Friday, 12 April 2013

Auction Porcelain

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† Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg

Lot 1398 / † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg

Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg Detailabbildung: † Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg

1398
† Bedeutende, museale Prunkvase der Porzellanmanufaktur Nymphenburg

Höhe: 76,8 cm.
Anfang 19. Jahrhundert/ 1822.

Catalogue price € 90.000 - 120.000

 

Porzellan und feuervergoldete Bronze. Als Unikat geschaffen als Geschenk anlässlich der Hochzeit der Prinzessin Amalie Auguste von Bayern (13. November 1801 München - 8. November 1877 Dresden) mit Johann von Sachsen (12. Dezember 1801 Dresden - 29. Oktober 1873 Pillnitz). Die Hochzeitszeremonie fand am 21. November 1822 in Dresden statt, zu diesem Anlass wurde auch die Nymphenburger Vase, wohl als eines der Geschenke aus dem Bayerischen Adelshaus gefertigt. So ist die Prunkvase nicht nur als Einzelstück der Nymphenburger Porzellanmanufaktur in dieser exzellenten Ausführung von Bedeutung, sondern auch als Dokument der Geschichte Bayerns und Sachsens. Die Vase ist - entsprechend dem klassizistischen Stil des Münchner Empire - als antike Amphorenvase gefertigt. Ovaloider, nach oben sich leicht weitender Vasenkörper über separat gefertigtem und durch Schraube verbundenem, eingezogenem Rundsockel, über quadratischer Sockelplinthe. Der Hals zieht kehlig ein und weitet sich an der Mündung vierpassförmig vor. Die seitlichen Henkel sind in Bronze gegossen, feuervergoldet, an den Seiten appliziert, in Form einer ovalen nach unten spitz zulaufenden Palmettenform. Nach oben sich verjüngender Henkelbügel, vierkantig zur Volute einziehend, die dem Mündungsrand aufliegt. An der Vorderseite klassisches Wellenband an den Seiten mittig gegratetes, stilisiertes Blattwerk. In den Voluten kleine Vierpassrosetten, darunter spitz hervorziehendes, stilisiertes Blattwerk nach griechischem Vorbild. Grundbemalung der Vase in mattem Kobaltblau darüber reiche, zum Teil im Relief vorgeführte Dekoration: der umlaufende Fußwulst mit Flechtbandornamentik und Vierpassblüten, der Sockel glatt vergoldet, der Zwischenring ebenfalls glatt vergoldet da-runter Eglomisé-Palmettenfries. Der Unterrand des Vasenkörpers zeigt hochziehende Blätter in Zungenblattfries, mit rhythmisch hochziehenden, äolischen Blüten und dazwischen Rosetten. Darüber umlaufende Banddekoration mit Wellenbandornamentik in Eglomisé. Auffallend ist die Tatsache, dass die Vase in ungewöhnlicher Weise feuervergoldete Bronzehenkel aufweist. Dies ist insofern von Bedeutung als es bei Vasen dieser Art weder von Sèvres noch von KPM Berlin solche Beispiele gibt. Es wäre daran zu denken, dass der Vasenkörper selbst als ein Geschenk der Porzellanmanufaktur Nymphenburg - die vergoldeten Henkel als Zutat der königlichen Gießerei - und Vergoldungsmanufaktur gefertigt wurden, sozusagen ein gemeinschaftliches Geschenk, des damals bereits höchststehenden Kunsthandwerks in München.
An der Vorderseite den oberen Teil der Vase betonend ein querrechteckiges, durch goldenes Wellenband gerahmtes Porzellangemälde mit mehrfiguriger Darstellung. Die Darstellung zeigt "Herkules und Hebe", die beiden griechisch-mythologischen Gestalten auf einer Steinbank sitzend. Hebe reicht dem jugendlichen Herkules eine Trinkschale und hält in der linken Hand einen Lorbeerkranz. Herkules mit einem Löwenfell bekleidet, dessen Löwenhaupt von einem Putto über dem Kopf gehalten wird, um die Keule schmiegen sich zwei weitere geflügelte Putten. Die Steinbank mit seitlichen Pylonen vorgeführt, darauf je seitlich bronzener Dreifuß mit hochziehender Flamme, im Zentrumshintergrund Darstellung der drei Grazien und rotes Velum. Die Porzellanmalerei wurde ausgeführt von Christian Adler, der nur für Nymphenburg gearbeitet hat, nach Vorzeichnung des Münchener Hofmalers Peter von Cornelius (1783 - 1867), die sich noch heute in den Sammlungen der Bayerischen Schlösserverwaltung befindet. Das Gemälde in äußerster Feinheit ausgeführt, in delikater Farbgebung, besonders hervorzuheben ist die meisterhafter Gestaltung des Inkarnats. Der Vasenhals zieht kehlig ein, ebenfalls kobaltblau grundiert, am Schulterrand umlaufender Fries mit Palmetten und Akanthusblatt-Dekoration. Oberteil des Halses glatt vergoldet, Fuß und Vase mit metallener Schraubenverbindung befestigt.

