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Gemälde Alte Meister
Donnerstag, 30. Juni 2022

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Jacopo Fabris, 1689 Venedig – 1761 Kopenhagen

350
Jacopo Fabris,
1689 Venedig – 1761 Kopenhagen

Gemäldepaar
BLICK VON DER PIAZZETTA AUF DIE KIRCHE SANTA MARIA DELLA SALUTE UND DIE DOGANA
sowie
BLICK AUF DEN CANALE GRANDE UND DEN PALAZZO LABIA

Öl auf Leinwand. Doubliert.
38,1 x 53,4 cm.

Katalogpreis€ 80.000 - 100.000 Katalogpreis € 80.000 - 100.000  $ 83,200 - 104,000
£ 72,000 - 90,000
元 559,200 - 699,000
₽ 4,344,000 - 5,430,000

 

Beigegeben Expertisen von Dario Succi, Gorizia (zu beiden Gemälden). Beide werden in den Gutachten jeweils in die Zeit um 1745 eingeordnet.

Die beiden, einheitlich gerahmt, zeigen einmal den bekannteren Blick von der am Kanalufer liegenden Markusplatz-Piazzetta hin zu den gegenüber liegenden Gebäuden der Dogana – links – sowie der im Bild dominierenden Kirche Sta. Maria della Salute, errichtet von Baldassare Longhena zwischen 1631 und 1687. Rechts im Vordergrund, gewissermaßen als Repoussoir, die verschattete Fassadenecke der Libreria, 1537 von Jacopo Sansovino errichtet; davor die St. Georgs-Säule.
Das Gegenstück zeigt eine wesentlich seltenere Vedute Venedigs. Wiedergegeben sind im Zentrum –jenseits des Kanalwassers – die Klostergebäude mit Campanile der Kirche Sta. Maria della Carità. Am linken Bildrand angeschnitten ein ebenfalls verschattetes Gebäude, was die Annahme erlaubt, dass es sich aufgrund dieser Komposition um ein zum erstgenannten Bild zugehöriges Gegenstück handeln mag. Als Stand–punkt des Betrachters ist hier das Gelände des Hofes der Steinmetze anzunehmen. Ein in der National Gallery London befindliches Gemälde („The Stonemasters Yard) von Canaletto um 1725 zeigt die Gebäude noch in einem früheren Bauzustand. Der Turm hat danach eine neue Spitze erhalten, wie im Bild hier zu sehen, vor dem Längsschiff ist in vorliegendem Bild bereits eine später hinzugefügte Barockfassade mit Giebel gezeigt.
Beide Gemälde zeichnen sich durch eine ausgesprochen feine Malweise aus, wodurch die Architektur–details präzise wiedergegeben werden. Beide Bilder werden durch reiche Figurenstaffage belebt; jeweils am Kanalufer anliegende Kähne und Gondeln, Kaufleute, Arbeiter und Figuren unterschiedlichen Standes bereichern die Darstellungen.

Was die Exaktheit der Vedutenwiedergabe betrifft, so ist zu bedenken, dass der Maler Jacopo Fabris nicht selten nach radierten Vorlagen gearbeitet hat. Ungeachtet dessen liefern uns diese Bilder hier jedoch wertvolle Dokumente früherer Bauzustände.
Der in Venedig gebürtige Maler stand offensichtlich mit dem berühmteren Canaletto in Kontakt. Nach dessen Werken – sowie solchen von Luca Carlevarijs, Antonio Visentini, Gaspare van Wittel oder Michele Marieschi – schuf er ebenfalls Veduten, überwiegend von Venedig, aber auch von Rom, allerdings mit bildinhaltlichen Abänderungen nach jeweiligen Veränderungen an den Bauten. England war damals ein großer Markt für seine Werke.
Fabris Laufbahn in mehrere Städte Europas. In den Jahren 1719 bis 21 war er Hofmaler am Hof des Karl Wilhelm von Baden-Durlach in Karlsruhe, wo er an der Theaterdekoration arbeitete, einem Genre, das er seit seiner Jugend sehr gut beherrschte. In den Jahren 1724 bis 1728 wirkte er für das Theater am Gänsemarkt in Hamburg unter Benedetto Ahlefeldt. 1741 finden wir ihn in Berlin, wo er für Friedrich II für das Opernhaus arbeitete. Erst 1746 zog er nach Kopenhagen, gerufen von Friedrich IV noch erschien 1759 sein Architekturtraktat für die Kunstakademie in Charlottenburg. A.R.

Maler der venezianischen Schule, der später in Dänemark gewirkt hat und dort etwa den Rosensaal des 1720 erbauten Schlosses Fredensborg mit großformatigen Gemälden ausgestattet hatte, die auch italienische Fantasieruinenlandschaften zeigen. (1320362) (11)



Jacopo Fabris,
1689 Venice – 1761 Copenhagen
A pair of paintings
VISTA FROM THE PIAZZETTA TO THE CHURCH OF SANTA MARIA DELLA SALUTE AND THE DOGANA and
VISTA ON CANALE GRANDE AND PALAZZO LABIAOil on canvas. Relined.
38.1 x 53.4 cm.

Accompanied by expert’s reports by Dario Succi, Gorizia, on both paintings, dating the works to ca 1745.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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