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Old Master Paintings - Part I
Thursday, 25 March 2021

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Jan Brueghel d. Ä., 1568 Brüssel - 1625 Antwerpen,
Detailabbildung: Jan Brueghel d. Ä., 1568 Brüssel - 1625 Antwerpen,
Detailabbildung: Jan Brueghel d. Ä., 1568 Brüssel - 1625 Antwerpen,
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Jan Brueghel d. Ä., 1568 Brüssel - 1625 Antwerpen,

629
Jan Brueghel d. Ä.,
1568 Brüssel - 1625 Antwerpen,

ST. GEORGS-KIRMES MIT TANZ VOR DEM WIRTSHAUS
„IN DEN CROON“
Öl auf Holz.
37 x 56 cm.

Catalogue price € 400.000 - 600.000 Catalogue price€ 400.000 - 600.000  $ 480,000 - 720,000
£ 360,000 - 540,000
元 3,024,000 - 4,536,000
₽ 34,068,000 - 51,102,000

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Further information on this artwork

Beigegeben eine Expertise von Dr. Jaco Rutgers, Tilburg, 11. Januar 2021. Ebenfalls beigegeben ein dendrochronologisches Gutachten von Prof. Dr. Peter Klein.

Die Darstellung dieses qualitätvollen Werkes führt uns ein typisches flämisches Volksfest vor. Die sogenannte „Sankt Georgs-Kirmes“ wurde zu einem Bildthema, dem sich mehrere Maler gewidmet haben. Darunter Pieter Brueghel d. J. (1564-1638) wie ebenso David Teniers d. J. (1610-1690) oder etwa David Vinckboons (1576-1629). Bereits vor Entstehung des vorliegenden Bildes schuf der Vater, Pieter Brueghel d. Ä. (1525/30-1569), eine gleichthematische Darstellung, allerdings mit weniger Figuren. Aber anders als bei den sonst genannten Malern ist hier die sogenannte „Macchia Brueghels“ zu erkennen, also die Wertlegung auf klar umrissene, aus dem Gesamtbild sich abhebende Gestalten; auch ist dort eine ernstere Auffassung zu beobachten.
Typisch für gerade diese Festdarstellung ist die in den Bildern jeweils farblich hervortretende rote, flatternde Fahne am Wirtshaus, bemalt mit der Gestalt des Heiligen Georg, dem das Fest gewidmet ist. Kompositionell bot dieses dominierende Farbmotiv auch die Gelegenheit, jeweils entsprechende rote Farbeffekte in Kleidern der Figuren einzusetzen.

Die Farbpalette hatte sich im Vergleich zu Arbeiten des Vaters hier bei dem jüngeren Sohn Jan I Brueghel bereits verändert. Dies wird auch in dem vorliegenden Werk deutlich. Helle Kleider, ein heller leuchtendes Rot, aber auch das dichte Ineinander-Verweben der Figuren, verleihen dem Bild die typischen Ausdrucksformen dieses Meisters.
Die Bildganzheit lässt eine klare kompositorische Gliederung erkennen: Eine betonte Vertikale in der Mitte des Bildes, geschaffen durch einen hohen Baum mit dahinterstehendem, verschatteten Kirchturm. Dadurch wird eine Zweiteilung der Darstellung erzeugt. Sie trennt die mehrfigurige, tanzende Gesellschaft vor dem Wirtshaus von der mit weniger Figuren besetzten rechten Bildhälfte, in der nobel gekleidete Figuren im Gespräch präsentiert werden. Offensichtlich ist ein Landes- oder Stadtherr, mit Hut und geschlitzten Ärmeln, dabei, mit einem Ratsherrn oder Architekten zu sprechen, der in dunklem Mantel steht und eine große (Plan?)-Mappe hält, während ein rot gekleideter junger Mann vermittelnd dazwischen in Erscheinung tritt. Zwei Frauen, eine mit einem Kind, begleitet von einem Hündchen, sind Teil dieser noblen Gruppe.

