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Thursday, 6 December 2018

14th - 18th century paintings

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Giovanni Donato Montorfano, 1440 Mailand – 1510, zug.
Detailabbildung: Giovanni Donato Montorfano, 1440 Mailand – 1510, zug.

Lot 513 / Giovanni Donato Montorfano, 1440 Mailand – 1510, zug.

513
Giovanni Donato Montorfano,
1440 Mailand – 1510, zug.

ALTARTRYPTICHON: MARIA MIT DEM KIND ZWISCHEN
SANKT SEBASTIAN UND DEM HEILIGEN FABIANUS
Öl/ Tempera und Goldgrund auf kräftiger Holztafel.
Höhe der Tafeln: 126 cm.
Breite der Mitteltafel: 62 cm.
Breite der Seitenflügel: 43,5 bzw. 41 cm.
Gesamtbreite: ca. 148 cm.
Verso unbehandelt.

Catalogue price€ 150.000 - 200.000 Catalogue price € 150.000 - 200.000

 

Zuweisung durch den Verfasser der Monographie Prof. De Marchi.

Das in drei Tafeln gefertigte Altarwerk, nur einseitig bemalt und dekoriert, zeigt in allen drei Teilen eine, die einzelnen Gemälde einfassende, Rahmung in Form zweier schlanker tordierter vergoldeter Säulen, die je einen Segmentbogen tragen mit darüber kurz hochziehendem trapezförmigen Aufsatz, der mit gotischer Maßwerkmalerei dekoriert ist. Darüber jeweils ein bekrönender Wimperg mit seitlichen Phialen und Kriechblumen an den spitz zulaufenden Dächern, die Flächen hier ebenfalls bemalt. Dekoration insgesamt überwiegend vergoldet, in Fortsetzung des Goldgrundes der Gemälde selbst. Die Mitteltafel, etwas breiter, zeigt Maria leicht nach rechts sitzend auf einem Brokat- oder Lederkissen mit ornamentaler Prägung, auf einem Rasen in überwiegend dunklem Grün mit zartweißen Blüten. Der blaue Mantel der Maria ganzheitlich mit goldenen Punkten übersät, was als eine symbolische Andeutung auf den "Schutzmantel der Himmelskönigin" zu verstehen ist. Maria hält die Hände gefaltet, das Kind sitzt frei und aufrecht auf dem linken Knie der Mutter und hält den linken Zeigefinger an die Lippen. Während das Jesuskind den Blickkontakt zum Betrachter aufnimmt, ist der Blick der Maria auf das Kind gerichtet. Der Gewandsaum des Mantels mit breiter Borte dekoriert, deren Ornamentik antik kalligraphisch anmutet. Die Nimben von Maria und Kind vergoldet, in Pastiliotechnik leicht reliefartig erhaben. Maria mit einer Krone im rundziehenden Nimbus, darin die umlaufende lateinische Aufschrift "Virgo Maria – Mater Dei". Oberhalb des Rasenstücks sind die Figuren goldgrundig hinterfangen, wobei der glatte Goldgrund oben in einer Art Textilbordüre abgesetzt ist, darüber eine rot-braun-goldene Brokatmusterung. In gleicher Dekorationsart sind die Seitenflügel gestaltet: Links, ebenfalls vor Goldgrund stehend, der Heilige Sebastian. In ikonographisch seltener Weise hier anstelle eines Baumes an eine kannelierte antike Säule gebunden mit entblößtem Oberkörper, lediglich mit einem hellen, zweifach geknoteten Tuch bekleidet. Ungewöhnlich viele Pfeile, nahezu horizontal-parallel vorgeführt, zeigen das Martyrium des Heiligen. Auch hier trägt der reliefierte Scheibennimbus in Gold die Namensaufschrift. Das Seitenflügelblatt der Gegenseite zeigt den Heiligen Fabianus, Bischof und Märtyrer des 3. Jahrhunderts mit Tiara in der ebenfalls beschrifteten Nimbusscheibe. Seine linke Hand hält einen Bischofstab, die Rechte ein geöffnetes Buch, mehrzeilig beschriftet in roter lateinischer Schrift. Dem gegenüberliegenden Seitenflügel entsprechend, ist auch hier der Goldgrund in besagter Weise gestaltet. Der Heilige ist hier in fortgeschrittenem Alter gezeigt, der kurze Kinnbart grau wiedergegeben, sein dunkler Chormantel in mit breiter vergoldeter, leicht reliefierter Stola mit Maßwerkdekoration. Unter dem Mantel eine weiße Alba, die am Boden aufsteht und eine Schuhspitze erkennen lässt.

