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Old Master Paintings - Part I
Thursday, 9 December 2021

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Richard Brakenburgh, 1650 Harlem – 1702 ebenda

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Richard Brakenburgh,
1650 Harlem – 1702 ebenda

ABSCHIED DES FELDHERRN URIJA VON BATSEBA Öl auf Leinwand.
76,5 x 87 cm.
Unten mittig signiert.
Ungerahmt.

Catalogue price€ 6.000 - 8.000 Catalogue price € 6.000 - 8.000  $ 7,200 - 9,600
£ 5,400 - 7,200
元 45,360 - 60,480
₽ 511,020 - 681,360

 

Das Thema schildert eine Episode des Alten Testaments aus dem Buch Samuel (2 Sam 11). Danach belauscht König David die schöne Batseba im Bade und verliebte sich in sie. Jedoch war sie die Ehefrau seines hethitischen Feldherrn Urija, der in einem Kampf im Norden eingesetzt war. David ließ ihn anlässlich einer Kampfpause zu sich holen. Urija kam zurück, weigerte sich jedoch in weiser Ahnung, im Haus seiner Gattin zu nächtigen. Bei erneut befohlenem Einsatz ins Kampfgeschehen veranlasste David, Urija an die vorderste Front zu versetzen, wo er auch getötet wurde. Diese unmoralische Handlung König Davids wurde vom Propheten Nathan kundgetan und verurteilt. Das Kind aus dieser Beziehung starb jedoch nach sieben Tagen. Der zweite Sohn Davids von Batseba war Salomon, der auf den Thron folgen sollte.
Richard Brakenburgh, Maler des „Goldenen Zeitalters“ der Holländischen Malerei, hat die in der Bibel weit nüchterner geschilderte Geschichte hier in ein barock-theatralisches Festensemble verlegt. Eine weite hohe Halle, dicht gefüllt von einer Menschenmenge, zeigt eine von Säulen getragene Empore im Hintergrund. Dort oben thront König David unter einem Herrschaftsschirm. Links im Bildmittelgrund ist Urija zu sehen, umgeben von Soldaten. Fassungslos blickt er zu David hinauf, während seine Gattin Batseba rot gekleidet, rechts im Bild hingelagert zu sehen ist, umgeben von verzweifelten Frauen sowie von erstaunten Alten. In einer Abschiedsgeste weist sie in Richtung ihres Gatten, jedoch eine Weintazza in der Hand, als Anspielung auf ihr Verhalten. Der Oberkörper leicht entblößt soll an die biblisch vorangegangene Badeszene, gleichzeitig an die verführerische Schönheit Batsebas erinnern.
In nahezu sämtlichen Werken Brakenburghs finden sich vergleichsweise große Figurenansammlungen. So auch in seinen Bildern „Geburtstagsfest“ von 1682 oder „Le lever de la mariée“ von 1690. Der barocken theaterhaften Bildauffassung entsprechend sind auch in das vorliegende Gemälde Stilllebenmotive mit Gegenständen wie Gambe, Laute, Notenheft und Prunkgefäße im Vordergrund eingebracht. Als Schüler des Adriaen van Ostade (1610-1685), wohl auch von Bernard Schendel (1649-1709), hatte der Maler alsbald großen Erfolg. Im Museum Brüssel findet sich sein „Kinderfest“, signiert und datiert 1698. In diesen Zeitraum dürfte wohl auch das vorliegende Gemälde einzuordnen sein. A. R. (1290769) (1) (11)

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