Donnerstag, 2. Juli 2020

Auktion Gemälde Alte Meister - Teil II

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Giuseppe Diamantini, 1621 Fossombrone – 1705, zug.
Detailabbildung: Giuseppe Diamantini, 1621 Fossombrone – 1705, zug.
Detailabbildung: Giuseppe Diamantini, 1621 Fossombrone – 1705, zug.
Detailabbildung: Giuseppe Diamantini, 1621 Fossombrone – 1705, zug.

661
Giuseppe Diamantini,
1621 Fossombrone – 1705, zug.

LIEGENDE VENUS Öl auf Leinwand.
91 x 126 cm.

Katalogpreis € 15.000 - 25.000 Katalogpreis€ 15.000 - 25.000  $ 16,800 - 28,000
£ 13,500 - 22,500
元 119,400 - 199,000
₽ 1,338,900 - 2,231,500

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Das Gemälde vertritt einen beliebten Typus der Aktmalerei, der aufgrund der Darstellung einer Göttin die Nacktheit legitimiert. Wir wissen inzwischen, dass solche Bilder gewöhnlich in Schlafgemächern herrschaftlicher Auftraggeber hinter Vorhang verhüllt gehängt wurden, wie dies etwa für die „Schöne Maja“ des Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828) belegt ist. Die vor der Aufklärung gängige Volksmeinung sah im Anblick der schönen weiblichen Gestalt beim Liebesakt eine Hoffnungserfüllung für ebenso schönen Nachwuchs. Die zahlreichen Venusdarstellungen, wie wir sie auch von Tiziano Vecellio (1485/89-1576), Il Veronese (1528-1588), Giorgio Barbarelli Giorgione (1476/77-1510) oder Alessandro Vivarini kennen, sind in diesem Sinne zu verstehen.

Venus liegt hier auf einem hellblauen Seidenlaken, verhüllt sich lediglich durch ein schmales Tuch, das über die Hüften zieht. Der Kopf mit gold-blondem gelockten Haar aufgestützt, bekrönt durch ein Perlendiadem. Ihr zugesellt sind zwei Amoretten, die rechts im Dunkel des Raumes ihr verhüllendes Tuch wegzuziehen suchen, um sie an ihren abendlichen Auftrag zu erinnern, Liebe zu verbreiten.

Vom Maler sind nur wenige Werke bekannt geworden. Wir wissen, dass er in Fossombrone nahe Pesaro geboren, seine ersten Lehrjahre in Rom und Bologna verbrachte, um dann 1650 nach Venedig zu gehen, um bei Guido Canlassi Cagnacci (1601-1681) und Pietro Liberi (1614-1687) zu studieren. Zu Werken seiner Hand zählen etwa die „Glorificazione del Podestà Nicola Balbi“ in der Chiesa della Rotonda in Rovigo, 1680 entstanden, ferner mythologische Darstellungen, wie „Herkules vor Jupiter“, oder „Venus und Adonis“ (siehe Literatur) sowie „Merkur und Argus“ (Palazzo Gritti Badoer, Venedig).

Der Einfluss der venezianischen Malerei ist auch in dieser Venusdarstellung unverkennbar, womit eine Entstehungszeit um 1660/70 anzunehmen ist. A. R.

Literatur:
Enrico Lucchese, Appunti per la conoscenza della pittura veneziana del Sei e Settecente in Istria e Dalmazia, in AFAT (Arte in Friuli e Trieste), No. 30, S. 291-292, Fig. 3 (1231441) (11)


Giuseppe Diamantini,
1621 Fossombrone – 1705, attributed
RECLINING VENUS Oil on canvas.
91 x 126 cm.

This is a popular subject of nude painting as the depiction of a goddess justifies her nudity. Only few works by this artist are known: he was born in Fossombrone near Pesaro and spent the first years of his life in Rome and Bologna before relocating to Venice in 1650 to study with Guido Cagnacci and Pietro Liberi. Other known works by him are “The Glorificazione del Podestà Nicola Balbi” at the Chiesa della Rotonda in Rovigo, created in 1680 and also mythological depictions such as “Hercules in front of Jupiter” or “Venus and Adonis” (see lit.). Another example is the painting Mercury and Argus (Palazzo Gritti Badoer, Venice). The influence of the Venetian School is also obvious in the depiction of Venus in the painting on offer for sale in this lot and suggests a period of creation of the 1660s/70s.

Literature: 
Enrico Lucchese, Appunti per la conoscenza della pittura veneziana del Sei e Settecente in Istria e Dalmazia, in AFAT (Arte in Friuli e Trieste), n. 30, pp. 291-292, ill. 3

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