Четверг, 11 Декабрь 2014

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Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806
Detailabbildung: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806
Detailabbildung: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806
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Detailabbildung: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806
Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806

Lot 158 / Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806

Detail images: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806 Detail images: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806 Detail images: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806 Detail images: Großer, bedeutender Schreibschrank von Friedrich Gottlob Hoffmann, 1741 - 1806

158
Großer, bedeutender Schreibschrank
von Friedrich Gottlob Hoffmann,
1741 - 1806

Höhe: 194 cm.
Breite: 135 cm.
Tiefe: 72 cm.
Leipzig, um 1800.

каталожная стоимость € 40.000 - 60.000 каталожная стоимость€ 40.000 - 60.000  $ 45,599 - 68,400
£ 35,600 - 53,400
元 310,800 - 466,200
₽ 3,026,800 - 4,540,200

 

Trotz der imponierenden Gesamterscheinung zeigt sich das Aufsatzmöbel in höchster Eleganz. Dreiteiliger Aufbau, die Kernbauten in Weichholz, die Schubeinsätze in Eiche, furniert in Mahagoni, in den Flächen ausgesuchtes, in der unteren Türe in Spiegelung verlegtes Mahagoniwurzelholz. Der Unterbau kommodenförmig, mit abgeschrägten Ecken und daran aufgesetzten, kannelierten Halbsäulen mit Bronzebasen und korinthischen Kapitellen. Die hochrechteckige Mitteltüre wird flankiert von einem kannelierten Lisenenpaar sowie je drei seitlichen Schüben. Den Säulen- bzw. Lisenenstellungen entsprechend werden in der Front vierkantige, nach oben sich verjüngende, kurze Füße sichtbar. Zwischengeschoss in Form eines Rollaufsatzes in gleicher Breite wie die darunter stehende Kommode, lediglich abgesetzt durch leicht vorkragendes Gesims, das an der Vorderseite als Pultplatte herausziehbar ist. Der Viertelzylinder der Deckplatte wird seitlich und nach oben hin gesäumt von einem durch Perlstab-Bronzebänderungen gesäumten Band, das sich im oberen Verlauf gekehlt zeigt. Der Aufsatz dreistufig: zunächst eine dem Zylinderteil gleich breite Schubladenzone, der schlanke Schub durch Bänder gegliedert. Darüber große, einziehende Hohlkehle, in der Front als Schub ausgebildet, die einen weiter eingezogenen oberen Aufsatz trägt. Dieser bekrönende Aufsatz dreiteilig gegliedert: mittig ein risalitartig vortretender Tabernakel mit Türe über einem Schub, flankiert von kannelierten Säulen mit Bronzebasen und -kapitellen, schräg stehend, entsprechend der Säulenkonzeption des Unterbaus. Seitlich zwei gerahmte Einstellfächer mit Rolltüren, hier wieder flankiert von abgeschrägten und durch entsprechend kannelierte Säulen besetzten Ecken. Der obere bekrönende Abschluss durch ein kaum vortretendes, mehrfach verkröpftes Gesims mit abschließender Bronzegalerie in Form eines Mäanderbandes in Bronze und Vergoldung, an den kurzen Eckpfeilern aufgesetzte Pinienzapfen in Bronze und Vergoldung, die auch als Knäufe am Zylinder. Der Inneneinbau wiederholt die Dekorationsmotive des Gesamtmöbels durch eine mittlere Einstellnische, ebenfalls korbbogig überwölbt mit Rolltüre, flankiert von kannelierten Säulen. Seitlich je drei übereinander stehende, schmale Schübe. Die Platte mittels zweier hölzerner Handknäufe in Form gequetschter Kugeln mit Perlstabeinfassung herausziehbar. Die Schreibfläche mit (neuerem) grünem Filz belegt. Nach komplettem Herauszug der Schreibfläche lässt sich per Federdruck der mit Filz bezogene Teil hochklappen und als Schreibpult benutzen. Sämtliche Schlüsselbeschlageinlagen hochoval, nach unten spitz zulaufend, in Schildform in Bein, davon abweichend in Rautenform an der unteren Türe. In den Einstellfächern schlichte Fachbretter. Als dekorative Besonderheit ist in der unteren Schreibkommodentüre ein durch Perlstab gerahmtes Furnierfeld mit Wurzelhölzern eingebracht, darauf hochovale Rahmung mit hochstehender Furnierraute. Die Schübe sämtlich durch hellere Außenprofile und innere zarte Bronzerahmungen im Perlstab dekoriert. Im oberen Aufsatz anstelle des Hochovals hier eine kreisrunde Kassettenvertiefung. Sämtliche Schlösserabdeckungen in Messing. Schlüssel vorhanden. Im noch original belassenen, daher rest.bedürftiger Zustand.

Anmerkung:
Der Leipziger Ebenist wird gegenwärtig durch eine Ausstellung des Grassi-Museums in Leipzig vom 29.11.2014 - 12.4.2015 gewürdigt. In der Ausstellung "Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig - F. G. Hoffmann - Hoftischler und Unternehmer" werden mehrere Werke seiner Hand bzw. seiner Werkstatt ausgestellt, dokumentiert und kommentiert. Dabei wird auch daran erinnert, dass Hoffmann als Erster im deutschsprachigen Raum zwei mit Abbildungen seiner Möbel versehene Werkkataloge herausgab. Anhand dieser Kataloge konnten bereits damals die Möbel nach den Katalognummern bestellt werden. In der Ausstellung werden etwa 50 Möbel gezeigt, die dem Ebenisten zugeschrieben werden, darunter Schreibsekretäre, Toilettentische, Kommoden und elegante Sitzmöbel. Ein großer Teil der Exponate befindet sich in Privatbesitz und wurde bisher noch nie öffentlich gezeigt. Der Ebenist Hoffmann ließ am Anfang seiner Laufbahn seine Möbel über den berühmten Leipziger Kunsthändler Carl Christian Heinrich Rost (1702 - 1798) vertreiben. Damit war Rost der bedeutendste Vertreter seines Gewerbes und des neuen klassizistischen Stils in der Stadt Leipzig. Die Ausstellung wurde konzipiert im Zusammenhang des Stadtjubiläums 1000 Jahre Leipzig.

Literatur:
Das vorliegende Möbel ist in dem im Druck befindlichen Ausstellungskatalog auf S. 203, Abb. 750 besprochen und abgebildet. Friedrich August Leo (Hrsg.), Magazin für Freunde des guten Geschmacks der bildenden und mechanischen Künste, Manufakturen und Gewerbe, Leipzig ab 1794. Abbildungen der vornehmsten Tischlerarbeiten, welche verfertigt werden und zu haben sind bey Friedrich Gottlob Hoffmann, wohnhaft auf dem alten Neumarkt zu Leipzig, 1789. F. G. Hoffmann, "Neues Verzeichnis und Muster-Charte des Meubles-Magazins...", Leipzig, 1995. (992331)

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