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Gemälde 16. - 18. Jahrhundert
Donnerstag, 26. Juni 2014

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Detailabbildung: Jean Marc Nattier, 1685 Paris - 1766

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Jean Marc Nattier, 1685 Paris - 1766
Detailabbildung: Jean Marc Nattier, 1685 Paris - 1766
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Detailabbildung: Jean Marc Nattier, 1685 Paris - 1766
Detailabbildung: Jean Marc Nattier, 1685 Paris - 1766

206
Jean Marc Nattier,
1685 Paris - 1766

BILDNIS DER MARIE LOUISE ELISABETH DE BOURBON IM JAGDKOSTÜMÖl auf Leinwand. Doubliert.
136 x 105 cm.

Katalogpreis € 80.000 - 90.000 Katalogpreis€ 80.000 - 90.000  $ 79,200 - 89,100
£ 72,000 - 81,000
元 561,600 - 631,800
₽ 4,856,000 - 5,463,000

Das Gemälde wurde erst vor Kurzem als Wiederentdeckung eines Werkes von Nattier gefeiert, bislang unveröffentlicht. Erstmals 2008/ 2009 durch die Kunststiftung der "Fondazione Cassa di Risparimo di Parma" in einer Ausstellung vorgestellt und in der Presse mit Abbildung von Pier Paolo Mendogni beschrieben. Die Dargestellte in höfischem, grünem Jagdkleid wiedergegeben. Auf einem Erdhügel sitzend, weist sie mit dem rechten Zeigefinger auf ein am Fuße des Baumstammes liegendes Jagdhorn, in der linken Hand hält sie weiße Handschuhe. Rechts im Hintergrund ist eine Hundejagd auf einen Hirschen zu sehen, der nach rechts in einen Laubwald zu fliehen sucht, verfolgt von einem hornblasenden Jäger in Begleitung von Hunden. Der blaue Jagdmantel reich geschmückt mit goldgewirkten Spitzenborten, darüber blaue und weiße Schleifen, das Haar kurz gehalten, leicht wellig und grau gepudert. Ein kleiner Dreispitzhut in schwarzem Filz ist mit goldfarbener Bordüre eingefasst. Der Blick ist dem Betrachter zugewandt, das Gesicht äußerst lebensnah wiedergegeben und fein gemalt, die Wangen leicht gerötet, was die Jugend der Dargestellten betonen soll. Marie Louise Elisabeth de Bourbon (1727 – 1759) war Prinzessin von Frankreich und Navarra sowie durch Verehelichung mit Herzog Philipp von Parma, einem Sohn König Philipp V, auch Infantin von Spanien und Herzogin von Parma, Piacenza und Guastalla. Nach Recherchen des genannten Artikelautors unternahm sie eine länger dauernde Reise, die sie nach Versailles führte, um bei ihrem Vater Louis XV weitere finanzielle Hilfe zu erreichen. Hier dürfte sie auch der Maler Nattier gesehen haben, von dessen Hand auch ein weiteres Doppelportrait existiert, das sich heute im Hillwood Museum in Washington befindet. Das vorliegende Gemälde ist wohl post mortem entstanden, also nach dem 6. Dezember 1759. Wie bei Herrscherportraits üblich, dürfte - insbesondere in der Ausgestaltung des Hintergrunds und der landschaftlichen Details - die Werkstatt hier mitgewirkt haben. Minimal rest.

Anmerkung I:
Das Gemälde wurde von der Fondazione Cariparma zusammen mit den Professoren der Universitäten Parma und Mailand Carlo Mambriani und Gian Francesco Fiaccadore im Rahmen der Organisation von Ausstellungen anlässlich einer 250 Jahr-Feier der Verlobung zwischen dieser Tochter des französischen Königs und dem spanischen Infanten veranstaltet. In diesem Erinnerungszusammenhang ist rückblickend zu erwähnen, dass die Dargestellte bereits zwölfjährig mit dem spanischen Infanten Philipp verlobt, von ihrem Vater sehr bevorzugt und geliebt, das Leben unter dem spanischen Hofzeremoniell als äußerst bedrückend empfand. Im Frieden von Aachen vom 18. Oktober 1748 wurden die Regionen Parma, Piacenza und Guastalla den Bourbonen zugesprochen, woraufhin Elisabeth ihren Vater überreden konnte, ihren Gemahl zum Herzog von Parma und Piacenza zu erheben um eine Übersiedlung nach Parma zu erwirken. Die älteste Tochter der Dargestellten, Isabella, wurde mit dem österreichischen Thronfolger Joseph verehelicht.

Anmerkung II:
Das Gemälde wurde mit einem weiteren Portraitbildnis des Malers Louis Michel van Loo in der kleinen Ausstellung in Palazzo Bossi ausgestellt.

Anmerkung III:
Wir danken Arnauld Brejon für die Bestätigung der Arbeit. (971823)


Jean Marc Nattier,
1685 Paris - 1766

PORTRAIT OF MARIE LOUISE ELISABETH OF BOURBON IN HUNTING ATTIRE

Oil on canvas. Relined.
136 x 105 cm.

Note:
We thank Arnauld Brejon for confirming the work.

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

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