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Wednesday, 25 September 2019

Auction Old Master Paintings Part I

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Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara
Detailabbildung: Benvenuto Tisi da Garofalo, ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara

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Benvenuto Tisi da Garofalo,
ca. 1481 Garofalo – 1559 Ferrara

PAULUS PREDIGT VOR DEM AREOPAG Öl auf Holz. Parkettiert.
160 x 144 cm.
Rückwärtig mit altem Etikett.
In reich manieristisch verziertem Rahmen. 

Catalogue price € 80.000 - 120.000 Catalogue price€ 80.000 - 120.000  $ 87,200 - 130,800
£ 70,400 - 105,600
元 626,400 - 939,600
₽ 5,639,200 - 8,458,800

 

Beigegeben in Kopie eine Expertise von Michele Danieli, Bologna, vom 28. Januar 2019 in italienischer und englischer Sprache.
In Kopie anbei ein Restaurierungsbericht von Pieffe Restauri di Flora Pellegrino in Salerno vom 31. Januar 2017.

In Ferrara, im Palazzo dei Diamanti, wird heute ein sehr großes ca. 1531-1535 entstandenes Fresco von Garofalo aufbewahrt, in welchem das hier angebotene Gemälde gut wiederzuerkennen ist (Pinacoteca Nazionale, Inventarnr. 143, 652 x 825 cm). Das mit dem Titel „L‘Antico e il Nuovo Testamento“ bedachte Werk enstammt ursprünglich dem Refektorium der Kirche des Augustinerordens Sant‘ Andrea und entstand in einer Zeit, als die Katholische Gemeinde nicht nur gegen reformatorische Tendenzen etwa eines Martin Luther arbeitete, sondern auch im Hinblick auf die jüdische Gemeinde (hier als Altes Testament dargestellt) ein Zeichen zu setzen gedachte. Das Fresko wurde 1846 aus konservatorischen Gründen dem Museum überstellt, nachdem es 1841 auf Leinwand übertragen worden war. Das großformatige Werk zeigt auf der rechten Seite den Alten Glauben in Form einer Frau mit verbundenen Augen auf einem Esel (sonst auch gern ein Schwein als Reittier dargestellt) aus der Szene wegreitend, wenn auch zur Bildmitte hingewendet, in welcher Jesus am Kreuz dargestellt ist. Links ist im Gegensatz zur Synagoge die Ecclesia dargestellt, welche wiederum als allegorische Figur mit Reichsapfel auf den Apostelsymbolen sitzend dargestellt ist und deren Lanze das Blut Christi zu den Gläubigen fließen lässt. Belohnt wird Ecclesia durch einen Himmelsschlüssel und eine Krone, welche von Armen – als Fortführung der Arme des Kreuzes Christi – entgegen gebracht werden. 
Wesentlich für das hier angebotene Objekt ist jedoch die Szene, welche in Ferrara in der linken oberen Bildecke zu sehen ist und Bezüge auf Rafaels „Schule von Athen“ aufweist, welche Garofalo zuvor sicherlich in Rom gesehen hatte. Sie zeigt die Predigt des Heiligen Paulus. Diese soll sich ereignet haben (Apg 17,19) als Paulus von „heftigem Zorn erfasst“ wurde, da er in der ganzen Stadt Götzenbilder sah. Daraufhin nahmen einige Philosophen „ihn mit, führten ihn zum Areopag und fragten: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du vorträgst“ (Apg.19). Nun kann mit dem Areopag sowohl der Felsen mitten in Athen gemeint sein, aber auch der Rat von Athen, welcher jedoch als Gremium bereits seit klassischer Zeit nicht mehr auf dem gleichnamigen Felsen, sondern in der Königshalle Stoa Basileios auf der Agora tagte. Ohnehin ist mit dem auf dem rückwärtigen Hügel dargestellten Gebäude der Bogen nach Ferrara geschlagen, ist die Burganlage doch als Castello Estense in Ferrara zu identifizieren (siehe Abb.). Paulus, dessen Haupt unter der Kathedrale von Ferrara dargestellt ist, steht auf einem blockhaften Podest und wird von zahlreichen Personen umringt, welche einerseits seinen Worten lauschen, andererseits aber auch miteinander kommunizieren und auf Paulus hinweisen. Dieser wiederum führt seine rechte Hand nach oben – ein Fingerzeig auf die Kirche, auf den Himmel, aber vor allem auch auf Gottvater, welcher in dem die Szene überfangenen Halbrund in dem Ferrareser Fresko zu sehen ist – so ist die Geste im vorliegenden Gemälde nur unzureichend ohne Kenntnis des Frescos in Ferrara erklärbar.

Zu dem Vergleichsstück in Ferrara:
Anna Maria Fioravanti Baraldi, Il Garofalo, Rimini, 1993, S. 163 f.

Vergleiche:
Fioravanti Baraldi, Anna Maria, Il Garofalo. Benvenuto Tisi – Pittore (c. 1476-1559). Catalogo generale. Ferrara 1993, S. 163 ff., WVZ-Nr. 99 „L‘Antico e il Nuovo Testamento“ das Fresko in der Pinacoteca Nazionale, Ferrara.
Prosperi, Adriano, Justice Blindfolded – The Historical Course of an Image. Leiden 2018, S.60.  (1190121)  (13)


Benvenuto Tisi da Garofalo
ca. 1481 Garofalo – 1559 FerraraTHE AreOPAGUS SERMON BY PAULUS Oil on panel. Parquetted.
160 x 144 cm.
Old label on the reverse.
In richly decorated Mannerist frame.

Accompanied a copy of the expert’s report by Michele Danieli, Bologna, dated 28 January 2019 in Italian and English.
Copy of the restoration report by Pieffe Restauri di Flora Pellegrino in Salerno dated 31 January 2017.

A very large fresco by Garofalo created ca. 1531-1535 is today held at the Palazzo dei Diamanti in Ferrara and is very similar to the painting on offer for sale in this lot (Pinacoteca Nazionale, inv. 143, 652 x 825 cm). The work titled L’Antico e il Nuovo Testamento was originally created for the refectory of the Augustinian church Sant’Andrea.

Comparative example in Ferrara:
Anna Maria Fioravanti Baraldi, Il Garofalo, Rimini, 1993, pp. 163.

Comparative examples:
Fioravanti Baraldi, Anna Maria, Il Garofalo. Benvenuto Tisi – Pittore (c. 1476-1559). Catalogo generale, Ferrara 1993, pp. 163, catalogue raisonné no. 99 “L’ Antico e il Nuovo Testamento”: the fresco in der Pinacoteca Nazionale, Ferrara. 
Prosperi, Adriano, Justice Blindfolded – The Historical Course of an Image, Leiden 2018, p.60.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.