Friday, 23 March 2007

Auction Russian Art

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Imperiales Tee-Service der Porzellan-Manufaktur St. Petersburg mit der bekrönten A II-Marke,für die Regentschaft Zar Alexander II, (1855-1881).

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Imperiales Tee-Service der Porzellan-Manufaktur St. Petersburg mit der bekrönten A II-Marke,für die Regentschaft Zar Alexander II, (1855-1881).

Zar Alexander II. von Russland ließ dieses Service als Geschenk für seine Schwester, die Königin Olga Nikolajewna von Württemberg anfertigen.

Tête-à-Tête (Déjeuner) aus Porzellan in originalem Lederkasten mit Seidenpolsterung und Abdeckkissen.

Das Tête-à-Tête besteht aus:

1 Anbietplatte (Sprung)
1 Teekanne mit Deckel
1 Zuckerdose mit Deckel
1 Sahnekännchen
2 Tassen mit Untertassen

Die Dekore:
Alle Teile dekoriert mit figürlichen Darstellungen und Portraits nach Ölgemälden des Pariser Malers Jean-Baptiste Greuze, 1725-1805. Die Darstellungen jeweils achteckig oder rund gerahmt und mit feinen Goldradierungen versehen. Umgeben sind die Darstellungen mit feiner Goldspitzborte sowie Blattgirlanden in Goldmalerei. Die kleineren Medaillons sind mit Blattkranzgebinden dekoriert. Die einzelnen Darstellungen sind wiederum mit Blattgirlanden in Goldmalerei verbunden. Die Deckel sowie die Zentren der Unterschalen sind mit abgerundetem Rosettendekor in Goldmalerei versehen.


Maße des Lederkastens:
Höhe: 18 cm. Breite: 47,5 cm. Tiefe: 39 cm.
Höhe der Teekanne: 16,3 cm

Die Marken:
Alle Teile mit Ausnahme der Anbietplatte mit bekrönter A II-Marke für Zar Alexander II in Unterglasurgrün.

Beschreibung der einzelnen Darstellungen nach Jean-Baptiste Greuze:


Die Darstellung auf der Anbietplatte:

Darstellung eines Gemäldes von Jean-Baptiste Greuze, 1725-1805. Nach Recherchen von Suz Massen / Edgar Munhall, Associate Reference Librarian for Electronic Resources, Frick Art Reference Library, The Frick Collection, New York, handelt es sich um das Gemälde im Puschkin Museum in Moskau “Die erste Ackerfurche“ (Le Premier Sillon / The First Furrow).


Die Darstellung auf der Zuckerdose:

Die Darstellung der Mutter mit zwei Kindern und dem kleine Hund geht nach Auskunft von Edgar Munhall auf eine Zeichnung mit dem Titel “Die Muttersorgen“ (Les Soins maternels/ Maternal cares) zurück. Der Verbleib ist nicht bekannt.

Weiterhin ist nach Greuze abgebildet das sich in der Eremitage befindliche Gemälde “The spoiled child“. 1974 erschien eine Briefmarkenedition mit diesem Motiv in Russland. In der Sammlung der Eremitage wird ferner eine Zeichnung verwahrt, die in 2002 im Getty-Museum in Los Angeles ausgestellt wurde.


Die Darstellung auf der Teekanne:

Auf der Teekanne befinden sich auf beiden Seiten Darstellungen nach Jean-Baptiste Greuze. Es handelt sich in zwei Teilen um das verschollene Gemälde “Die Ammen“ (The Dry Nurses). Munhall erwähnt auf S. 115, Kapitel 34 eine sitzende Frau, ein Kind haltend, als Studie für das Gemälde “The Dry Nurses“. Es handelt sich um eine Skizze, die das zentrale Figurenpaar in Greuzes verlorenem Gemälde “The Dry Nurses“ zeigt, das heute nur durch die Version im Nelson-Atkins Museum of Art, Kansas City, bekannt ist.


Die Darstellungen auf dem Milchkännchen:

Diese Porzellangemälde nach Jean-Baptiste Greuzes sind:

“Blind Man Duped“ (dokumentiert in Edgar Munhall “Greuze – the Draftsman“) und

“Les Enfants Surpris“ (Mutter mit drei Kindern), nicht datiert, von Edgar Munhall identifiziert.


Die Darstellungen auf den Tassen:

“La Bonne Education“ Familie ein Buch lesend, 1765,
von Dr. Edgar Munhall identifiziert, und ebenfalls nach Greuze “Ruhe“ (Silence!) Bildnis mit der Mutter und den drei Kindern. Das Gemälde befindet sich in der
königlichen Sammlung des Buckingham Palastes und wurde erstmalig 1759 im Pariser Salon ausgestellt. In ähnlicher Größe ist das Bild “the spoiled child“, das sich in der Sammlung der Eremitage in St. Petersburg befindet.


