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Sculpture & Antiquities
Thursday, 4 December 2025
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145
Georg Petel,
1601/02 Weilheim – 1634 Augsburg, zug.
KRUZIFIXMaße des Kreuzes:
Höhe: 90 cm.
Breite: 53,5 cm.
Maße der Skulptur:
Höhe: 55 cm.
Breite: 32,5 cm.
Frühes 17. Jahrhundert.
Catalogue price
€ 18.000 - 24.000
Catalogue price € 18.000 - 24.000
$ 21,060 - 28,080
£ 15,660 - 20,880
元 148,140 - 197,520
₽ 1,615,860 - 2,154,480
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Beigegeben ein CITES-Dokument, Wien, 17. Februar 2025, gültig für kommerzielle Zwecke
in der EU.
Elfenbein, vollrund geschnitzt, gefüllte Öffnung im Hinterkopf zur Aufnahme eines Nimbus. Typus des „Crocifisso vivo“ mit nach links erhobenem Haupt und geöffnetem Mund, die Arme schräg nach oben ausgestreckt, den Körper leicht nach links gekrümmt, die beiden Beine leicht gekrümmt nebeneinander gesetzt und endsprechend dem Viernageltypus mit langen Nägeln jeweils am Kreuz verbunden. Montiert auf einfachem ebonisiertem Kreuz mit INRI-Schild am oberen Kreuzbalken.
Stilistisch ist das Kruzifix in die Nähe eines Elfenbein-Kruzifixes zu setzen, welches sich in Genua befindet (Feuchtmayr und Schädler 1973, Kat.Nr. 2), mit „GB“ (Georg Bethle) monogrammiert ist und einen spiegelverkehrten Aufbau im Dreinageltypus aufweist. Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht auch die Tatsache, dass sich Georg Petel zwischen 1620 und 1624 in Genua aufhielt, wo seine Elfenbeinschnitzereien besonders gerühmt wurden. So berichtet Raffaele Soprani (Soprani 1674), dass Petel um 1622 nach Genua gekommen sei. Er hebt zwei besonders qualitätvolle Elfenbeinkruzifixe hervor, die für Francesco Zoagli entstanden seien und von unvergleichbarer Feinheit und Virtuosität seien. Von dem oben genannten Vergleichsstück nimmt Schädler an, dass es sich um eines dieser Kruzifixe handelt (vgl. Soprani 1674, nach Schädler, S. 210).
Typisch für Petel sind auch die plastische Darstellung der Tränen, die leicht verkrampften Finger, das durch die Nägel hochgezogene Fleisch, sowie das Gewand, welches sich der natürlichen Form des Elefantenzahnes anpasst und somit teils eng am Körper anliegt, auf der rechten Seite jedoch weit aufgebauscht erscheint. Weit weniger ausgeprägt sind diese stilistischen Besonderheiten bei einem Kruzifix zu sehen, welches bereits 1618/20 entstand, im Bayerischen Nationalmuseum aufbewahrt wird und dessen Autorschaft durch Petels Monogramm gesichert ist. Hier wird die gesamte Form noch mit einer gewissen Befangenheit behandelt: der Körper ist fast symmetrisch gestaltet, das Lendentuch liegt dem Körper additiv auf, statt sich organisch mit ihm zu verbinden, weder Adern noch Tränen, noch das über den Nägeln plastisch hochgedrückte Fleisch sind hier zu sehen. Folglich traten diese Merkmale erst im Zuge seiner Wanderung in die Niederlande, nach Paris und nach Italien zu Tage. Bildwerke hingegen, welche dem hier offerierten Christus chronologisch nachzuordnen sind, wie etwa das Kruzifix in der Schatzkammer der Residenz von 1625 – 1627 zeigen einen bis ins Extrem übersteigerten, qualvollen Ausdruck in Gesicht und Körper, sodass der angebotenen Skulptur eine Art Mittlerfunktion zweier Werkepochen zuzukommen scheint.
Das Objekt ist sicherlich nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch aufgrund der genauen Beobachtung des Künstlers von musealer Qualität und kunsthistorisch von bedeutendem Interesse.
Literatur:
Vgl. León Krempel, Georg Petel 1601/02 – 1634. Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, Ausstellungskatalog, Haus der Kunst, München 2007.
Vgl. Karl Feuchtmayr und Alfred Schädler, Georg Petel 1601/2 – 1634, Berlin 1973.
Vgl. Raffaele Soprani, Le Vite De’ Pittori Scultori, Ed Architetti Genovesi. E de’ Forastieri, che in Genoua operarono. Con alcuni Ritratti de gli stessi, Genua 1674. (1460111) (13)
Georg Petel,
1601/02 Weilheim – 1634 Augsburg, attributed
Crucifix
Cross dimensions:
Height: 90 cm.
Width: 53.5 cm.
Sculpture dimensions:
Height: 55 cm.
Width: 32.5 cm.
Early 17th century.
Accompanied by a CITES-Document, Vienna, 17 February 2025, valid for commercial purposes in the EU.
Ivory; carved three-dimensionally, with a filled opening at the back of the head to accommodate a nimbus. Mounted on a simple ebonized cross with INRI inscription on the upper crossbeam. Stylistically, the crucifix resembles an ivory crucifix in Genoa (Schädler, cat. no. 2), monogrammed “GB” (Georg Bethle), and featuring a mirror-inverted three-nail type.
Literature:
cf. León Krempel, Georg Petel. 1601/02 – 1634. Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg, exhibition catalogue, Haus der Kunst, Munich 2007.
cf. Alfred Schädler, Georg Petel 1601/2 – 1634, Berlin 1973.
cf. Raffaele Soprani, Le Vite De Pittori Scultori, Et Architetti Genovesi, E de’ Forastieri, che in Genoua operarono Con alcuni Ritratti de gli stessi, Genoa 1674.
CITES export restrictions – sale in the EU only.
This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.
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