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Thursday, 25 March 2021

Sculpture

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Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.
Detailabbildung: Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.
Detailabbildung: Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.
Detailabbildung: Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.
Detailabbildung: Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.
Detailabbildung: Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.
Pietro Tacca, 1577 - 1640, zug.

340
Pietro Tacca,
1577 - 1640, zug.

HEILIGER SEBASTIANHöhe: 48 cm.
Italien, 17. Jahrhundert.

Catalogue price€ 30.000 - 50.000 Catalogue price € 30.000 - 50.000  $ 36,000 - 60,000
£ 27,000 - 45,000
元 231,300 - 385,500
₽ 2,708,700 - 4,514,500

 

Silber, gegossen, ziseliert. In sich gesunkener Körper des nur durch ein verrutschtes Lendentuch bekleideten Heiligen Sebastian (+ 288), dessen rechter Arm emporgestreckt ist. Die Motivation der Erhöhung des Armes liegt in der Befestigung an einem Ast eines Baumes, den man sich hier hinzudenken muss, sodass eher von einem Herabhängen des Körpers, denn vom Emporstrecken eines Armes gesprochen werden muss. Die Einschusslöchlein, aufgeplatzte Wunden, deren Form bei der hier angebotenen Plastik an Blüten erinnern, entbehren der Pfeile, die vor allem bei Holzskulpturen überkommen sind, und zeigen rinnende Bluttropfen, deren mutmaßliche Gerinnung das zeitliche Voranschreiten des Sterbenden unterstreicht. Die Komposition ist ein Derivat aus der bekannten Laokoongruppe (siehe Vergleichsabbildung), aus der Tacca die Haltung des linken Sohnes, abgesehen von dem rechten Arm, übernahm. Ein ähnliches Motiv findet sich auch bei Taccas Monument auf Ferdinand I de Medici in Livorno. Es ist herauszustellen, dass das angebotene Objekt eines von nur sehr wenigen überlieferten Ausführungen in Silber sind. (†)

Vergleiche:
Als Vergleich aus der gleichen Zeit kann etwa Der Heilige Sebastian von Orazio Gentileschi von ca. 1625 gedient haben, dessen Herabhängen, freilich ins Zweidimensionale ebenso gezeigt wird, sind auch die hinter dem Rücken verschränkte rechte Hand, die ein nach vorne Beugen des Körpers kausal verhindert, und das zur Seite geneigte Haupt.

Vergleiche: Ein ähnlicher Christus- jedoch in vergoldeter Bronze und mit Baumstamm, wird im Metropolitan Museum of Art in New York unter der Inventarnummer 27.224.2 verwahrt. Die Ausführung des Körpers ist aus der Werkstatt des Tacca mehrfach dokumentiert, eine hypothetische Zuweisung an Giovanni Giuliani, Georg Petel, Francois Duquesnoy und Gianfrancesco Susini wurde verworfen und eine Zuschreibung an Pietro Tacca, Giambolognas Assisstent und Nachfolger als Hofskulpteur der Medici gefestigt. So wurde eine Ausführung in Silber bei Christie‘s New York im Juni 2010 verauktioniert. Weitere Exemplare in unterschiedlichen Ausführungen finden sich etwa im Rijksmuseum Amsterdam (BK-1961-59) sowie anderen öffentlichen und privaten Sammlungen.

Vergleichsliteratur:
From Vulcan‘s forge : bronzes from the Rijksmuseum, Amsterdam 1450-1800, Robert van Langh, Frits Scholten, Monique Verber, Dirk Visser, Kat. Nr. 22.
Die Bronzen der fürstlichen Sammlung Liechtenstein: eine Ausstellung des Liebieghauses, Museum alter Plastik in der Schirn Kunsthalle Frankfurt, Herbert Beck, Peter C. Bol, S. 158.
Beeldhouwkunst in het Rijksmuseum, Jaap Leeuwenberg, Kat. Nr. 701
Europäische Bronzestatuetten, 15.-18. Jahrhundert, Hans Robert Weihrauch, S. 234, Abb. 282.
Meisterwerke der Plastik aus Privatsammlungen im Bodenseegebiet, Ursula Krinzinger-Humpeler, Oscar Sandner, Kat. Nr. 57a.
U. Middeldorf, ‚Ein Frühwerk von Georg Petel‘, Münchener Jahrbuch der Bildenden Kunst 29, 1978, S. 49-64. (1261822) (13)


Pietro Tacca,
1577 - 1640, attributed
Saint SebastianHeight: 48 cm.
Italy, 17th century. (†)

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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