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Sculpture
Thursday, 9 December 2021

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Museale, bedeutende antike Marmorfigur des 1./ 2. Jahrhunderts

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Museale, bedeutende antike Marmorfigur des 1./ 2. Jahrhunderts

Höhe: 126 cm.
Breite: 44 cm.
Tiefe: 26 cm.
Römisch, 1./ 2. Jahrhundert n. Chr.

Catalogue price€ 60.000 - 80.000 Catalogue price € 60.000 - 80.000  $ 72,000 - 96,000
ÂŁ 54,000 - 72,000
元 453,600 - 604,800
₽ 5,110,200 - 6,813,600

 

Die Standfigur einer römischen Dame ist in Dreiviertel-Lebensgröße in leicht ockerfarbigem Marmor gemeißelt. Sie steht im Kontrapost auf einem an der Vorderseite seitlich später abgeschrägten Sockel. Das bodenlange Überkleid in Art eines Peplos liegt über dem enganliegenden Chiton. In langgezogenem kühnem Schwung ziehen die Kleiderfalten von der linken Schulter über das rechte Knie herab, und bilden von der rechten Hüfte abwärts gleichmäßig nacheinander folgende Schüsselfalten. Besonders kunstvoll die Tuchschlinge im Bereich der Hüfte unterhalb des kordelartig gedrehten Gürtels. Die Hand des herabhängenden rechten Armes greift in zwei große Falten, am Zeigefinger ein Siegelring. Am Sockel treten unter den parallel herabziehenden Kleiderfalten die beiden Fußspitzen mit Sandalen hervor. Über dem linken abgewinkelten Arm verlaufen parallel gelegte Mantelfalten, der Unterarm hier erhalten, die Hand fehlt. Dies macht die ikonographische Bestimmung schwer, ob es sich um eine antike Priesterin handelt, die hier eine Patera als Opferschale gehalten haben könnte, wie dies für Vesta-Darstellungen üblich wäre, oder – weit eher wahrscheinlich – eine Dame aus der hochstehenden Schicht der römischen Gesellschaft. Die Körperhaltung zeigt insgesamt noble Eleganz: die Hüfte nur leicht nach links bewegt, der Oberköper im Gegensinn gehalten, der Kopf in seitlicher Wendung, mit offenem Blick in die Ferne. Der Kopf mit ausgesprochen schönem Gesicht trägt eine Stephane über dem mittelgescheitelten, vollen, leicht lockigen Haar, das vom weit hinten anliegenden Kopfschleier bedeckt wird.
Es besteht kein Zweifel darüber, dass Kopf und Figur – in identischem Marmor – zusammengehören. Das verlorene Hals-Zwischenstück und die Kopfrückseite wurden ergänzt, ebenso die Kinnspitze. Die Ansätze des ehemaligen Bruches sind auch an der Rückseite zu sehen. Die Falten des Kopfschleiers wurden denen des Rückens angeglichen. Wie bei Statuen der Antike üblich, weist auch diese Figur einen in der christlichen Spätantike vorgenommenen Abbruch der Nasenspitze auf, was in der frühchristlichen Zeit eine Entsakralisierung antiker menschlicher Bilddarstellungen bedeutet hat. Der Rücken lässt flachere Faltenlegungen erkennen, zwei Bohrlöcher weisen darauf hin, dass die Figur ehemals nahe einer Rückwand aufgestellt war, sie dienten der ehemaligen Verankerung zu Wandsicherung.
Trotz dieser in Bezug auf den historischen Wert der römischen Plastik kaum erheblichen Ergänzung haben wir es mit einem außerordentlich seltenen Werk der Antike zu tun, das zudem hohe ästhetische Ausdruckskraft ausweist. A.R. (†) (12901430) (11)


Important ancient roman marble figure of the 1st/ 2nd century of museum-quality

Height: 126 cm.
Width: 44 cm.
Depth: 26 cm.
Roman, 1st/ 2nd century AD.

The head features an extremely beautiful face, wearing a Stephane. The full, slightly curly hair is parted at the centre and covered by a veil, which is attached at the far back of the head.
There is no doubt that head and figure – in identical marble – belong together. The lost neck spacer and the back of the head have been added, as has the tip of the chin.
Signs of a former fracture are visible on the back. The folds of the head veil have been aligned with those on the back. As is typical of statues from antiquity, this figure’s nose tip was also broken off in Christian late antiquity, which in early Christian times symbolized a desacralization of human images. The back shows flatter folds. Two drill holes indicate that the figure was formerly fixed against a wall. (†)

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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