Ganz anders verhält es sich vor der Taverne mit Tanzenden und Trinkenden. Die Lebendigkeit der Gruppen findet Entsprechung in der wehenden großen Fahne. Daneben hängt ein Wimpel an einem Ausleger, mit dem Wappen der Schenke: eine Krone auf rotem Feld, darunter - noch teilweise erhalten - die Aufschrift, die aus einem Stich genauer zu entziffern ist: „det is in de kroon“, also das Wirtshaus zur Krone. Auch in dieser Gruppe lassen sich originelle Genredetails entdecken, Leute am Tisch beim Schmausen, Mutter mit Kindern, Gedränge vor dem Wirtshauseingang, an der Ecke ein pinkelnder Alter, vor allem aber ein im Vordergrund tanzendes Paar, bei dem der Tänzer seiner leiblichen Fülle tänzerische Grazilität abzugewinnen sucht. Die Farbigkeit kommt hier umso besser zur Geltung, da sich etwa der Reigentanz vom braunen Hintergrund der Taverne und vor der Scheune abhebt.
Ganz bewusst hat der Maler den eigentlichen Motor der Festlichkeit, nämlich die beiden Musikanten mit Dudelsack und Leier, ins untere Bildzentrum gestellt, in betontem Abstand zu den seitlichen Gruppen.
Wie immer in diesen Maifest-Darstellungen fehlt auch hier nicht der religiöse Brauchtumsaspekt. Und wie auch in sämtlichen Gemälden anderer Maler, findet sich die Feiertagsprozession ziemlich weit im Hintergrund; hier eine ungeordnete Ansammlung vor der Kirche, jedoch weitgehend abgedunkelt in bläulicher Luftperspektive, die in die Baumgruppen des Hintergrundes hinüberzieht. Zwei Planwagen im Mittelgrund vor helleren Gebäuden deuten das Herankommen von Festfreudigen an. Auffallend ist, dass Jan I Brueghel auch hier in seinem Bild auf die sonst für ähnliche Themen übliche Rauferei-Darstellungen verzichtet hat. Auch dies ein charakteristisches Merkmals seines Werkes, ganz abgesehen von dem schöpferischen Humor, der in allen Personen und Einzelheiten steckt.

Im beiliegenden Katalog wird an entsprechenden Details, Motivvergleichen und Einzeluntersuchungen, etwa der Pinselführung, die Handschrift des Malers mit Abstimmung weiterer Bilder seines Werkes dokumentierend bestätigt, wie etwa „Berglandschaft mit Jäger“, Städelsches Kunstinstitut, (Inv. 1258), aber insbesondere auch einer Reihe von Werken in Privatbesitz (s. Lit. Ertz). A.R.

Anmerkung:
Das Gemälde ist erstmals im Londoner Kunsthandel aufgetaucht und war damals in Diskussion Pieter II Brueghel zugeschrieben. Die hohe Qualität wurde stets gewürdigt, auch mit der Feststellung, dass die Pinselschrift bzw. stilistische Eigenheiten von dessen Vater noch erkennbar sei. Darüber hinaus wurden auch die Maler Martin I van Cleve, Abel Grimmer, wie ebenso Jan I und bereits Jan II Brueghel ins Gespräch gebracht. Die ersten Zweifel an einer Autorschaft Pieters II äußerte G. Marlier. In seiner Monographie von 1969 beurteilte er das Gemälde als höchst qualitätvoll, sah auch Zusammenhänge mit Martin van Cleve. Fast 20 Jahre später war die Frage nach der Autorschaft aufgrund des Sujets auch im WVZ zu Pieter II als noch nicht sogleich zu beantworten gesehen.
Letztlich aber schufen weitere Untersuchungen in dieser Frage nun eindeutige Klarheit. Dass der in der Diskussion genannte Martin van Cleve nicht mehr in Betracht zu ziehen ist, geht allein schon aus dessen völlig anderen Kompositionsauffassung sowie der Farbpalette hervor. Auch die weiter genannten Maler wie Pieter Brueghel d.Ä. waren nun auszuschließen. Der in der Literatur genannte Ausstellungskatalog von 2019 und die darin enthaltene stilkritische Analyse von Jaco Rutgers stellt nun das Gemälde eindeutig ins Werk des Jan I Brueghel. 

