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Old Master Paintings
Thursday, 9 December 2021

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Antonio Joli, 1700 Modena – 1777 Neapel

295
Antonio Joli,
1700 Modena – 1777 Neapel

BLICK AUF DEN CAMPIDOGLIO IN ROM, VOM FUß DER TREPPE AUS Öl auf Leinwand. Doubliert.
73,5 x 97 cm.
Verso auf Rahmen zwei rote Wachssiegel auf dem Rahmen und der Leinwand, zudem auf Leinwand eine Grafenkrone.

Catalogue price€ 100.000 - 150.000 Catalogue price € 100.000 - 150.000  $ 120,000 - 180,000
£ 90,000 - 135,000
元 756,000 - 1,134,000
₽ 8,517,000 - 12,775,500

 

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Ralph Toledano, Paris vom 21. Dezember 2014 und ein Gutachten von Roberto Middione vom 20. Januar 2014.

Diese römische Ansicht zeigt das Kapitol, von unterhalb der Cordonata aus gesehen, mit der Treppe der Kirche Santa Maria in Aracaeli zur Linken. Die Cordonata ist der Spitzname der majestätischen Rampe mit niedrigen und tiefen Stufen, die zum Kapitolsplatz führt. Den Anfang markieren zwei ägyptische Löwen aus einem Isis-Tempel, die 1582 als Brunnenfiguren verwendet wurden.
Der berühmte Platz, der von Michelangelo entworfen und von Giacomo della Porta und Girolamo Rainaldi ausgeführt wurde, wird von drei Palästen begrenzt. Es handelt sich um den Senatorenpalast am Ende, den Konservativen Palast auf der rechten Seite und den Kapitolinischen Palast auf der linken Seite. Im Mittelpunkt des Platzes steht das bronzene Reiterstandbild von Marc Aurel, das hier teils von einer weiteren Skulptur verdeckt ist.
Von der Kirche Santa Maria in Aracaeli und ihrer gleichnamigen Treppe ist auf diesem Gemälde nur die rechte Seite zu sehen.
Laut Prof. Toledano gibt es für diese Ansicht keine genaue Vorgeschichte. Tatsächlich sind die meisten Darstellungen des Kapitols von der Ebene des Platzes aus aufgenommen. Das einzige Werk, das der vorliegenden Komposition ähnelt, ist das von Piranesi (enthalten in Vedute di Roma, eine zwischen 1748 und 1765 veröffentlichte Sammlung von Drucken). In Piranesis Werk erscheinen die Backsteinfassade der Kirche und ihre Treppe (die links von den Bürgerhäusern begrenzt wird, die beim Bau des Altare della Patria abgerissen wurden) in ihrer Gesamtheit. Da wir die Chronologie der Veröffentlichung von Piranesis Grafiken nicht kennen, ist es nicht möglich festzustellen, ob Antonio Joli von dem Kupferstecher zu diesem Gemälde inspiriert wurde.
Aufgrund der reifen Handschrift, der topografischen Sicherheit der Zeichnung, der Objektivität des ruhigen Lichts und der kantigen Perspektive, die an die Arbeit des Künstlers als Bühnenbildner erinnert, entspricht diese Ansicht der Reife von Antonio Joli. Die Lichtbrechung auf den Gebäuden rechts, die den Hintergrund bilden, ist typisch für Antonio Joli. Der Künstler arbeitete von 1744 bis 1749 in London und anschließend von 1749 bis 1754 in Madrid. In diesem Jahr kehrte er nach Italien zurück, ließ sich aber erst 1759 in Neapel nieder. Zwischen 1754 und 1759 unternahm er mehrere Reisen auf die Halbinsel und nach Sizilien, wo er verschiedene Stadtansichten malte. In den Jahren 1756-1758 war sein wichtigster Auftraggeber Sir John Brudennell, für den er zahlreiche Ansichten malte, die sich heute größtenteils in den Sammlungen von Lord Montagu of Beaulieu und dem Duke of Buccleuch befinden.
Der Stil der vorliegenden Ansicht ähnelt dem des reichhaltigen Kerns, der diesem sehr raffinierten englischen Reisenden und Sammler zur Verfügung gestellt wurde, so sehr, dass er ein Teil davon gewesen sein könnte.
Diese schöne Ansicht wird durch zahlreiche kleine Figuren von Jolis eigener Hand belebt. Die langen, schmalen Typen finden sich in mehreren neapolitanischen Ansichten aus der Reifezeit des Künstlers wieder. Die beiden Männer rechts im Vordergrund, der eine gelehnt, der andere auf antiken Ruinen sitzend, verweisen dagegen auf die volleren Figuren Paninis, dessen Schüler Joli in seiner Jugend in Rom war, bevor er nach Umbrien zurückkehrte und sich später um 1732 in Venedig niederließ. (†)

Literatur:
Vgl. Ralph Toledano, Antonio Joli, Turin 2006, u.a. Nr. VV.III.I, S. 264 ; VV.III.2, S.265; VV.VI.I,S.270; N.XXXVI, S. 387.
Vgl. Roberto Middione, Antonio Joli, Soncino 1995. (1291417) (18)


Antonio Joli,
1700 Modena – 1777 Naples
VIEW OF THE CAMPIDOGLIO IN ROME, FROM THE FOOT OF THE STAIRSOil on canvas. Relined.
73.5 x 97 cm.

An expert’s report by Professor Ralph Toledano, Paris, dated 21 December 2014 is enclosed as is an expert’s report by Roberto Middione, dated 20 January 2014.

This vista of Rome shows the Capitol, seen from the foot of the Cordonata, with the stairs of the Basilica of Santa Maria in Ara Coeli on the left. (†)

Literature:
cf. Ralph Toledano, Antonio Joli, Turin 2006, et al. no. VV.III.I, p. 264; VV.III.2, p. 265; VV.VI.I, p. 270; N.XXXVI, p. 387.
cf. Roberto Middione, Antonio Joli, Soncino 1995.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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