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Department

Thursday, 5 December 2019

Sculpture & Antiquities

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Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre
Detailabbildung: Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre

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Große Bronzefigur eines Renaissance „Pagen“ ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien, Palais du Comte de Flandre

Bronzeguss in zwei Teilen.
Höhe: 120 cm.
Sockel 62 x 40 x 30 cm.
Laut beiliegendem Gutachten von C. Cibot Ende 15., Anfang 16. Jahrhundert.

Catalogue price€ 80.000 - 90.000 Catalogue price € 80.000 - 90.000  $ 88,800 - 99,900
£ 67,200 - 75,600
元 624,800 - 702,900
₽ 5,655,200 - 6,362,100

 

Beigegeben zwei Beglaubigungsschreiben Palais de Bruxelles, vom 17. Fbr. 2016 und vom 25. Fbr. 2016, (Martime Vermeire, Adjoint Patrioine, Liste Civile de. S.M. le Roi). Sowie Fotokopie der Inventarliste PALAIS DE LA RUE DE LA REGENCE – Relevé du mobilier appartenant à S. M. le Roi Albert.
Ferner: C. Cibot, Expert Agréé à l‘U.F.E. – Membre de la F. N. E. P. S. A. ETUDE COMPARATIVE/ d‘un bronze du quinzième siècle/ représentant un jeune enfant vraisemblement un gage. Vergleichsstudie zu einer Bronze des 15. Jahrhunderts/ Darstellung eines Jünglings, wohl eines Pagen, S. 1-8, dabei: Etude complémentaire du page de Rizzo (2 S.).

Die Standfigur steht im Kontrapost, nur leicht in Unterlebensgröße, auf mitgegossener Rechteckplinthe. Die rechte Hand erscheint zunächst wie in einladender Geste nach vorne gehalten. Die Handfläche nach oben geöffnet, lässt allerdings vermuten, dass der Jüngling ehemals einen inzwischen verlorenen Gegenstand hielt, wodurch sich die Figur nicht mehr als Page deuten ließe, was auch weniger dem Sinn der Renaissance entspricht. So entstammt diese Benennung wohl einer Idee der Vorbesitzertradition des 19. Jahrhunderts. Der linke Arm ist abgewinkelt, die Hand in die Hüfte gestemmt, mit einer Daumenbewegung nach oben. Der Kopf in leichter Schräghaltung, mit seitlich herabziehendem, gewellten Haar. Der Gesichtsausdruck zeigt die Figur mit leicht geöffnetem Mund und aufmerksam wach geöffneten Augen, beinahe sprechend und verlebendigt. Die Renaissance-Kleidung in zeitgemäß gefaltetem und gegürtetem Wams mit leicht gebauschten Puffärmeln, die Beinbekleidung liegt hautnah eng an, ebenfalls ganz der italienischen Zeitmode des 15. und 16. Jahrhunderts entsprechend.

Die Haltung, das Alter und der jugendliche Stolz der Figur lässt sie als einen Hofknappen erkennen. Wie oben angedeutet, ist nicht auszuschließen, dass in der geöffneten Hand ehemals ein Gegenstand lag. Eine kleine Vertiefung in der Handfläche würde dies bestätigen. Die verlorene Kenntnis dieses Gegenstandes ließe die Figur jedenfalls in anderer, überzeugenderer Funktion als die eines Pagen sehen. Dies gerade angesichts der Wappen tragenden Knappen, wie sie uns in vergleichbarer Gestaltung überliefert sind.

In der beigelegten Gutachterdokumentation wird der Bildhauer Antonio Rizzo (ca. 1440 - um 1499) genannt. Seine Standfiguren in den Nischen des Dogenpalastes in Venedig zeigen fast sämtlich vergleichbare Standhaltung, wie etwa seine bekannte dortige Adamfigur. Eine weitere Plastik seiner Hand zeigt uns den nämlichen Bekleidungsstil, insbesondere an der Steinstatue eines Wappen haltenden Knappen im Louvre (Abb. 2).
Hier wäre zudem auch auf das Grabmal des päpstlichen Prokurators und venezianischen Dogen Niccoló Troncone hinzuweisen, das sich in der Frari-Kirche befindet, mit Nischenfiguren, unter anderem auch mit Wappen haltenden Jünglingen, das ebenfalls Antonio Rizzo zugeschrieben wird.
Auch Rizzos Nachfolger Pietro Lombardo (1435 - 1515) schuf für die Nischen im Grabmal des Pietro Mocenigo in San Zanipolo ähnliche Standiguren von Jünglingen, jeweils mit seitlich gehaltenem Schild (Abb. 3).
Allerdings zeigt unsere Standfigur in der Bekleidung doch einen markanten Unterschied, der stilistisch eine etwas spätere Modeauffassung erkennen lässt. Anstelle exakt plissierter Brustfalten, wie in der Louvre-Version, sehen wir hier eine weit bewegtere, lockere Faltenbildung. Auch die Achselpartien sind gebauschter gestaltet. Dies und die weit lebendigere gesamte Körperhaltung waren in der bereits weiter fortgeschrittenen Bildhauerkunst von Florenz schon vorbereitet.
Hier denke man nur etwa an die Statue des „David“ von Andrea di Michele di Verrocchio (1435 - 1488). Gerade hier zeigt sich im Vergleich mit unserer Figur eine ganz ähnliche Anordnung des Daumens der linken Hand, der am Körper in nahezu gleicher Weise nach oben gerichtet ist (Abb. S. 35 unten).
Zudem wären hier als Vorbilder die Bildwerke des Donato di Niccolò di Betto Bardi, gen. Donatello (um 186 - 1466) zu nennen, die sich im Bargello in Florenz befinden, wie etwa dessen „David“, um 1445.
Wohl aus diesem Grund hat die beiliegende „Etude Comparative“ von C. Cibot (s. Beilagen) die vorliegende Bronzefigur in das Ende des 15./ Anfang des 16. Jahrhunderts eingeordnet.
Wie die meisten dieser Jünglingsfiguren wurde auch diese „Pagenfigur“ in zwei Teilen gegossen. Der Saum der Oberkörperkleidung steht gegenüber der Partie der Beine etwas vor, sodass die Zusammensetzung vom Wamsüberfang überdeckt wird und nicht zu sehen ist.
Was von der Patina abgesehen die Oberflächenbehandlung betrifft, so sind hier feine Nacharbeitungen nach dem Guss zu erkennen: die in Punzierung nachgearbeitete Stoffstruktur der Beinkleider, die feine Ziselierung etwa am kurzen, krausen Halskragen, oder der Kleidbordüren. Ferner sind kleine gebogte Schleifchen an den Ärmeln nach dem Guss angearbeitet.

