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Sculpture & Works of Art
Thursday, 24 June 2021

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Girolamo Campagna, 1549 Verona – 1625 Venedig

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Girolamo Campagna,
1549 Verona – 1625 Venedig

SALZGEFÄSS IN FORM EINES MUSCHELSCHALENTRÄGERS 
Höhe: 23,5 cm.
Auf original ovaler Basis: 10,6 x 6,2 cm.

Catalogue price€ 60.000 - 80.000 Catalogue price € 60.000 - 80.000  $ 72,000 - 96,000
£ 54,000 - 72,000
元 462,600 - 616,800
₽ 5,417,400 - 7,223,200

 

Beigegeben eine Expertise mit ausführlicher Dokumentation von Rosario Coppel Areizaga, Juni 2001, mit entsprechenden Literaturangaben und Objektvergleichen.

Bronze, vergoldet. Die feuervergoldete Tafelaufsatz-Figur darf als museales, höchst bedeutendes Werk der italienischen Bildhauer- und Bronzekunst gewürdigt werden. Wie das weltberühmte Salzfass von Benvenuto Cellini (1500-1557), ist auch hier die Figur eines Mannes, der eine große Muschelschale schultert, als höfische Tischaufsatzfigur gedacht. In leicht gebückter Haltung ist er nach vorne schreitend gestaltet, die Knie etwas eingeknickt, wodurch die schwere Last zum Ausdruck kommt. Die muschelförmige Schale über seinem Genick hält er mit der rechten Hand, seine Linke ist auf die Hüfte gestützt. Der nackte, nur mit einem Lendentuch bekleidete Körper ist drahtig, aber muskulös, sein Gesicht weist auf ein vorgeschrittenes Alter, mit Stirnfalten unter haarlosem Schädel, bei seitlich längerem Haar. Als lebende Vorbilder dürfen wir uns die Arbeiter der Meersalzgewinnung vorstellen.

Über die Autorschaft der Plastik bestehen keinerlei Zweifel. Die handwerkliche Ausführung ist als exzellent anzusehen, Haar und Tuch fein nachziseliert bzw. punziert. Neben der hochrangigen Wiedergabe der Bewegung eines unter seiner Last schreitenden Alten verdient auch die Detailausführung besondere Beobachtung, etwa die in höchster Könnerschaft ausgebildeten Hände und Finger, bis hin zu den Nägeln der Zehen. Mit dieser italienischen Kleinplastik ist es dem Bildhauer gelungen, den herkömmlichen Typ des „Atlas“ zu einer völlig eigenständigen Darstellung eines Mannes bei niedrigstem Dienst umzuformen. Dies mag an Tischen des Hofes sicherlich erkannt worden sein.

Wie üblich, wurden vom Modell einige weitere Güsse gefertigt. So findet sich eine Replik im Capodimonte Museum, Neapel (Höhe: 21 cm ohne Basis, mit dunkler Patina). Eine weitere Figur eines knienden Jünglings mit gleicher Muschelschale ist als Werk Campagnas im Victoria and Albert Museum, London zu sehen, eine andere Version mit einem Delphin im Museo Correr in Venedig. Weitere Objekte, wie in Abwandlung der Figur als Leuchterträger (Museum Brescia), zeigen sich bereits als verfremdende Adaptionen. A. R.

Provenienz:
López de Aragón, Madrid.
Kunstmesse TEFAF, Maastricht 2002, Katalog mit Besprechung und Abb.

Literatur:
Hans Robert Weihrauch, Europäische Bronzestatuetten, 15.-18. Jahrhundert, Braunschweig 1967.
Giovanni Mariacher, Bronzetti del Rinascimento al Museo Correr, in: Bollettino dei Musei Civici Veneziani. XI, Nr. 1, 1966, S. 25, Abb. 31, 188.
Andrea Bacchi, Girolamo Campagna, in: Ausstellungskatalog: La bellissima maniera, Alessandro Vittoria e la scultura veneta del Cinquecento. Castello del Buonconsiglio. Trient 1999, S. 398 ff., Abb. 4. (12604511) (2) (11)


Girolamo Campagna,
1549 Verona – 1625 Venice
SALT POT IN THE SHAPE OF A CONCH BEARER
Height: 23.5 cm.
On original oval base: 10.6 x 6.2 cm.

Accompanied by an expert‘s report with detailed documentation by Rosario Coppel Areizaga, June 2001 with bibliographical references and object comparisons.

Gilt-bronze.

Provenance:
López de Aragón, Madrid.
Catalogue TEFAF - The European Fine Art Fair, Maastricht 2002, incl. text and illustration.

Literature:
H. R. Weihrauch, Europäische Bronzestatuetten, 15.-18. Jahrhundert, Braunschweig 1967.
G. Mariacher, Bronzetti del Rinascimento al Museo Correr, in: Bollettino dei Musei Civici Veneziani, vol. XI, no. 1, 1966, p. 25, ill. 31, 188.
A. Bacchi. Girolamo Campagna, in: La bellissima maniera, Alessandro Vittoria e la scultura veneta del Cinquecento, exhibition catalogue, Castello del Buonconsiglio, Trento 1999, p. 398f, ill. 4.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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