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Thursday, 3 December 2020

Old Master Paintings

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Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.
Detailabbildung: Sebastian Vrancx, 1573 Antwerpen – 1647, zug.

316
Sebastian Vrancx,
1573 Antwerpen – 1647, zug.

DAS GROSSE VOLKSFESTÖl auf Holz. Parkettiert.
51,6 x 75 cm.
Rechts unten, über dem Rücken des Hundes Reste eines Monogramms (?).
Ungerahmt.

Catalogue price€ 350.000 - 380.000 Catalogue price € 350.000 - 380.000  $ 392,000 - 425,600
£ 315,000 - 342,000
元 2,786,000 - 3,024,800
₽ 31,241,000 - 33,918,800

 

Das stark betonte Querformat bietet Raum für die Darstellung eines weiten Angers, seitlich gesäumt von strohgedeckten Häusern, Giebelgebäuden und einer rechts aus der Häuserflucht leicht zurückstehen den Kirche, deren Turm über einem davorstehenden Treppengiebelbau hochragt. Weiter hinten eine höher stehende Windmühle. Im hinteren Zentrum des weiten Platzes ein doppelstämmiger Baum mit hoher Laubkrone, im fernen Fluchtpunkt der gotische Kirchturm einer nahen Stadt. Die Fülle der erzählerischen Details machen das Bild zu einer lebendigen Dokumentation der sozialen wie brauchtümlichen Verhältnisse der Barockzeit. Zwischen Tanz und Galanterie, Religiosität und erotischer Lust hat der Maler das gesamte damalige Leben anschaulich als Spiegel der Gesellschaft wiedergegeben. Zudem sind die Einzelheiten nicht nur höchst originell, sondern auch in hoher Qualität gemalt, was dem Werk des genannten Malers entspricht. Der gesamte Platzraum gefüllt mit ländlicher Bevölkerung, unter die sich auch noble Herrschaften gemischt haben, um am Fest teilzunehmen. So sind diese im Vordergrund gezeigt; ein höfischer Herr wendet sich in Verbeugung den drei Damen zu, die in der linken unteren Bildseite stehen, wobei sich eine junge Dame hinter einer Davorstehenden versteckt. Dem Herrn folgen zwei Knaben in Pluderhosen, die den Schimmel führen. Interessiert bewundert der kleinere Edelknabe einen Bauernjungen, der vor ihm mit einem Kopfstand imponiert. Links ein höfisches Knäblein in langem rotem Kleid und einem Steckenpferd, wie er zwei Hunde beobachtet. Vor dem Bauernhaus eine fröhliche Tischgesellschaft. Im hinteren Mittelgrund sind Verkaufsbuden zu entdecken, sowie dahinter eine Kirchenprozession mit Bischofsfigur auf Tragestangen. Unter der Vielzahl der Personen finden sich tanzende Paare wie auch ein Ringeltanz in der rechten Bildmitte. Wie in der niederländischen Genremalerei so häufig, finden sich auch hier äußerst delikate Szenen. Das vergitterte Fenster im Haus am rechten Bildrand weist darauf hin, dass es sich hier um ein Dorfbordell handelt. Vor dem Fenster ein junger Mann, der das lustbare Treiben im Inneren des Bordells beobachtet, während er von einer Frau aus dem oberen Fenster mit einem Guss aus einem Wasserkrug dafür belohnt wird. Über dem Eingang des Hauses ein gerade noch lesbares Schriftband mit den Worten „Det Huys is goet“ (dieses Haus ist gut) und einigen verwischten Zahlen. Links daneben richtet ein weiterer Jüngling seinen Hosenladen, möglicherweise in Erwartung das Lusthaus zu besuchen, und blickt auf einen dunkel Gekleideten, der die Hauswand einnässt.

Das Gemälde hatte in der Folge der Provenienz unterschiedliche Künstlerzuweisungen; und zwar sowohl an Joost Cornelisz Droochsloot (1586-1666), als jüngst an Sebanstian Vrancx. Der Künstlerbiograph Karel van Mander nennt Vrancx als einen Schüler des Adam van Noort (1562-1641). Um 1600 wurde er Meister der Lukasgilde in Antwerpen, 1611 Mitdekan. Er wurde nicht allein aufgrund seiner Militärgenre-Bildern, sondern in besonderer Weise auch für seine stets vielfigürlichen Genreszenen berühmt. Darüberhinaus arbeitete er mit Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625) zusammen, für den er häufig die figürlichen Staffagen schuf. A.R. (†)

Provenienz:
Edwin Bechstein, Berlin/ Karl Bechstein, Berlin.
Antiquitätenhaus Wertheim, 11. Dezember 1930, Lot 14, Kat. S. 12, Tafel XVIII (als Droochsloot).
Kurt Rohde, Berlin (als Droochsloot).
Gutachten von Max J. Friedländer, Berlin, 23. August 1931 (dort aufgrund der Bezeichnung über der Türe als Pieter Huys angenommen).
Elisabeth Rohde, Berlin.
Villa Grisebach, Die Sammlung Rohde-Hinze 1, Alte Meister, 3. Juli 2015, Lot. 245.

Literatur:
Hermann Arthur Lier, Vrancx, Sebastian, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 372 f.
Ulrich Thieme (Hg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1940, XXXIV, S. 567 f.
Helge Siefert, Zum Ruhme des Helden. Historien- und Genremalerei des 17. und 18. Jahrhunderts, München 1993.
Giancarlo Sestieri, Battle Painters. Italian and Foreign Masters of the XVII and XVIII centuries, Rom 1999. (1251671) (11)


Sebastian Vrancx,
1573 Antwerp – 1647, Attributed
LARGE VILLAGE FAIR Oil on panel. Parquetted.
51.6 x 75 cm.
Remains of a monogram (?) lower right, on the back of the dog.
Unframed. (†)

Provenance:
Edwin Bechstein, Berlin/ Karl Bechstein, Berlin.
Antiquitätenhaus Wertheim, 11 December 1930, lot 14, cat. p. 12, plate XVIII (as Droochsloot).
Kurt Rohde, Berlin (as Droochsloot).
Expert‘s report by Max J. Friedländer, Berlin, 23 August 1931 (due to the designation above the door presumed to be Pieter Huys).
Elisabeth Rohde, Berlin.
Villa Grisebach, the collection of Rohde-Hinze 1, Old Masters, 3 July 2015, lot 245.

Literature:
H. A. Lier, Vrancx, Sebastian, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Vol. 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, p. 372 f.
U. Thieme (ed.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1940, XXXIV, p. 567 f.
H. Siefert, Zum Ruhme des Helden. Historien- und Genremalerei des 17. und 18. Jahrhunderts, Munich 1993.
G. Sestieri, Battle Painters. Italian and Foreign Masters of the XVII and XVIII centuries, Rome 1999.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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