Der Bronzestatue beigegeben ist ein hochrechteckiger Marmorsockel mit vortretender profilierter Basis und vorkragender Abdeckplatte, in die Seiten grauer Marmor eingesetzt.
Am Arm zwei Inventarplomben an Draht.

Provenienz:
Die Statue mit Sockel wurde laut (beigegebenem) Schreiben des „Palais de Bruxelles“ vom 25. Fbr. 2016 in der 1920 erstellten Inventarliste der Sammlung des Palais de Comtes de Flandre, Rue de la Régence, aufgeführt unter der Listennr. 656 und 657.
Demgemäß ehemals im Besitz von König Albert I von Belgien. Dort mit zeitlicher Einordnung: „Un bronze italien du XVIII siècle Page – Hr. 1,20 sur socle rectangulaire en marbre jaunátre avec panneaux marbre gris – Hr. 0,62 - 0,40 x 0,30“. (1210571) (11)


Large bronze figure of a Renaissance “page”, formerly property of King Albert I of Belgium, Palace of the Court of Flanders

Bronze cast in two parts.
Height: 120 cm.
Base: 62 x 40 x 30 cm.
According to the enclosed report by C. Cibot the work dates to the end of the 15th/ early 16th century.

Accompanied by letters of authentication by the Palais de Bruxelles, dated 17 February 2016 and dated 25. February 2016, (Martime Vermeire, Adjoint Patrioine, Liste Civile de. S.M. le Roi). With enclosed copy of the inventory list “PALAIS DE LA RUE DE LA REGENCE – Relevé du mobilier appartenant à S. M. le Roi Albert”. Furthermore: C. Cibot, Expert Agréé à l’U.F.E. – Membre de la F. N. E. P. S. A.: “ETUDE COMPARATIVE/ d’un bronze du quinziéme siècle/ représentant un jeune enfant vraisemblement un gage”. [Comparative study of a 15th century bronze/ depiction of a young man, probably a page boy], pp. 1-8, thereby: “Etude complémentaire du page de Rizzo” (2 p.) The enclosed expert’s report mentions the sculptor Antonio Rizzo (ca. 1440 - ca. 1499).

His standing figures in the niches of the Doge Palace in Venice almost all show a similar stance, such as his famous figure of Adam. Another sculpture by the artist shows the same style of clothing, especially a stone sculpture of an esquire holding a coat of arms held at the Louvre. (ill. 2). Furthermore, the Tomb of the papal procurator and the Venetian doge Niccoló Troncone at the Frari Church also features niche sculptures attributed to Antonio Rizzo, such as young men holding coat of arms. Sculptures by Donato di Niccolò di Betto Bardi, also known as Donatello should be mentioned as paragons, for example his David, created ca. 1445 held at the National Museum of Bargello in Florence. For this reason, the enclosed “Etude Comparative” by C. Cibot (see appendix) dates the bronze figure on offer for sale here to the end of the 15th/ or early 16th century. Like most of these sculptures of young men, the page sculpture has also been cast in two parts in this instance. The bronze sculpture is accompanied by a tall rectangular marble base with protruding, profiled base and overhanging cover plate; with grey marble inlays along the sides. Two inventory seals on a wire attached to the arm.

Provenance:
According to an enclosed letter by the “Palais de Bruxelles”, dated 25 February 2016, the sculpture and base are listed in the inventory list created in 1920 for the collection of the Palace of the Court of Flanders, Rue de la Régence, with nos. 656 and 657. Therefore formerly property of King Albert I of Belgium. It is dated and described in French as follows there: “Un bronze italien du XVIII siècle ‘Page’ – Hr. 1.20 sur socle rectangulaire en marbre jaunátre avec panneaux marbre gris – Hr. 0.62 – 0.40 x 0.30.”

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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