Oberhalb der Mariendarstellung der Mitteltafel ist in der Innenfläche des Wimperges die Kreuzszene gezeigt, Christus am Kreuz mit auffällig gekennzeichneten blutenden Wunden. Seitlich zwei kniende Assistenzfiguren, bei denen es sich wohl um die beiden Marien handelt in grüner bzw. roter Kleidung auf grünem Rasengelände, darüber Goldgrund. Der linke Flügel zeigt oberhalb der Sebastiansfigur im Wimperg einen nach rechts auf Rasenstück knienden Engel mit ausgebreiteten Flügeln, der einen schlanken Stab mit Blättern zeigt, im Hintergrund vor dem Goldgrund Andeutung von jungen Bäumen. Im Gegenstück zeigt der Wimperg eine nach links grün gekleidete an einem Betaltar kniende weibliche Figur mit Nimbus und erhobenen Händen; die Identifizierung mangels Attributen nicht näher möglich. Die oberen verbleibenden Flächen außerhalb der vergoldeten Wimperge mit dunkelgrüner Farbfassung, darin Brokatmusterung. Altersbedingt rest. sowie einige Beschädigungen (Fehlstellen in der Dekoration etc.)

Stilistisch hebt sich die malerische Behandlung der Marienfigur mit dem Kind deutlich von den seitlichen und darüberliegenden Malereien ab. Insbesondere das Gesicht der Maria weist bereits eine Nähe zur Bildauffassung des Leonardo da Vinci (1452-1519) auf, dessen "Letztes Abendmahl" (1495/98) in demselben Raum geschaffen wurde, wie die große Kreuzigungsszene des Giovanni Donato Montorfano von 1495, das einzige vom Meister signierte Werk.
Der Künstler entstammt einer Malerfamilie aus der Lombardei, die bereits für den Dom in Mailand gearbeitet hat. Genannt sei hier Abramo da Montorfano, der Großvater sowie der Vater Alberto da Montorfano. Die Maler waren Mitglieder der Mailänder Malergilde. Gerade im Werk des Giovanni Donato Montorfano, insbesondere in der Kreuzigung der Santa Maria delle Grazie in Mailand, zeigt sich der große Stilbruch, der durch Leonardo da Vinci nahezu gleichzeitig erfolgt war. Vermutlich jedoch hat Leonardo selbst in Donatos Kreuzigungsszene einige Figuren eingebracht, die den Mailänder Herzog und seine Familie darstellen.

Provenienz:
Privatsammlung Monaco
Privatsammlung Italien

Literatur:
Das Werk wird in dem von Prof. De Marchi vorbereiteten Verzeichnis aufgeführt, wobei hier für die Zuweisung an den Künstler Prof. De Marchi gedankt wird. (1171474) (11)


Giovanni Donato Montorfano,
1440 Milan – 1510, attributed

ALTAR TRIPTYCH: THE VIRGIN AND CHILD BETWEEN SAINT SEBASTIAN AND SAINT FABIANUS

Oil/ tempera and gold ground on strong panel.
Height of panels: 126 cm.
Width of central panel: 62 cm.
Width of the side panels: 43.5 and 41 cm.
Total width: ca. 148 cm.
Untreated on the reverse.


Professor De Marchi has attributed the painting to the artist and is also the author of his monograph.

The altarpiece is created in three panels and only painted and decorated on one side. Each single panel has a frame in the shape of two slender twisted gilt columns holding a segmental arch with a trapeze-shaped surmount, decorated with Gothic tracery painting, with several damages (blemishes to the decoration etc.).
The painting style of the Virgin and Child clearly stands out from the paintings of the panels on the side and above. Especially the face of Mary already shows the closeness to Leonardo da Vinci's (1452-1519) image concept whose Last Supper (1495/98) was created during the same period as the Large Crucifixion scene by Giovanni Donato Montorfano from 1495, the only work signed by the master. The artist descends from a family of painters from Lombardy that had already worked for the Dome in Milan. Abramo da Montorfano, the grandfather should be mentioned here as well as the father Alberto da Montorfano. The painters were members of the painter's guild of Milan.

Provenance:
Private collection, Monaco.
Private collection, Italy.

Literature:
The painting on offer for sale in this lot will be listed in the catalogue currently being prepared by Professor De Marchi. Special thanks to Professor De Marchi for attributing the work to the artist.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.