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Impressionisten & Moderne Kunst
Donnerstag, 31. März 2022

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Chana Orloff, 1888 Starokonstantinov, Ukraine – 1968 Ramat Gan, Israel

739
Chana Orloff,
1888 Starokonstantinov, Ukraine – 1968 Ramat Gan, Israel

MATERNITÉ COUCHEÉ (MUTTER MIT SÄUGLING), 1923 Höhe: 17,6 cm.
Länge: 35 cm.
Tiefe: 18,8 cm.

Katalogpreis€ 38.000 - 45.000 Katalogpreis € 38.000 - 45.000  $ 41,800 - 49,500
£ 34,200 - 40,500
元 269,420 - 319,050
₽ 3,541,600 - 4,194,000

 

Liegende Mutter mit Kind in der Armbeuge, das nach der Brust greift. Gefertigt in rotbraunem Ton, mit bräunlicher Patina. Nach Modell wurden die Figur noch zu Lebzeiten in Ton, Béton moulé und Bronze ausgeführt. Die dazu nötigen Ausformungen erfolgten durch Jean Paulhan, einem Freund der Künstlerin.

Die Künstlerin zog mit ihrer Familie in der Folge von Pogromen, bei denen tausende Juden ermordet wurden, ins damals osmanische Palästina. Als Näherin, dann als Lehrerin arbeitend, stand sie im Freundeskreis von Samuel Agnon und dem Bildhauer Nahum Gutman. 22-jährig zog sie nach Paris und wandte sich der avantgardistischen Académie Russe zu, die schon 1909 von Marie Vassilieff am Montparnasse gegründet wurde. Dort befreundet mit Picasso, Foujita, Apollinaire, Cocteau, Zadkine und Modigliani, stellte sie alsbald im Salon d´Automne, im Salon des Tuileries und Salon des Indépendants aus. 1925 in Frankreich eingebürgert, geehrt mit dem Verdienstorden der Ehrenlegion, stellte sie alsbald europaweit sowie in New York aus. 1942 musste sie vor der Nazi-Besetzung erneut fliehen, zunächst nach Genf, dann nach New York, um schließlich 1948 von Frankreich nach Israel zu übersiedeln. Eines ihrer bekanntesten dort entstandenen Werke ist neben vielen anderen die überlebensgroße Figur „Maternité“, gewidmet einer im Palästinakrieg umgekommenen Frau. 80-jährig starb sie noch während der Vorbereitung einer Ausstellung im Kunstmuseum Tel Aviv. 120 Figuren wurden 1969 im Helena Rubinstein Pavilion des Museums als Retrospektive ausgestellt. Der Staat Israel brachte eine Briefmarke heraus. Paris benannte im 19. Arrondissement eine Straße nach der Künstlerin.  A. R.

Literatur:
Paula Birnbaum, Chana Orloff. A Modern Jewish Woman Sculpture of the school of Paris, in: Journal of Modern Jewish Studies, Vol. 15, 2016.
Erna Stein, Orlowa, Chana, in: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 23, Leipzig 1932, S. 52-53.
Orloff, Chana, in: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL), Bd. 93, Berlin 2017, S. 459.
Orloff, Chana, in: Encyclopaedia Judaica, Bd.12, 1971, S. 1472.
Maryann De Julio, Chana Orloff, in: Jewish Women‘s Archive (Hrsg.), Jewish Women. A Comprehensive Historical Encyclopedia.
Alastair Duncan, Encyclopedia of Art Deco, Sydney 1988. (1301303) (11)


Chana Orloff,
1888 Starokonstantinov, Ukraine – 1968 Ramat Gan, Israel
Maternité couchée (Mother and Baby), 1923Height: 17.6 cm.
Length: 35 cm.
Depth: 18.8 cm.

Literature:
Paula Birnbaum, Chana Orloff. A Modern Jewish Woman Sculpture of the school of Paris, in: Journal of Modern Jewish Studies, vol. 15, 2016.
Erna Stein, Orlowa, Chana, in: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, vol. 23, Leipzig 1932, p. 52-53.
Orloff, Chana, in: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL), vol. 93, Berlin 2017, p. 459.
Orloff, Chana, in: Encyclopaedia Judaica, vol. 12, 1971, p. 1472.
Maryann De Julio, Chana Orloff, in: Jewish Women‘s Archive (ed.), Jewish Women. A Comprehensive Historical Encyclopedia.
Alastair Duncan, Encyclopedia of Art Deco, Sydney 1988.

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