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Old Master Paintings - Part I
Thursday, 9 December 2021

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Meister der weiblichen Halbfiguren, in den Niederlanden tÀtig zwischen 1525 und 1550

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Meister der weiblichen Halbfiguren, in den Niederlanden tÀtig zwischen 1525 und 1550

JUNGE FRAU BEIM SCHREIBEN AM TISCH MIT PRUNKPOKAL Öl auf Holz. Parkettiert.
53 x 43 cm.

Catalogue price€ 120.000 - 150.000 Catalogue price € 120.000 - 150.000  $ 144,000 - 180,000
ÂŁ 108,000 - 135,000
元 907,200 - 1,134,000
₽ 10,220,400 - 12,775,500

 

Expertise von Prof. Dr. Paul Vandenbroeck, Univ. Leuven, mit Literaturverweisen und Einordnung des GemÀldes in den Zeitraum 1535-1540.

Bekanntlich konnte der eigentliche Name des KĂŒnstlers bis heute noch nicht ermittelt werden. Aufgrund von Bild- und Stilvergleichen prĂ€gte Max J. FriedlĂ€nder (1867-1958) den Notnamen „Meister der weiblichen Halbfiguren“. Der Malstil lĂ€sst annehmen, dass der Maler ĂŒberwiegend in den sĂŒdlichen Niederlanden, möglicherweise auch in Antwerpen gearbeitet hat. Seine stets unsignierten Bilder zeigen die meist jungen MĂ€dchen elegant gekleidet, vor allem aber mit ausgesprochen anmutigen Gesichtern. Stets werden sie bei einer BetĂ€tigung gezeigt, ob beim Musizieren, wie das berĂŒhmte GemĂ€lde in Schloss Rohrau aus der Graf HarrachÂŽschen Sammlung zeigt, oder die „Lauternspielerin“ in der Galleria Sabauda in Mailand. Einige Darstellungen, wie in dem vorliegenden Bild, zeigen die Halbfigur beim Schreiben. Nicht selten hat der Meister ein PrunkgefĂ€ĂŸ ins Bild gesetzt, was dazu gefĂŒhrt hat, bei etlichen dieser Motive die Dargestellte als Heilige Magdalena zu deuten. Gemeint wĂ€re hier also die „weltliche“ Heilige vor ihrer religiösen Sendung. Dies gilt jedoch vor allem bei Darstellung eines SalbgefĂ€ĂŸes. Es sei dahingestellt, ob dies auch in unserem Falle zutrifft.
In dem hier prĂ€sentierten GemĂ€lde trĂ€gt die junge Dame ein rotes, mit goldenem GĂŒrtel eng geschnĂŒrtes Miederkleid, eine feine Halskette mit AnhĂ€nger sowie eine mit Steinen besetzte Kette am Rand der Haube. Auch ihre gerafften Ärmel sind mit Goldreifen geschmĂŒckt. Ihre Schreibhand hĂ€lt eine Feder, die Linke ein Radiermesser. Das könnte zur Interpretation fĂŒhren, dass sie als unentschlossen bei der Abfassung ihres Briefes gezeigt werden sollte. Ein dunkles Futteral auf der hellen Tischplatte und der dahinterstehende goldene Deckelpokal bereichern die Darstellung. Auffallend jedoch ist der Körperschatten auf der grĂŒnlich gemalten RĂŒckwand. In solchen Darstellungen sehen wir bereits den Wandel der Portraitkunst aus dem Mittelalter hin zur Renaissance. UnabhĂ€ngig von der Frage, ob es sich nun um die Darstellung einer Heiligen handelt, werden die Figuren bereits im Umfeld ihrer TĂ€tigkeiten erfasst, mit BeschĂ€ftigungen aus dem Alltagsleben.
Wenngleich der Meister fĂŒr die ihn benennenden halbfigurigen Frauendarstellungen bekannt wurde, so kennen wir auch religiöse Werke seiner Hand, wie etwa die „Kreuzabnahme mit Stiftern“ (MĂŒnster LWL-Museum), eine „Versuchung des Heiligen Antonius“ (Dublin, National Gallery) oder die „Landschaft mit der Ruhe auf der Flucht“ (Wien, Kunsthistorisches Museum). DarĂŒber hinaus befinden sich seine Werke in etlichen weiteren, bedeutenden öffentlichen Sammlungen und Museen. A.R.

Provenienz:
Ehem. Privatsammlung Wien.
Dorotheum 1986.

Literatur:
Max J. FriedlĂ€nder, Der Meister der weiblichen Halbfiguren, in: Meisterwerke der niederlĂ€ndischen Malerei des XV. und XVI. Jahrhunderts auf der Ausstellung zu BrĂŒgge 1902, MĂŒnchen 1903, S. 29-30, Abb. auf Tafel 78 und 79.
Ellen Konowitz, The Master of the Female Half-Lengths Group, Eclecticism and Novelty, in: Oud-Holland, Bd. 113, Nr. 1/2, 1999.
Gordon Campbell, Master of the Female Half-lengths, in: The Grove Encyclopedia of Northern Renaissance Art, Oxford 2009. (12903119) (11)


Master of the female half-lengths,
active in the Netherlands between 1525 and 1550
YOUNG WOMAN WRITING AT A DESK WITH MAGNIFICENT CUP Oil on panel. Parquetted.
53 x 43 cm.

An expert‘s report by Professor Dr Paul Vandenbroeck, Leuven University with bibliography and dating of the painting to 1535 - 1540 is enclosed.

As is well known, the actual name of the artist has not yet been identified. Based on image and style examples of comparison, Max Jacob FriedlĂ€nder (1867-1958) coined the notname „Master of Female Half-Lengths“. Although the master became known for the half-length depictions of women naming him, religious works by his hand are also known, such as “The Deposition from the Cross with Donors” (MĂŒnster LWL Museum), a “Temptation of Saint Anthony” (Dublin, National Gallery) or the “Landscape with the Rest on the Flight into Egypt” (Vienna, Kunsthist. Museum). In addition, his works are held at several other important public collections and museums.

Provenance:
Formerly private collection, Vienna.
Dorotheum 1986.

Literature:
Max J. FriedlĂ€nder, Der Meister der weiblichen Halbfiguren, in: Meisterwerke der niederlĂ€ndischen Malerei des XV. u XVI. Jahrhunderts auf der Ausstellung zu BrĂŒgge 1902. F. Bruckmann, Munich 1903, pp. 29-30, illustrated on plate 78 and 79.
Ellen Konowitz, The Master of the Female Half-Lengths Group, Eclecticism, and Novelty, in: Oud Holland, vol. 113, no. 1/2, 1999.
Gordon Campell, Master of the Female Halflength, in: The Grove Encyclopedia of Northern renaissance Art, Oxford 2009.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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