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Gemälde Alte Meister
Donnerstag, 30. März 2023

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Bernard van Orley, auch genannt Barend van Orley , 1491/92 Brüssel – 1541 ebenda, Werkstatt des

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Bernard van Orley,
auch genannt "Barend van Orley",
1491/92 Brüssel – 1541 ebenda, Werkstatt des

ANBETUNG DER WEISENÖl auf Holz. Altparkettiert.
33,5 x 46 cm
Verso rotes kleines Lacksiegel. Um 1520/25.
Gerahmt.

Katalogpreis € 40.000 - 60.000 Katalogpreis € 40.000 - 60.000  $ 42,000 - 63,000
£ 36,000 - 54,000
元 293,200 - 439,800
₽ 2,642,000 - 3,963,000

 

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 24.05.2022.
Gelistet im RKD, 46984 unter: M. J. Friedländer (Abb.Nr. 00074944 sowie 00074917) Standort: BD/RKD-ONS/Fotoarchiv Friedländer).

Das Gemälde mittleren, aber betonten Querformates zeigt die Anbetungsszene, unterschiedlich bezeichnet als „der Weisen aus dem Morgenland“, „der Magier“ oder „der Könige“, die dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe überbringen. Der Bildaufbau symmetrisch, mit Maria im Bildzentrum. In smaragdgrünem Mantel und mit weißem Tuch über braunem Haar wendet sie sich nach rechts, während gleichzeitig das Kind den Knauf des goldenen Gefäßes ergreift, das ihm dargebracht wird. Der bärtige königliche Adorant hat Krone und Zepter am Boden vor dem Kind abgelegt. Diese Stelle hat der Maler nicht zufällig gewählt, soll dies doch Jesus als den künftigen Herrscher der Welt andeuten. Der König rechts dahinter trägt ebenfalls eine Krone und überreicht einen Goldpokal. Links steht der dunkelhäutige Balthasar, betont weiß gekleidet, er trägt ein Prunkgefäß und ein Zepter. Begleitfiguren an den Bildrändern und im mittleren Hintergrund, in dem eine Burganlage zu sehen ist, was ganz im Gegensatz zur Bibellegende steht, aber vielleicht lokale Bedeutung für den Entstehungsraum hat. Dagegen sind die beiden Rundsäulen mit vergoldeten Kapitellen, die hinter Maria stehen und ihre Position seitlich flankieren, als deutlicher Hinweis auf ihre und des Kindes Stellung in der Heilsgeschichte zu verstehen.
Der Maler van Orley entstammte einer luxemburgischen Adelsfamilie derer d’Ourle, die nach Brabant zog, wo der Vater des Malers als illegitimes Kind den Adelstitel verlor. Bernard schloss sein Studium als Romanist bei seinem Vater 1512 ab und wandte sich der Malerei zu. Eine Reise nach Italien ist dabei nicht nachzuweisen. Vielmehr orientierte er sich an der Malerei der Zeit, aber auch an italienischen Stichwerken. Vor allem haben die Zeichnungen Raffaels, die für die Kartons der „Scuola Nova“ – speziell für die Gobelinmanufaktur in Brüssel – angefertigt wurden auf seine Motive in der Malerei Einfluss gehabt. Speziell die „Anbetungsszene“, die zwischen 1520 und 1520 gewoben wurde, fand in seinen Bildern einen Niederschlag. 1517 als Meister in der Antwerpener Gilde geführt, wurde er bereits ein Jahr später Hofmaler von Maria von Österreich in den Niederlanden. Festzustellen ist eine enge Beziehung des vorliegenden Gemäldes mit dem Bild desselben Themas, das sich in der J. G. Johnson Collection im Philadelphia Museum befindet (Inv.Nr. 400). Dort sind Maria, das Kind und der davor kniende König in nahezu identischer Weise gezeigt. Einen weiteren Vergleich lässt das Gemälde im Kunsthistorischen Museum Wien (Apostel-Altarblatt) von 1512 zu. Jan van Dornicke aus der Werkstatt des van Orley hatte sich ebenfalls diesem Thema mehrfach gewidmet (Pinacoteca Brera, Mailand). A.R.

Provenienz:
Das Gemälde hat eine bedeutende Provenienz aufzuweisen und ist bereits in der Kunstliteratur ausgiebig dokumentiert:
Vor 1930 Privatbesitz Madrid (dokumentiert durch Versobeschriftung eines Fotos vom Bild durch Max Jacob Friedländer).
Leo Blumenreich, Berlin (dokumentiert wie vorig, möglicherweise hat Blumenreich eine Abbildung für Friedländer besorgt).
Vor 1930 Kunsthandel Thomas Harris, London (wie vorig).
Privatsammlung Cubells, Madrid.

Literatur:
Aufgeführt und besprochen in:
Max Jacob Friedländer, dessen Fotoarchiv.
Max Jacob Friedländer, Early Netherlandish painting, Bd. 8: Jan Gossart and Bernart van Orley, Leyden 1972, Nr. 106 c.
John David Farmer, van Orley of Brussels, Diss. Princeton University 1981, S. 270ff. (dort Umkreis des).
Ferner:
Max Jacob Friedländer, Die Antwerpener Manieristen von 1520, in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, 36, 1915.
Max Jacob Friedländer, Die altniederländische Malerei, 14 Bde., Berlin 1924-1937. (13514348) (11)



Bernard van Orley,
also known as “Barend van Orley”,
1491/92 Brussels – 1541 ibid., workshop of

THE ADORATION OF THE MAGI, CA. 1520/25
Oil on panel. Old parquetting.
33.5 x 46 cm.
Small red lacquer seal on the reverse.

Accompanied by an expert’s report by Professor Dr Dr hc Jan de Maere, Rambrouch, 24 May 2022. Listed at RKD, 46984 as: M. J. Friedländer (ill. no. 00074944 and 00074917) Location: BD/RKD-ONS/Fotoarchiv Friedländer).

Provenance:
The painting has an important provenance and is already extensively documented in art literature:
Before 1930 private collection, Madrid (documented by inscription on the back of a photograph of the painting by as Max Jacob Friedländer).
Leo Blumenreich, Berlin (documented as above, possibly Blumenreich obtained a photograph for Friedländer).
Before 1930 Kunsthandel Thomas Harris, London (as above).
Cubells private collection, Madrid.

Literature:
Listed and discussed in:
Max Jacob Friedländer, his photo archive.
Max Jacob Friedländer, Early Netherlandish painting, vol. 8: Jan Gossart and Bernart van Orley, Leyden 1972, no. 106 c.
John David Farmer, van Orley of Brussels, Diss. Princeton University 1981, p. 270ff. (there described as circle of).
Furthermore:
Max Jacob Friedländer, Die Antwerpener Manieristen von 1520, in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, 36, 1915.
Max Jacob Friedländer, Die altniederländische Malerei, 14 Bde., Berlin 1924-1937.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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