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Old Master Paintings
Thursday, 25 June 2026

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Frans Francken II, 1581 Antwerpen – 1642 ebenda

315
Frans Francken II,
1581 Antwerpen – 1642 ebenda

DIE WERKE DER BARMHERZIGKEITÖl auf Holz, verso Festigungsleiste.
43 x 68 cm.
Rechts unten Monogrammbezeichnung „FF”.

Catalogue price € 25.000 - 35.000 Catalogue price € 25.000 - 35.000  $ 28,499 - 39,900
£ 21,500 - 30,100
元 192,750 - 269,850
₽ 2,132,500 - 2,985,500

 

Beigegeben ein Gutachten von Philippine Motais de Narbonne von Cabinet Turquin, Paris,
in Kopie.

Von den „Sieben Werken der Barmherzigkeit”, wie sie im Matthäusevangelium (Mt 25) genannt werden, ist hier die „Speisung der Hungrigen” als Hauptthema dargestellt. Dies erklärt sich aus den häufigen Notsituationen zur Zeit der Entstehung des Bildes im Umfeld des Dreißigjährigen Krieges. Die übrigen Werke der Barmherzigkeit erscheinen in Nebenszenen: der „Besuch der Gefangenen” symbolisiert durch den Gefängnisturm, die „Bestattung der Toten” oben mittig, das „Bekleiden der Nackten” am rechten Bildrand. Die „Krankenpflege” erscheint oben links in einem offenen Gebäude, während die „Obdachlosen” rechts daneben vor dem Tor eines Herrschaftsgebäudes mit Treppengiebel stehen. Die „Stillung des Durstes"ist in der rechten Bildhälfte dargestellt.

Die „Speisung der Hungrigen” wird hier zum Hauptthema erhoben: Ein vornehm gekleideter Mann verteilt Brotlaibe an die Hungrigen. Nicht auszuschließen ist, dass einige Figuren Portraitcharakter besitzen, etwa der Musiker in der Bildmitte oder der sitzende Stelzengänger in der rechten unteren Ecke, bei dem auf den Stufen auch das Monogramm erscheint.

Das Gemälde entspricht inhaltlich mehreren bekannten Fassungen in unterschiedlichen Formaten. Während die Gesamtkomposition weitgehend übereinstimmt, variieren einzelne Figuren deutlich, möglicherweise aufgrund unterschiedlicher Vorgaben der Auftraggeber. Vergleichbare Beispiele befinden sich unter anderem im Deutschen Historischen Museum Berlin (in seitenverkehrter Darstellung) sowie in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Inv.Nr. 859, datiert 1630 (ausgestellt in der Bamberger Staatsgalerie).

Frans II war der wohl begabteste und bekannteste Vertreter der Malerfamilie. Als Schüler seines Vaters und selbst Vater eines gleichnamigen Malers wurde er 1614/15 Dekan der Lukasgilde.

Literatur:
Vgl. Ursula Härting, Studien zur Kabinettbildmalerei des Frans Francken II. Ein repräsentativer Werkkatalog. (Studien zur Kunstgeschichte; 21), Hildesheim 1983.
Ursula Härting, Frans Francken der Jüngere, Freren 1989, Nr. 273, Abb. S. 309.
A.R. (1471653) (11)



Frans Francken II,
1581 Antwerp – 1642 ibid.

THE WORKS OF MERCY

Oil on panel, parquetting slat on the reverse.
43 x 68 cm.
Monogrammed ”FF” lower right.

Accompanied by an expert's report of Philippine Motais de Narbonne from Cabinet Turquin, Paris, in copy.

Of the ”Seven Works of Mercy” listed in the Gospel of Matthew (Mt 25), the ”Feeding of the Hungry” is treated as the main subject here. The other acts of mercy are only depicted in secondary scenes in the painting.

It cannot be ruled out that some figures have the character of portraits of contemporaries of the painter, such as the musician in the centre of the painting or the seated man on stilts in the lower right corner.

The painting's content corresponds to several known versions in different formats. While the overall composition remains the same, the depictions of individual figures vary significantly, possibly due to the specifications of the different patrons. Similar examples can be found, among others, at the German Historical Museum in Berlin (in an inverted composition) and in the Bayerische Staatsgemäldesammlungen, inv. no. 859, dated 1630, (on display at the Bamberger Staatsgalerie).

Literature:
cf. Ursula Härting, Studien zur Kabinettbildmalerei des Frans Francken II. Ein repräsentativer Werkkatalog, in: Studien zur Kunstgeschichte, 21, Hildesheim 1983.
Ursula Härting, Frans Francken der Jüngere, Freren 1989, no. 273, ill. p. 309.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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