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Old Master Paintings – Part 1
Thursday, 26 March 2026

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Jusepe de Ribera, genannt „lo Spagnoletto“, 1588/91 Xàtiva/ Valencia – 1652 Neapel

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Jusepe de Ribera,
genannt „lo Spagnoletto“,
1588/91 Xàtiva/ Valencia – 1652 Neapel

BILDNIS DES PHILOSOPHEN THALES MIT PAPIERROTULUSÖl auf Leinwand. Doubliert.
113 x 84 cm.
In teilreliefiertem und kontrastreich gefasstem Rahmen.

Catalogue price € 100.000 - 150.000 Catalogue price € 100.000 - 150.000  $ 115,999 - 174,000
£ 86,000 - 129,000
元 799,000 - 1,198,500
₽ 9,357,000 - 14,035,499

 

Beigegeben eine Expertise von Riccardo Lattuada, Rom, 09. September 2024, in Kopie, der in dem hier angebotenen Gemälde eine eigenhändige Version Riberas erkennt.

Das in Variationen vom Künstler wiederholt gemalte Werk ist mehrfach bekannt. Dargestellt ist die Gestalt eines Philosophen in Dreiviertelfigur, die aus dem dunklen Hintergrund hervortritt, von links oben beleuchtet. Das Gesicht mit tief liegenden Augen und kurzem dunklem Bart ist dem Betrachter zugewandt, während er uns demonstrativ einen aufgerollten Papierrotulus zeigt, auf dem geometrische Zeichnungen mit Kreisen zu erkennen sind. Mit dem rechten Arm nach unten gerichtet hält der Dargestellte eine Sanduhr in der Hand. Aufgrund der Zeichnungen auf dem Rotulus mit Kreisdarstellungen, aber auch von Beschriftungen weiterer Versionen, ist die Identifizierung als Thales von Milet gesichert. Der Philosoph hat bekanntlich im 6. Jahrhundert v. Chr. den Satz formuliert „Alle Winkel in einem Halbkreis sind rechtwinklig“. Bildnisse des bedeutenden Philosophen kennen wir auch von anderen Malern, wie etwa „Thales“ von Luca Giordano (1634 – 1705) mit der nämlichen Zeichnung. Die Annahme es könne sich um den Skeptiker Sextus Empiricus des 2. Jahrhunderts n. Chr. handeln, stellt sich daher nicht mehr.

Vergleichbare Versionen befinden sich in London in der Sammlung Wemys, in der National Gallery of Scottland in Edinburgh und weitere autografe Repliken in einer Pariser Sammlung aus der Privatsammlung des Marquis de Remy. In einer Privatsammlung in Kopenhagen befindet sich ebenfalls ein Gemälde gleicher Art, welches jedoch nur den Kopf des Dargestellten zeigt. Vergleiche auch das Werkverzeichnis von Spinosa von 2003 mit einem vergleichbaren Gemälde auf S. 296 f. (A89), welches am oberen Rand „Thales Milesio“ beschriftet ist.

Bevor Ribera nach Neapel ging, studierte er bei Francisco Ribalta (1565 – 1628) in Valencia. In Rom setzte er sich mit den Werken von Raphael (1483 – 1520) und Agostino (1557 – 1602) und Annibale Carracci (1560 – 1609) auseinander, in Parma und Modena mit denen von Antonio Allegri Correggio (um 1489 – 1534). Später stand er stark unter dem Einfluss von Michelangelo Merisi il Caravaggio (1570/71 – 1610). Die Qualität seiner Bilder erhob ihn zum Hofmaler des Herzogs von Osuna sowie des Königs von Neapel. Im Jahr 1644 wurde er durch den Papst zum Ritter des Christusordens geschlagen. 1630 war er bereits Mitglied der Accademia di San Luca in Rom. Neben Caravaggio ist er der bedeutendste Naturalist der neapolitanischen Malerei mit Betonung des Chiaroscuro. Ein Hauptmerkmal seines Wirkens ist die bewusste Wahl der Darstellung von meist alten, asketisch knochig-schlanken Gestalten wie Einsiedlern oder Philosophen.

Literatur:
Vgl. August Liebmann Mayer, Jusepe de Ribera (Lo Spagnoletto), Leipzig 1908.
Vgl. Sergio Ortolani, La Mostra della pittura Napoletana dei secoli XVII – XVIII – XIX, Neapel 1938, Abb. 71.
Vgl. Felice Parlato, La collezione del Conte Giuseppe Matarazzo di Licosa, Neapel 1950, S. 64–75.
Vgl. Nicola Spinosa, Ribera. L‘Opera completa, Neapel 2003.
Vgl. Gianni Papi, Ribera a Roma, Soncino 2007.
Vgl. Nicola Spinosa, Ribera. La obra completa, Fundación Apoyo Arte Hispánico, Madrid 2009. (1471211) (3) (13)



Jusepe de Ribera,
also known as “lo Spagnoletto”,
1588/91 Xàtiva/Valencia – 1652 Naples

PORTRAIT OF THE PHILOSOPHER THALES WITH PAPER ROTULUS

Oil on canvas. Relined.
113 x 84 cm.

Accompanied by an expert’s report by Riccardo Lattuada, Rome, 9 September 2024, in copy who recognises the painting offered here as an autograph version by Ribera.

The work, which the artist painted repeatedly in variations, is known from several sources. Based on the drawings on the rotulus with circular depictions, as well as the inscriptions on other versions, its identification as Thales of Miletus is certain. Comparable versions are held at the Vemys Collection in London, the National Gallery of Scotland, Edinburgh, and further autograph replicas are in a Parisian collection of Marquis de Rémy. A painting of the same type, however, showing only the head of the sitter, is also held in a private collection in Copenhagen. Compare also the 2003 catalogue raisonné by Spinosa with a comparable painting on pages 296–297 (A89), which is inscribed “Thales Milesio” at the top.

Literature:
cf. August Liebmann Mayer, Jusepe de Ribera (Lo Spagnoletto), Leipzig 1908.
cf. Sergio Ortolani, La Mostra della pittura Napoletana dei secoli XVII – XVIII – XIX, Naples 1938, ill. 71.
cf. Felice Parlato, La collezione del Conte Giuseppe Matarazzo di Licosa, Naples 1950, pp. 64–75.
cf. Nicola Spinosa, Ribera. L’Opera completa, Naples 2003.
cf. Gianni Papi, Ribera a Roma, Soncino 2007.
cf. Nicola Spinosa, Ribera. La obra completa, Fundación Apoyo Arte Hispánico, Madrid 2009.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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