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Wednesday, 5 July 2017

16th - 18th century paintings

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Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393

Lot 400 / Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393

Details: Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393 Details: Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393 Details: Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393 Details: Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393

400
Italienischer Meister des 14. Jahrhunderts, möglicherweise Francesco di Antonio da Ancona, tätig um 1383 – 1393

NOLI ME TANGERE, 14. JahrhundertÖl, Tempera und Goldgrund auf Weichholz.
31 x 21 cm.
In vergoldetem Ädikularahmen des 19. Jahrhunderts.

Estimate: € 15.000 - 30.000

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Beigegeben Gutachten und Dokumentation von Dr. Serenella Castri und Dr. Mauro Minardi vom Oktober 2015 sowie naturwissenschaftlicher Untersuchungsbericht von Universitätsprofessor Dipl. Ing. Dr. Manfred Schreiner, Wien, Juli 2015.

Das museale frühe Andachtsbild zeigt gemäß des Johannesevangeliums (Kapitel 20, 17) die Szene, wonach die Heilige Maria Magdalena den aus dem Grab auferstandenen Jesus zunächst irrtümlich für den Gärtner hält, jedoch nach der Äußerung Jesu „Noli me tangere“ vor dem Auferstandenen auf die Knie fällt. Damit gilt in der theologischen Tradition Maria Magdalena als die erste Zeugin und Verkünderin der Auferstehung Jesu. Dies erklärt auch warum der Maler im vorliegenden Gemälde der knienden weiblichen Heiligen in rotem Mantel kompositorischen Vorrang gegeben hat, während die Jesusfigur hellgrau gekleidet mit Kreuzfahne am rechten Bildrand positioniert wird. Das Grau im Mantel Jesu setzt sich nahezu farbwirkungsgleich in dem Hügel und dem Felsgestein fort, vor dem die Szene dargestellt ist. Niedrige Pflanzenbüschel überziehen den grauen Grund nahezu ornamental. Links, seitlich und im oberen Zentrum erschaffen Baumkronen eine kompositorische Ausgewogenheit. Das Firmament im Goldgrund wiedergegeben, ebenso die Nimbusscheibe der Heiligen Maria Magdalena.
Die überwiegend von rechts nach links orientierte Komposition lässt vermuten, dass es sich wohl ehemals um den linken Flügel eines Triptychons gehandelt haben könnte. Typisch für die Entstehungszeit ist der mit Gipsleim getränkte feine Leinwanduntergrund als Basis des Malgrundes. 1982 fachgerecht rest., 2015 durch technische Untersuchungsverfahren als original Werk der Zeit dokumentiert. Es kann als museales Gemälde des ausgehenden 14. Jahrhunderts gewürdigt werden. Auch das Thema war in der Zeit höchst populär, insbesondere im Zusammenhang mit der theologisch neu gefestigten Auferstehung Christi. Dies erklärt auch, dass die Jesusfigur hier, im Gegensatz zu den Jahrhunderte später entstandenen Darstellungen, mit dem Kreuzstab der weißen Fahne mit rotem Kreuz als Symbol der Auferstehung dargestellt ist.
Betreffend der Künstlerzuweisung sei erwähnt, dass das Gemälde bereits früher der Schule des Giovanni di Paolo (1403-1482) zugewiesen worden war. Die beigegebene Gutachterdokumentation von Dr. Mauro Minardi führt jedoch zahlreiche Beispiele auf, in denen die Nähe oder gar Identifizierung mit Francesco di Antonio da Ancona weit deutlicher dargestellt wird. Der Handschrift des Malers entsprechen u. a. auch die sehr fein und zartgliedrig wiedergegebenen Hände mit leicht überlängten schlanken Finger sowie die sehr gratig und scharflinig wiedergegebenen Gesichtszüge, die ungeachtet dessen die weibliche Anmut der Maria Magdalena, wie auch den entsprechend männlichen Ausdruck der Jesusfigur erkennen lassen. Zahlreiche in der Dokumentation aufgeführte Vergleichsbeispiele können die Zuweisung erhärten, so wie etwa die „Thronende Madonna mit Heiligen“ von 1393 im Pushkin Museum Moskau. Auch weitere Vergleiche mit Werken von Andrea dei Bruni (tätig 1350 - um 1377) oder Olivucco di Ceccarello (1365-1439) zum Beispiel im Museum Delaware sowie Urbino, lassen die Autorschaft genauer eingrenzen. (11106916) (11)


14th century Italian School, possibly Francesco di Antonio da Ancona,
active ca. 1383 - 1393

NOLI ME TANGERE, 14th century

Oil, tempera and gold ground on softwood.
31 x 21 cm.
In gilt 19th century aedicule frame.

Accompanied by a report and documentation by Dr Serenella Castri and Dr Mauro Minardi, October 2015, and scientific analysis by the university professor Dr Manfred Schreiner, Vienna, July 2015.

This early devotional image of museum quality shows a scene described in the Gospel of Saint John (20:17). The composition of the scene is directed predominantly from the right to the left, which indicates that this panel painting might originally have been the left wing of a triptych. Fine canvas cloth soaked in gesso paste as the base of the image carrier is typical for the time of its creation. It was restored professionally in 1982, and a technical analysis carried out in 2015 confirms it as an original artwork of the late-14th century of museum quality. The topic was also very popular at the time, especially in connection with the theologically newly established resurrection of Christ. It should be mentioned in connection with the artist‘s attribution, that the painting had previously been attributed to the School of Giovanni di Paolo (1403 - 1482).
The enclosed expert‘s report by Dr Mauro Minardi, however, lists numerous examples clearly illustrating the closeness or even identification with Francesco di Antonio da Ancona. The report lists a range of examples for comparison that strengthen this attribution such as Madonna and Child enthroned with Saints from 1393, held at the Pushkin State Museum of Fine Arts, Moscow. It also lists further examples for comparisons with works by Andrea dei Bruni (active 1350 - ca. 1377) or Olivuccio di Ciccarello, for example at the Museum Delaware and Urbino that allow narrowing down the painting‘s authorship.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.