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Gemälde Alte Meister - Teil II
Donnerstag, 30. Juni 2022

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Giovanni Battista Beinaschi, 1636 Fossano – 1688 Neapel

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Giovanni Battista Beinaschi,
1636 Fossano – 1688 Neapel

DER HEILIGE BARTHOLOMÄUS Öl auf Leinwand.
96 x 71,5 cm.
Verso alter Papieraufkleber, (separat unter Acrylglas) mehrzeilig franz. beschriftet, aus der Zeit der Provenienz Comte de Miollis.

Katalogpreis€ 9.000 - 15.000 Katalogpreis € 9.000 - 15.000  $ 9,360 - 15,600
£ 8,100 - 13,500
元 62,910 - 104,850
₽ 488,700 - 814,500

 

Dem Gemälde beigegeben eine ausführliche Expertise von Francesco Pedrucci, Juli 2021.

Halbbildnis des Apostels in Lebensgröße. Vor dunklem Hintergrund hebt sich die Gestalt, beleuchtet von links oben, mit sichtbaren Spuren des Alters ab. Der Oberkörper leicht geneigt, der Kopf kahl und graubärtig, der Blick nachdenklich. Die rechte Hand, nahezu zur Faust geballt, hält das Messer als Attribut des Heiligen, der in Mesopotamien enthäutet worden sein soll. Dieselbe kraftvolle Haltung des Messers hat Michelangelo in seinem Bartholomäus im Jüngsten Gericht in der Sixtinischen Kapelle vorgeführt. Ein Verweis auf die Enthäutung des Märtyrers ist in vorliegendem Bild wohl in der delikaten Zurschaustellung der Falten der gealterten Haut des Oberkörpers angedeutet. Der Tonigkeit der Farbgebung, und dem tenebrosen Hell-Dunkel wird hier einzig das Blau im Manteltuch entgegengesetzt. Den Stil finden wir bei einer Reihe weiterer Künstler der Zeit, wie Mattia Preti, Guercino oder Francesco Mola. Hier ist darüber hinaus eine deutliche Nähe zu dem ebenfalls in Neapel wirkenden Jusepe de Ribera festzustellen, vor allem zu dessen Apostelbildnissen.
Wie viele andere seiner Zeitgenossen, ist auch Beinaschi an mehreren Orten tätig gewesen, überwiegend zwischen Rom und Neapel. So freskierte er das Mittelschiff und die Kuppel von Sta. Maria degli Angeli in Pizzofalcone, die Kuppel von Sta. Maria delle Grazie in Caponapoli, um nur einiges zu nennen. Seit den 1660er-Jahren beeinflusste er jüngere Maler wie Francesco Solimena oder Paolo de Mattheis. Werke seiner Hand befinden sich in zahlreichen, zumeist öffentlichen Sammlungen und Museen. A.R.

Provenienz:
(detaillierter Bericht in der Expertise) Sammlung des del Duca di Frisa, 1680 (Neapel?).
Sammlung des Géneral Comte Sextius Alexandre Francois de Miollis, ex Villa Miollis al Quirinale (bedeutender großer Maler), publiziert 1814.
Danach Privatsammlung.

Literatur:
Francesco Petrucci, Vincenzo Pacelli, Giovan Battista Beinaschi. Pittore barocco tra Roma e Napoli, Rom 2011.
Oreste Ferrari, Giovanni Battista Benaschi, in: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.), Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 8: Bellucci-Beregan, Rom 1966. (1320784) (2) (11)

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