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Gemälde Alte Meister - Teil I
Donnerstag, 23. September 2021

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Giovanni Paolo Panini, 1691 Piacenza – 1765 Rom

309
Giovanni Paolo Panini,
1691 Piacenza – 1765 Rom

PAAR RUINENCAPRICCI MIT REICHER FIGURENSTAFFAGE Öl auf Leinwand.
51 x 70 cm.

Katalogpreis€ 80.000 - 100.000 Katalogpreis € 80.000 - 100.000  $ 96,000 - 120,000
£ 72,000 - 90,000
元 604,800 - 756,000
₽ 6,813,600 - 8,517,000

 

Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri, Rom, vom 16. November 2020.
Darin zahlreiche Vergleichsbeispiele und Literaturangaben.

Die beiden als Gegenstücke gemalten Bilder im Querformat präsentieren sich als typische Rom-Erinnerungen, geschaffen für das entsprechende Sammlerklientel aus der adeligen oder großbürgerlichen Gesellschaft. Auch Panini und seine Werkstatt hatten für diese Anliegen und Interessen gearbeitet.
Im Nebeneinander der beiden Gemälde stehen die Tempelsäulen jeweils links bzw. rechts im Bild. Der jeweils gegenüberliegende Bildbereich zeigt Bauten bzw. antike Monumente, über denen der Wolkenhimmel Raum findet. In der linken Ansicht ein Triumphbogen mit davorstehenden korinthischen Säulen, dazwischen ein weiß gekleideter Prediger, umgeben von lagernden Zuhörern. Rechts im Hintergrund ein im Licht stehender Rundtempel, davor ein hoch gestellter, rötlicher Sarkophag mit Rundreliefs, davor am Boden ein großes Hochrelief in grauem Stein mit drei weiblichen Figuren. Im Raum dazwischen antike Architekturfragmente. Im Gegenstück ist das Hauptgewicht Pendant-entsprechend rechts im Bild. Kräftige Säulen tragen hier ein schweres Gebälk, dahinter ein nahezu unversehrter Säulentempel. Links dagegen eine hohe Säule in Form der römischen Trajanssäule mit spiralig gewundenem Reliefband und – der Antike nicht entsprechend – der erst später daraufgestellten Petrusfigur. Gleich rechts daneben das Reiterstandbild des Marc Aurel vom Kapitol, früher als das des Constantin gesehen.
Alle diese Versatzstücke beziehen sich auf Ruinen des Forums in Rom, aber auch auf weiter entfernt liegenden Bauten und Monumente.
Auffallend ist die Bereicherung der Darstellungen mit Staffagefiguren, die hier eindeutig auf eine christliche Konnotation weisen. In beiden Bildern findet sich jeweils ein Prediger, umringt von seinen Zuhörern. Dabei ist eine klare Identifizierung vom Maler keineswegs beabsichtigt, wenngleich hier an den predigenden Paulus oder einen jugendlichen Apostel erinnert werden will. So lässt sich denken, dass das Gemäldepaar ein ganz bestimmtes Sammlerklientel ansprechen sollte. Beide der Gemälde in der dem Maler entsprechenden Qualität. A.R. (†)


Literatur:
Ferdinando Arisi, Gian Paolo Panini e i fasti della Roma del ´700, Rom 1986.
Ferdinando Arisi, Gian Paolo Panini, Soncino 1992.
Ferdinando Arisi: cit. Ed. Milano 1993.
Michael Kiene, Giovanni Paolo Pannini. Römische Veduten aus dem Louvre, Ausstellung im Herzog Anton Ulrich-Museum vom 17. Juni bis 15. August 1993, Braunschweig 1993.
Michael Kiene, „Redende Capricci“ von Giovanni Paolo Pannini: Studien zur Zitatmontage im 18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 57, Heft 3, Kunstgeschichte und Gegenwart: 23 Beiträge für Georg Kauffmann zum 70. Geburtstag, 1994. (1281676) (11)


Giovanni Paolo Panini,
1691 Piacenza – 1765 Rome
A PAIR OF RUIN CAPRICCI WITH RICH FIGURE STAFFAGE
Oil on canvas.
51 x 70 cm.

Accompanied by an expert´s report by Professor Giancarlo Sestieri, Rome, dated 16 November 2020. (†)

Literature:
F. Arisi, Gian Paolo Panini e i fasti della Roma del ´700, Rome 1986.
F. Arisi, Gian Paolo Panini, Soncino 1992.
F. Arisi: cit. Ed. Milano 1993.
M. Kiene, Giovanni Paolo Pannini. Römische Veduten aus dem Louvre, Ausstellung im Herzog Anton Ulrich-Museum vom 17. Juni bis 15. August 1993, Braunschweig 1993.
M. Kiene, “Redende Capricci” von Giovanni Paolo Pannini: Studien zur Zitatmontage im 18. Jahrhundert, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, vol. 57, no. 3, Kunstgeschichte und Gegenwart: 23 Beiträge für Georg Kauffmann zum 70. Geburtstag, 1994.

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