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19th & 20th Century Paintings
Thursday, 9 December 2021

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Cornelis Springer, 1817 Amsterdam – 1891 Hilversum

765
Cornelis Springer,
1817 Amsterdam – 1891 Hilversum

ROMANTISCHE ANSICHT EINER KATHEDRALE IM SPÄTLICHT Öl auf Leinwand.
81 x 99 cm.
Rechts unten im dunklen Gemäuer ligiertes Monogramm „CS“.
Verso auf dem Keilrahmen Aufkleber „RIJKSMUSEUM TWENTHE, ESCHEDE / TENTONSTELLING : ROMANTISCHE SCHOOL. / Schilder: Cornelis Springer / Stadgezicht.“

Catalogue price€ 150.000 - 170.000 Catalogue price € 150.000 - 170.000  $ 180,000 - 204,000
£ 135,000 - 153,000
元 1,134,000 - 1,285,200
₽ 12,775,500 - 14,478,900

 

Höchst imponierend türmen sich die Bauformen einer gotischen Kathedrale auf. Leicht erhöht steht der Baukomplex, reges Treiben belebt den Vordergrund mit Bürgern und Bauern, Frauen mit weißen Kopftüchern oder mit einem Pferdekarren. Eine erhöhte Terrasse schließt die Darstellung rechts ab. Verwinkelungen und nach hinten ins Licht ziehende Gassenführung bestimmen den romantischen Charakter einer Altstadtsituation. Im Bildzentrum wird der Portikus einer Westfassade gezeigt mit darüber hochziehendem Kirchenschiff und Rosettenfenster, links jedoch verstellen mittelalterliche Bürgerbauten und sakrale Gemäuer den Blick auf die Gesamtfassade. Der mächtige Stumpf eines unvollendeten Südturms wird überragt vom hohen gotischen Spitzturm mit Spitzbögen und bekrönender Kreuzblume.

So gibt die Darstellung Rätsel auf, wie dies so oft in den Architekturbildern Springers der Fall ist, denn eine genaue Lokalisierung von Kathedrale und Stadt ist kaum möglich. Und wie auch sonst, führt hier eine fantasievolle Romantik das Zepter der Bildregie. Versatzstückartig lassen sich jedoch einzelne Elemente deuten: Die beiden Türme haben die Antwerpener Kathedrale zum Vorbild, aber die Platzierung entspricht nicht den dortigen Gegebenheiten. Die dicht gedrängten, an den imposanten Kirchenbau sich anschmiegenden Gebäude links, mit der gerundeten Ecke, Häuser mit vorkragenden Giebeln, versetzten Fenstern und Türen und einer überdachten Kreuzgruppe, vermitteln romantische Erinnerungen an mittelalterliche Stadtsituationen wie wir sie in Straßburg, aber auch in Flandern und andernorts finden. Springers weitausgedehnte Reisen, die ihn aus den Niederlanden nach Belgien führten, nach Niedersachsen, Westfalen, Bremen, Lübeck oder Schleswig-Holstein, hinterließen ein umfangreiches Werk mit Reminiszenzen aus all diesen Aufenthalten.
So willkürlich er die Architekturelemente, Stadt- und Straßensituationen auch aus den verschiedensten Gegenden kompiliert hat, desto detailgenauer zeigt sich die feinpinselige Wiedergabe, als hätten wir es tatsächlich mit einer historisch verbürgten Vedute zu tun. Auch die Lichtführung, die sich hier auf die Gebäudeecke links im Bild konzentriert, und ein warmes Sonnenlicht eines Spätnachmittags zeigt, entspricht ganz dem Geist der „Theatralischen Romantik“ der Zeit.

Neben anderen Lehrern studierte Springer bei Jacobus van der Stok (1794-1864). Auch dieser Maler hatte bereits die Methode der Wiederverwendung von landschaftlichen Versatzstücken entwickelt. Springer jedoch übernahm bald das Fach der Architekturmalerei, angeregt durch seinen Bruder, dem Architekten Henry Springer (1768-1842).
Gemälde seiner Hand wurden alsbald durch Heliogravüren, dann auch durch Farbdrucke international verbreitet und bekannt. Sammler der ganzen Welt sahen in diesen Werken gewissermaßen ein komprimiertes Bild des mittelalterlichen Europa, was den weltweiten Erfolg des Malers erklärt. Aber auch seine heutige Bedeutung wurde letztlich dokumentiert durch den Höchstpreis, der mit 1,1 Millionen Euro für eine „Ansicht aus Enkhuizen“ bei Sotheby´s 2006 in Amsterdam erzielt wurde. A. R. (12906613) (1) (11)


Cornelis Springer,
1817 Amsterdam – 1891 Hilversum
ROMANTIC EVENING VIEW OF A CATHEDRAL
Oil on canvas.
81 x 99 cm.
Monogrammed “CS” in ligature on lower left in dark walls.
Stretcher on the reverse with label: “RIJKSMUSEUM TWENTHE, ESCHEDE /TENTONSTELLING : ROMANTISCHE SCHOOL. / Schilder: Cornelis Springer / Stadgezicht.”"

Collectors from across the world regarded these works as a compressed image of medieval Europe, which explains the painter's global success. His enduring importance was last illustrated when one of his works titled “View from Enkhuizen” achieved a premium price of 1.1 million Euros at Sotheby’s in Amsterdam in 2006.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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