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Old Master Paintings – Part II
Thursday, 4 December 2025

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Trophime Bigot, 1579 Arles – 1650 Avignon, zug.

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Trophime Bigot,
1579 Arles – 1650 Avignon, zug.

DER HEILIGE HIERONYMUS HÖRT DIE POSAUNE DES JÜNGSTEN GERICHTSÖl auf Leinwand.
121 x 213 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.

Catalogue price € 22.000 - 30.000 Catalogue price € 22.000 - 30.000  $ 25,740 - 35,100
£ 19,140 - 26,100
元 181,060 - 246,900
₽ 1,974,940 - 2,693,100

 

Vor dunklem Fond die horizontal hingelagerte Figur des erschrockenen Kardinalsheiligen, links oben in der Ecke gut sichtbar: die Posaune des Jüngsten Gerichts.

Provenienz:
Sotheby’s, 19. März 1975, Lot 30, mit Abbildung, als Stomer.

Anmerkung:
Zwischen etwa 1620 und 1634 hielt sich Trophime Bigot in Rom auf, wo er in engem Kontakt mit der römischen Künstlergemeinschaft stand und sich intensiv mit dem Werk Caravaggios (1570/71 – 1610) und dessen Nachfolgern auseinandersetzte. Diese Jahre prägten entscheidend seinen Stil, der sich durch ein starkes Chiaroscuro und eine konzentrierte Lichtführung auszeichnet – ein Merkmal, das später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich lebte Bigot von 1638 bis 1642 in Aix-en-Provence. Dort erhielt er zahlreiche Aufträge für Kirchen und private Auftraggeber und schuf mehrere bedeutende Altargemälde, die eine ruhigere, klassizistischere Bildsprache erkennen lassen. Vor und nach dieser Periode ist seine Anwesenheit auch in Arles belegt, wo er vermutlich familiäre und berufliche Kontakte pflegte. Im Jahr 1644 ließ sich Bigot schließlich dauerhaft in Avignon nieder, wo er bis zu seinem Tod tätig blieb und als respektierter Maler religiöser Sujets galt. Die kunsthistorische Wiederentdeckung Bigots erfolgte erst im 20. Jahrhundert. 1960 stellte der britische Kunsthistoriker Benedict Nicolson eine Gruppe von etwa vierzig Gemälden zusammen, die er einem bislang unbekannten Maler zuordnete, den er aufgrund der charakteristischen Lichtführung als „Meister des Kerzenlichts“ („Candlelight Master“) bezeichnete. In einem Artikel von 1964 identifizierte Nicolson diesen anonymen Künstler schließlich als Trophime Bigot. Zuvor hatte es unterschiedliche Zuschreibungen gegeben – unter anderem an Gerrit van Honthorst, Matthias Stom oder Georges de La Tour, die alle in ähnlicher Manier mit Kerzenlicht arbeiteten. Nicolsons Forschung stützte sich auf stilistische Vergleiche, Archivfunde und Signaturen, und seine Zuschreibung an Bigot setzte sich in der Folge weitgehend in der kunsthistorischen Forschung durch. Heute gilt Trophime Bigot als einer der bedeutenden französischen Vertreter des Caravaggismus, dessen Werk zwischen religiöser Innerlichkeit und theatralischer Lichtinszenierung vermittelt.

Literatur:
Benedict Nicolson ,The Candlelight Master, a follower Honthorst in Rome. in: Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek 1960, S. 121–164.
Benedict Nicolson, Un caravagiste aixois, le maitre à la chandelle, in: Art de France IV, 1964, S. 116 – 139.
Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Turin 1990, Nr. 857 mit Provenienzhinweis.
(1450767) (13)



Trophime Bigot,
1579 Arles – 1650 Avignon, attributed

SAINT JEROME HEARING THE TRUMPET OF THE LAST JUDGEMENT

Oil on canvas.
121 x 213 cm.

Provenance:
Sotheby’s, 19 March 1975, lot 30, incl. illustration, as Stomer.

Literature:
Benedict Nicolson, The Candlelight Master. A follower of Honthorst in Rome, in: Netherlands Kunsthistorisch Jaarboek 1960, p. 121–164.
Benedict Nicolson, Un caravagiste aixois. Le maître à la chandelle, in: Art de France IV, 1964 pp. 116–139.
Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Turin 1990, no. 857 with reference to provenance.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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