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Old Master Paintings – Part II
Thursday, 4 December 2025

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Johann Heiss, 1640 Memmingen – 1704 Augsburg

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Johann Heiss,
1640 Memmingen – 1704 Augsburg

KÖNIG SALOMON OPFERT FREMDEN GÖTTERNÖl auf Leinwand.
70 x 96 cm.
Links unten signiert „Heiß“ und datiert „1661“(?).

Catalogue price € 10.000 - 15.000 Catalogue price € 10.000 - 15.000  $ 11,700 - 17,550
£ 8,700 - 13,050
元 82,300 - 123,450
₽ 897,700 - 1,346,550

 

Die mehrfigurige Darstellung folgt den Texten aus dem 1. Buch der Könige (1 Kön 11). Danach wurde Salomon dem einzigen Gott Israels untreu und opferte auch Göttern der Nachbarvölker, von denen er Frauen geehelicht hatte. Heiss hat den König im Prunkgewand im Bildzentrum ins Licht gesetzt. Links daneben ist der Aufbau eines Altars zu sehen, bekrönt von der Figur eines Kalbes, davor ein hölzerner Feuerkasten. In seiner Rechten hält Salomon ein Weihrauchgefäß, während er sich mit einer Handgeste einem Mann zuwendet, der ihn offenbar von seinem Tun abzuhalten sucht. Die Schlichtheit dieses Altars mit der Holzkiste ist als bewusster Gegensatz zum edlen Opferdienst im Jerusalemer Tempel zu verstehen. Als Opfergegenstände sind links unten ein Lamm sowie Opferschalen aus Silber und Gold dargestellt. Die gesamte Szene wird von einer düsteren Wolkenstimmung beherrscht, welche die häretische Tat des Königs eindrucksvoll unterstreicht

Heiss widmete sich historischen Themen, die auch von Joachim von Sandrart in dessen „Teutscher Akademie“ gewürdigt wurden. Die Stadt Augsburg bot dem Maler eine breitere Auftragslage, wobei er den dortigen Lokalstil der sogenannten „Augsburger Schule“ wesentlich mitgeprägte. Das Gemälde ist in eine Schaffensphase zu datieren, in der seine Hauptwerke entstanden. Mehrere davon befinden sich in der Barockgalerie Schloss Ludwigsburg, im Stadtmuseum Memmingen, im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, im Zeppelin-Museum Friedrichshafen sowie in der Staatsgalerie Stuttgart. Außerhalb Deutschlands ist der Maler unter anderem im Musée du Louvre (Paris), der Eremitage (Sankt Petersburg) und im Kunsthistorischen Museum (Wien) vertreten.

Der Künstler verbrachte seine Lehrjahre in Memmingen. Es wird angenommen, dass er sich zu seiner malerischen Weiterentwicklung auch in Italien aufgehalten hat. Er war Schüler des Malers Johann Heinrich Schönfeld. In den Jahren 1663 und 1664 stand er in Stuttgart im Dienst des württembergischen Herzogs Eberhard III. Ab 1669/70 lebte er wieder in Memmingen und schuf in dieser Zeit eine Reihe von Historienbildern, die sein überregionales Renommee begründeten. 1677 siedelte er nach Augsburg über. Seine Bilderrätsel in allegorischen, mythologischen und religiösen Werken, die zu ihrem Verständnis entschlüsselt werden mussten, trafen den Geschmack einer gebildeten Kundschaft.

Literatur:
Vgl. Zeppelin Museum Friedrichshafen (Hrsg.), Johann Heiß. Schwäbischer Meister barocker Pracht, Ausstellungskatalog, Friedrichshafen 2002.
Vgl. Peter Königfeld, Der Maler Johann Heiss. Memmingen und Augsburg 1640 – 1704, Weißenhorn 2001.
Vgl. Günther Bayer, Memminger Maler zur Zeit des Barock. Lebensbilder und Werke, Lindenberg 2007.
A.R. (1460841) (11)



Johann Heiss,
1640 Memmingen – 1704 Augsburg

KING SOLOMON OFFERING SACRIFICES TO FOREIGN GODS

Oil on canvas.
70 x 96 cm.
Signed “Heiß” lower left and dated “1661”(?).

Literature:
cf. Wolfgang Meighörner (ed.), Johann Heiß. Schwäbischer Meister barocker Pracht, exhibition catalogue, Friedrichshafen 2002.
cf. Peter Königfeld, Der Maler Johann Heiss. Memmingen und Augsburg 1640 – 1704, Weißenhorn 2001.
cf. Günther Bayer, Memminger Maler zur Zeit des Barock. Lebensbilder und Werke, Lindenberg 2007.

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