Zughenkeln und Kronenabschlüssen. Die originalen Schlösser erhalten. Schlüssel vorhanden. Rest. Erg. H.: 206 cm. B.: 116 cm. T.: 85 cm. 18. Jhdt. (5301412)

Catalogue price € 135.000 - 160.000

 

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