Biografie:
Jan Brueghel d. Ä. war Sohn des Pieter Brueghel d. Ä. und der jüngere Bruder des Pieter Brueghel II. Seine Freundschaft mit Paul Bril anlässlich des gemeinschaftlichen Aufenthaltes in Rom ist ebenso bekannt, wie seine Zusammenarbeit mit Johann Rottenhammer. Zurück in Flandern wurde er 1597 Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, später deren Dekan. Auch sein Sohn Jan Brueghel d. J. setzte die Maltradition erfolgreich fort. 1604 in Prag, wirkte er anschließend für den Hof in Brüssel. Letztlich zeugt das Gruppenbild seiner Familie, gemalt von P. P. Rubens, vom Rang des Künstlers zu seiner Zeit (Courtauld Gallery London).         

Literatur:
Jaco Rutgers, La Kermesse de la Saint-Georges avec des paysans devant l´auberge „In den Croon“, l'une des premières oevres anversoises de Jan I Brueghel, in Ausstellungskatalog: SandrineVèzilier-Dussart (Hrsg.), Fétes et Kermesses au temps des Brueghel, Musée de Flandre, Cassel, Ausstellung organisiert für das Departement-Musée de Flandre, 16. März - 14 Juli 2019, S. 73 ff.
Jaco Rutgers, La Kermesse de la Saint-Georges avec des paysans devant l´auberge, in: Apollo, Heft Mai 1954.
Georges Marlier, Pierre Brueghel le Jeune, Brüssel 1969.
Vgl. Klaus Ertz und Nitze Ertz, Jan Brueghel d. Ä. (1558-1625), Kritischer Katalog, Lingen 2008.
Vgl. Mirjam Neumeister (Hrsg.), Brueghel. Jan Brueghel d. Ä. in der Alten Pinakothek, Hirmer Verlag, München 2013. (1260901) (1) (11)


Jan Brueghel the Elder,
1568 Brussels - 1625 Antwerp
THE FESTIVAL OF SAINT GEORGE WITH DANCE OUTSIDE THE
“IN DEN CROON” INN
Oil on panel.
37 x 56 cm.


Enclosed a certificate by Dr. Jaco Rutgers, Tilburg, January 11 2021. Also enclosed a dendrochronological report by Prof. Dr. Peter Klein.

The depiction of this high-quality work illustrates a typical Flemish festival. Many artists painted this popular subject of the so-called Festival of Saint George, including Pieter Brueghel the Younger (1564-1638) and David Teniers the Younger (1610-1690) or David Vinckboons (1576 -1629). Even before the creation of the painting on offer for sale here, Jan’s father Pieter Brueghel the Elder (1525/30-1569) painted the same subject, but with fewer figures. But unlike the artists that are usually mentioned it is the so-called Brueghel’s Macchia that is recognizable here, i.e. the obvious importance of clearly defined figures standing out from the overall picture. Furthermore, a more serious concept can also be observed.

Typical for these festival depictions is the prominent red flag painted with the figure of Saint George, in whose honour the festival is celebrated, which is fluttering on the inn. This dominating colour motif also offered a compositional opportunity to employ respective red colour effects in the clothing of the figures. The younger son Jan Brueghel had already changed his colour palette in comparison to works by his father, which is obvious in the painting on offer for sale here too. Pale clothing colours, a brighter luminous red, but also the dense interweaving of the figures are typical for the style of this master.

The overall impression shows a clear compositional structure: the vertical line, created by a tall tree and the church tower in the shadows behind it, is at the centre of the painting and clearly emphasized. This creates a natural division between scenes, separating the multi-figure, dancing party in front of the inn from the less crowded right half of the painting, in which elegantly dressed people are shown in conversation. The group on the right apparently includes a sovereign or ruler dressed in a hat and with split sleeves talking to an alderman or architect in a dark cloak, who is holding a large blueprint or map. A young man dressed in red is standing in between them and appears to be mediating between the two. Two women, one with a child and accompanied by a small dog, are also part of this group of noble figures.