Weitere Darstellungen:

Weitere Darstellungen des Services nach Gemälden von Jean-Baptiste Greuze wurden von Edgar Munhall, Curator Emeritus, The Frick Collection, New York, identifiziert:


Die vier runden Kleinbildnisse auf den Tassen:

“La Tricoteuse Endormie“ (Mädchen mit Haube auf dem Kopf, Hände gefaltet, Kaffee-Tasse), 1769.
“L’Enfant au capucin“ (Mädchen mit Haube mit nach oben gerichtetem Blick, Kaffee-Tasse), 1765.
“Le petit Napolitain“ (Mächen mit Händen in der Jacke, Kaffee-Tasse), nicht datiert.




Provenienz:
Zar Alexander II von Russland, Sohn von Zar Nikolaus I, ließ dieses Service für seine Schwester, die Königin Olga Nikolajewna von Württemberg, 1822-1892, anfertigen und ließ Motive ihres Lieblingsmalers Jean-Baptiste Greuze von Gemälden aus den vertrauten Sammlungen in den Zarenpalästen auf dem Service reproduzieren. Die Königin selbst besaß Gemälde von Greuze. Ihr Großvater Zar Paul I, Sohn Katharinas der Großen, besuchte als Thronfolger bereits Greuze im Louvre, wo der Maler wirkte und wohnte, und kaufte 1782 das heute der Eremitage gehörende Bild “The widow and her priest“ . Bereits seine Mutter, Katharina die Große, war leidenschaftliche Greuze-Sammlerin wie auch Madame Pompadour. Nach ihrem Tod wurde das Service dem jeweils weiblichen Geschlecht der Herrschaftshäuser vererbt.


Die Erbfolge:
Von Olga Nikolajewna, Königin von Württemberg 1864-1891, an:

- Vera Konstantinowna, Großfürstin von Russland (1854-1912).
- Elsa, Herzogin von Württemberg, 1876-1936.
- Bathildis, Prinzessin von Schaumburg-Lippe, 1903-1983.
- Victoria-L., Prinzessin von Schaumburg-Lippe.

Die Nachweise:
Die Nachweise befinden sich am äußeren Boden des Lederkastens als Aufkleber mit den jeweiligen Besitzermarken.
Aufkleber: O.N. Villa: Olga Nikolajewna, Villa.
Aufkleber: V.H.v.W. G.v.R. Privateigentum No. 408: Vera Konstantinowna Herzogin von Württemberg, Großfürstin von Russland.
Aufkleber: VL bekrönt, Nr. 73: Victoria-L., Prinzessin von Schaumburg-Lippe.


Die weitere Historie:
Seit ca. zwei Jahrzehnten in Privatbesitz, Deutschland.



Anmerkung:
Olga Nikolajewna, 1822-1892, war die Lieblingstochter von Zar Nikolaus I, der sie mit 1,5 Millionen Rubel sehr reich ausstattete, wurde Königin von Württemberg, 1864-1891.( Zuvor war aus strategischen Gründen überlegt worden, sie mit dem Sohn vom bayerischen König Ludwig I als künftige Königin von Bayern zu vermählen). Sie war verheiratet mit König Karl I von Württemberg. Da die Ehe kinderlos blieb, adoptierten sie 1870 die Tochter des Bruders von Olga und erzogen sie am Hof in Stuttgart: Vera Konstantinowna, Herzogin von Württemberg, 1854-1912. Der Bruder von Olga Nikolajewna war Großfürst Konstantin, Sohn des Zaren Nikolaus I und Bruder des Zaren Alexander II.



Literatur:
Für die Porzellan-Marken:
Graesse/ Jaennicke: Les Marques des Porcellaines, Faiences et Poteries, Europe, Extrème-Orient. München 1986, S. 209.
Baron von Wolf, Imperiatorsky Farforvy Zavod 1744-1904, St. Petersburg, 2003.

Literatur über das Zarenhaus, die Königshäuser
sowie über Jean-Baptiste Greuze:

- Das Königreich Württemberg 1806-1918, Monarchie und Moderne. Ausstellungskatalog des Landesmuseums Stuttgart, Ausstellung vom 12.9.2006 - 4.2.2007.
- Edgar Munhall, Curator Emeritus, The Frick Collection: Greuze the Draftsman .
- Nicolas Enache, La Descendance de Pierre le Grand, Tsar de Russie. (651691)

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