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Old Master Paintings - Part I
Thursday, 23 September 2021

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Abraham Louis Rodolphe Ducros, 1748 Moudon – 1810 Lausanne

320
Abraham Louis Rodolphe Ducros,
1748 Moudon – 1810 Lausanne

Gemäldepaar
VIA APPIA BEI FORMIA, MIT KUTSCHE UND REISEGESELLSCHAFT sowie
HAFEN IN MALTA MIT FESTUNG, SCHIFFEN UND TANZENDEN MALTESERN
Ă–l auf Leinwand. Doubliert.
Je ca. 65 x 99,5 cm.

Catalogue price€ 70.000 - 90.000 Catalogue price € 70.000 - 90.000  $ 84,000 - 108,000
ÂŁ 63,000 - 81,000
元 529,200 - 680,400
₽ 5,961,900 - 7,665,300

 

Formia, an der alten Via Appia, 130 Kilometer südöstlich von Rom, erhöht über dem Meer gelegen, zeigt der Maler hier mit Blick auf die Bucht von Gaeta. Die Stadtmauer und der Teil eines Turmes – wohl des Castellone – sind zwischen Kronen und Laubwerk der Baumgruppe zu sehen. Unter dem Schatten der Bäume links eine rastende Reisegesellschaft vor einem Kutschenwagen. Zwei Männer im Vordergrund blicken zur Ebene hinab und deuten auf die Bucht. Die Darstellung verrät wohl ein persönliches Erlebnis des Malers selbst, so subtil und ohne auffällige Hervorhebung bestimmter Ortsmerkmale zeigt sich die Gesamtschau als Erinnerung. Vergleichbar in Bildaufbau und Lichtwirkung ist hier Ducros' Aquarell „Ansicht des Theatro Creco in Taormina“ zu nennen.
Das Gegenstück führt den Betrachter in die ganz andere Welt der Insel Malta. Im Bildzentrum ein mächtiger Befestigungsbau des Hafens, dahinter thront die stark bewehrte Burg Maltas. In der Bucht liegen Schiffe mit geblähten und eingezogenen Segeln, davor Gepäckstücke, daneben Figurenstaffage mit einer Eseltreiberin und einem Schiffer. Rechts tanzt eine Gruppe Malteser Hafenarbeiter, dazwischen eine Frau mit Handtrommel. Weitere Arbeiter im Hintergrund verschattet. Das Paar im Vordergrund, ein Mann mit Turban neben einer ebenfalls orientalisch gekleideten Frau, dokumentiert die mediterrane Population der Insel. Beide Darstellungen lassen sich als ganz persönliche Erinnerungen des Malers sehen, was entgegen sonst üblicher Allgemeinlandschaften den besonderen Reiz ausmacht. So ist nicht auszuschließen, dass die beiden Bilder möglicherweise bis zuletzt im Besitz des Malers waren, gewissermaßen als Erinnerungen seines Lebensweges und Wirkens, da sie als „Gegenstücke“ ja nicht aufeinander themenbezogen sind. Sämtliche bekannte Werke des Malers referieren Stationen seiner Reisen. So hat Ducros zahlreiche Ansichten von Rom hinterlassen, vor allem auch mit antiken Bauten und Ruinen. Im Gegensatz jedoch zu den fantasierenden Capriccio-Malern sind Ducros Bilder stets Dokumente der architektonischen und landschaftlichen Gegebenheiten.

Der Schweizer Maler betätigte sich auch als Aquarellist, Radierer, Gouachemaler und Kupferstecher. Von seinem Vater ausgebildet, ging er 1769 nach Genf, traf dort auf einen vermögenden Sammler und befreundete sich mit dem dortigen Maler Pierre-Louis de la Rive (1753-1817), mit dem er gemeinsam für den Mäzen arbeitete. 1776 bereiste er Italien, wohnte 1777 bis 1793 in Rom. Eine Unterbrechung führte 1778 zu einer Studienreise nach Sizilien und Malta. Zurück in Rom führte er ein Verkaufsatelier. Bekannt wurde er durch Aufträge vom Großfürsten Paul Romanow, Sohn der Zarin Catharina II, dem späteren Zar Paul I, sowie von Papst Pius VI („Die Pontinischen Sümpfe“, Museo di Roma). Des Jakobinismus verdächtigt, musste Ducros Rom verlassen und ging nach 1799 in die Abruzzen und nach Neapel. A.R. (†)

Provenienz:
Conte Adriano Matarazzo di Licosa.
Christie´s, 11. Juli 2001, Lot 88.

Literatur:
Jörg Zutter, Abraham-Louis-Rodolphe Ducros. A Swiss Painter in Italy, Dublin, National Gallery of Ireland, 1998. (1281679) (11)


Abraham Louis Rodolphe Ducros,
1748 Moudon – 1810 Lausanne
A pair of paintings
VIA APPIA NEAR FORMIA, WITH CARRIAGE
and
TRAVELLING PARTY and HARBOUR IN MALTA WITH FORT, SHIPS AND MALTESE DANCERS
Oil on canvas. Relined.
Ca. 65 x 99.5 cm each.

The Swiss painter was active as a watercolourist, etcher, gouache painter and engraver. (†)

Provenance:
Conte Adriano Matarazzo di Licosa.
Christie´s, 11 July 2001, lot 88.

Literature:
J. Zutter, Abraham-Louis-Rodolphe Ducros. A Swiss Painter in Italy, Dublin, National Gallery of Ireland, 1998.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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