Entsprechend dem Anlass einer so bedeutenden Hochzeitsallianz zwischen Bayern und Sachsen wurden hier die ersten Künstler des bayerischen Hofes beauftragt. Die Formengestaltung der Vase wohl von Friedrich Wilhelm von Gärtner (1791 - 1847), als bedeutender Architekt unter König Ludwig I von Bayern für die Bauten des Königs und der Stadt München zuständig. Der Maler, der die Vorlage zum Porzellanbild schuf, Peter von Cornelius, wurde vom König von Bayern als bedeutender Künstler Münchens angesehen. 1919 nach München berufen, wurde er 1825 mit der Leitung der Akademie der Bildenden Künste betraut. Zu seinen bedeutenden Werken zählen das zweitgrößte Altarfresko der Welt, "das Jüngste Gericht" in der Ludwigskirche, ferner die malerische Ausgestaltung der Glyptothek in München etc. Einige Retuschen an der Fußverbindung.

Anmerkung I:
Die Vase ist in der früheren Literatur bereits bekannt und zum Teil beschrieben. So ist sie bereits bei Georg K. Nagler 1834 in seiner Geschichte der Nymphenburger Manufaktur aufgeführt. Dort wird das Porzellangemälde an der Vorderseite nicht ganz richtig als "Vergötterung des Herkules" bezeichnet, während tatsächlich Herkules und Hebe dargestellt sind, als eine Paarverbindung, die natürlich auf das Hochzeitsgeschenk verweisen soll. Entsprechend dem Hochzeitsanlass zeigt die Vase an der Rückseite die beiden ligierten Monogrammbuchstaben "JA" für Johann von Sachsen und Amalie von Bayern. Das Monogramm in einem Strahlenkranz, umgeben von einem Ring mit sechszackigen Sternen, in den Ecken und seitlich Volutendekoration. Ferner ist die Vase bei Katharina Hantschmann bereits wissenschaftlich behandelt worden im Zusammenhang mit dem Porzellanmaler Christian Adler für Nymphenburg.

Anmerkung II:
Für die sachlichen Hinweise danken wir herzlich Herrn Dr. Alfred Ziffer, München.

Literatur:
Katharina Hantschmann, Nymphenburger Porzellan 1797 - 1847, München/ Berlin, 1996, S. 425.
Friedrich Hofmann, Geschichte der bayerischen Porzellan-Manufaktur Nymphenburg, Neuauflage Berlin, 1991, Band 3, S. 6.
Hermann Rumschöttel, München, Dynastische Bezie-hungen, in: Bayern und Sachsen in der Geschichte. Wege und Begegungen in archivarischen Dokumenten. Katalog zur gemeinsamen Ausstellung des bayerischen und sächsischen Hauptstaatsarchives, Dresden, November 1994, München, Januar 1995, S. 232.
Georg K. Nagler, Geschichte von Nymphenburg 1834.
(891262)


Outstanding, museum-like vase by Nymphenburg Porcelain Manufactory
Height: 76.8 cm.
Porcelain and gilt-bronze.
Beginning of the 19th century/ 1822.

Uniquely manufactured as a wedding gift for Princess Amalie Auguste of Bavaria (Munich 13th November 1801 - 8th November 1877 Dresden) and Johann of Saxony (Dresden, 12th December 1801 - 29th October 1873 Pillnitz). The wedding took place in Dresden in 1822.
Monogrammed letters "JA" for Johann of Saxony and Amalie of Bavaria.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.