By contrast, the scene is completely different outside the inn with dancing and drinking folk. The liveliness of the groups is reflected in the large, fluttering flag. Next to it, a banner is hanging from a beam with the coat of arms of the inn: a crown on red background and, beneath it, the partially preserved inscription “det is in de kroon” (The Crown Inn), which can be more easily identified in the engraving. The tavern group also includes inventive genre details: people eating on a desk, mothers with children, a crowd outside the entrance of the inn, an old man relieving himself on the corner of the building and especially a dancing couple in the foreground, in which the dancer is trying to appear graceful despite its corpulence.

The colourfulness is all the more effective, as the round dance is set against the brown background of the tavern and barn buildings. The artist has very deliberately placed the “driving force” of this merriness, i.e. the two musicians with bagpipe and lyre, in the bottom centre of the painting and accentuated their position by setting them apart from the groups on either side.

As always in these May festival depictions, religious customs are also shown here, and as in all of these paintings by other painters, the procession is shown at a considerable distance in the background. Here, a disordered group of people is shown outside a church, however, largely shaded by the bluish atmospheric perspective which also stretches the tree clusters of the background. Two covered wagons in the middle ground set against paler buildings foreshadow the arrival of the revellers. It is worth noting that Jan Brueghel the Younger did not depict the customary brawling scenes, which are otherwise typical for similar subjects. This is also a typical feature of his oeuvre, apart from the creative humour that can be found in all the figures and details.

The enclosed catalogue presents details, compares motifs and explores individual aspects such as the brushwork, i.e. the artist’s “handwriting” in comparison with his other confirmed works such as “Mountainous Landscape” with Huntsman held at the Städelsches Kunstinstitut, Frankfurt (inv. no. 1258), but especially also a series of paintings held in private hands (see literature by Dr Ertz).

Notes:
The painting first appeared on the London art market and was, at the time, identified as a work by Pieter Brueghel the Younger. Experts have always praised its high quality, but also remarked that the brushwork and stylistic mannerisms of his father are still discernible. Furthermore, consideration was also given to painters such as Martin I van Cleve, Abel Grimmer, Jan Brueghel the Elder and Jan Brueghel the Younger. G. Marlier was the first to doubt the authorship of Pieter Brueghel as the creator of the painting. In his monograph from 1969, he assessed the painting as of high-quality and saw connections with Martin van Cleve. This question of authorship, based on the subject, had still not been clearly answered in the Pieter Brueghel the Elder's catalogue raisonné, published almost 20 years later. Ultimately further research has now provided definitive clarity. The completely different understanding of composition and colouration rules out Martin van Cleve, who had been considered in earlier scientific discussions. Likewise, suggestions of other painters such as Pieter Brueghel the Elder could now be discarded. The exhibition catalogue from 2019 listed below, comprises a critical analysis by Jaco Rutgers of the painting style and clearly identifies the painting as a work by Jan Brueghel the Elder.

Literature:
S. Vézilier (ed), Fêtes et Kermesses au temps des Brueghel, Dans la peinture flamande des XVIe et XVIIe siècles, exhibition catalogue, Musée de Flandre, Cassel, 16 March - 14 July 2019. Therein:
J. Rutgers, La Kermesse de la Saint-Georges avec des paysans devant l’auberge “In den Croon”, l’une des premières oeuvres anversoises de Jan I Brueghel, pp. 73 f.
Apollo, Art Magazine, column “oeuvre du mois”, article about the present painting: La Kermesse de la Saint-Georges avec des paysans devant l'auberge “In den Croon”, May edition 1954.
G. Marlier, Pierre Brueghel le Jeune, Brussels 1969.
Compare: K. Ertz and Nitze Ertz, Jan Brueghel d. Ä. (1558-1625) Krit. Kat. Lingen 2008.
Compare: M. Neumeister (ed.) et al, Brueghel. Gemälde von Jan Brueghel d. Ä., exhibition catalogue, Alte Pinakothek, Munich, 22 March - 16 June 2013.

This object has been individually compared to the information in the Art Loss Register data bank and is not registered there as stolen or missing.

 

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