Donnerstag, 2. April 2020

Auktion Gemälde Alte Meister - Teil I

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Giovanni Girolamo Savoldo, um 1480 Brescia – um 1548 Venedig, zug.
Detailabbildung: Giovanni Girolamo Savoldo, um 1480 Brescia – um 1548 Venedig, zug.
Detailabbildung: Giovanni Girolamo Savoldo, um 1480 Brescia – um 1548 Venedig, zug.
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Detailabbildung: Giovanni Girolamo Savoldo, um 1480 Brescia – um 1548 Venedig, zug.

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Giovanni Girolamo Savoldo,
um 1480 Brescia – um 1548 Venedig, zug.

PORTRAIT EINES MANNES IN RÜSTUNG (SOG. GASTON DE FOIX) Öl auf Leinwand.
93 x 128 cm.
Rechts oben bezeichnet.

Katalogpreis € 60.000 - 80.000 Katalogpreis€ 60.000 - 80.000  $ 67,200 - 89,600
£ 54,000 - 72,000
元 477,600 - 636,800
₽ 5,355,600 - 7,140,800

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Biographische Notizen über den bedeutenden Maler sind sehr spärlich überliefert, außer, dass er sich ab 1508 in Florenz und ab 1521 in Venedig aufhielt sowie unter dem Einfluss von Giovanni Bellini (1430-1516) und Giorgio Barbarelli Giorgione (1476/77-1510), aber auch den flämischen Meistern stand. Umso ausführlicher wurde in der Forschung auch das hier vorliegende Bildthema diskutiert, das bereits manche Fragen aufgeworfen hat. Obschon das gesicherte Original im Louvre, Paris (91 x 123 cm), erworben durch König François I, inzwischen als ein Bildnis des französischen Militärkommandant Gaston de Foix (1489-1512) gilt, was auch die Rüstung erklärt, wurde es vordem dennoch aufgrund von Bildvergleichen auch als Selbstbildnis Savoldos angesehen. Daher ist auch schon eine Deutung als Allegorie der Malerei in die Diskussion gebracht worden.
Laut beiliegenden Gutachten (s.u.) wurde etwa von Roberto Longhi (Florenz, 1958 und 1959) das vorliegende Werk als eine sehr frühe Kopie des Michelangelo Merisi il Caravaggio (1570/71-1610) gesehen, von dem der Biograph Giulio Mancini berichtet hatte, er habe in seiner Frühzeit Kopien erstellt. Dieser Meinung schlossen sich auch die Gutachten von Maurizio Marini, Rom 1973, und Didier Bodart, Rom 1970, an.
  
Der Dargestellte ist im Halbbildnis gezeigt, wie er sich mit dem rechten Arm aufstützt und nahezu suggestiv dem Betrachter zuwendet. Den Hintergrund bildet ein Spiegel, der die Seitenansicht des Mannes, aber auch die erhobene linke Hand sowie die Rüstungsgegenstände widergibt. Zudem bietet ein weiterer Spiegel links auch die Rückenansicht. Die Forschung sieht in diesem Werk das wohl originellste Gemälde Savoldos, das „in der Malerei Italiens seinesgleichen sucht“ (G. Brucher).
Der stark erkennbare Einfluss von Giorgione hat bereits auch die Meinung aufkommen lassen, die Bilddarstellung ginge auf ein verschollenes Werk Giorgiones zurück. Erst seit 1863 gilt die Darstellung als Werk des Savoldo. Wie auch immer wurde das hoch gerühmte Gemälde, das durchaus auch in versteckter Weise gleichzeitig Aspekte des Selbstbildnisses aufweisen mag, schon früh von anderer Hand wiederholt. So befindet sich ein weiteres, ebenfalls „nach Savoldo“ betiteltes Gemälde dieses bärtigen „jungen Mannes in Rüstung“, als Ausschnitt gemalt, im Kings Dressing Room, Windsor Castle, Royal Collection Trust (Öl, 91 x 83,5. RCIN 405770).
Ebenfalls nach dem Original im Louvre, Paris geschaffen, wurde es 1660 von Willian Frizell in Breda erworben. Bei der Erwerbung durch Charles II, galt das Gemälde als Selbstbildnis Giorgiones.
In den beiliegenden Gutachten werden verschiedene weitere Wiederholungen des Bildthemas erwähnt, wie etwa in der Galleria Gonzaga in Mantrova (Boschetto, s. u.).
In jedem Falle handelt es sich bei vorliegendem Gemälde um eine hervorragende Malqualität eines Meisters von Rang, in bester Erhaltung.

In Kopie beigegebene Expertisen:
Roberto Longhi, Florenz, 12. Nov. 1958.
Roberto Longhi, Florenz, 7. April 1959.
Didier Bodart, Rom, 29. Dez. 1970.
Maurizio Marini, Rom, 1973.
Expertisen und weitere ausführliche Dokumentation mit Abb. in Kopie beigegeben.

Provenienz:
Privatsammlung.

Literatur:
Günter Brucher, Geschichte der Venezianischen Malerei, Band 4, Tizian und sein Umkreis. Wien-Köln-Weimar 2015, S. 353.
Sybille Ebert-Schifferer, Giovanni Girolamo Savoldo und die Renaissance zwischen Lombardei und Venetien, Electa/Gingko 1990, vgl S. 152.
A. Boschetto, Giovan Gerolamo Savoldo, 1963, Tafel 30. A.R. (1212226) (11)


Girolamo Savoldo,
ca. 1480 Brescia – ca. 1548 Venice, attributed
YOUNG MAN IN ARMOUR (So called gaston de foix)Oil on canvas.
93 x 128 cm.
Inscibed upper right.

Only very few facts are known about this important artist’s life except that he as based in Florence from 1508 and in Venice from 1521 and was influenced by Giovanni Bellini and Giorgione, but also by Flemish masters. The painting, here, has been discussed in depth in specialist literature. Even though the secured original is held at the Louvre Paris (91 x 123 cm), acquired by King Francois I, which is now considered as a portrait of the French military commander Gaston de Foix (1489-1512) which also explains the armour it was identified as a self-portrait of Savoldo due to comparisons with other paintings prior to this. This is also why it has been interpreted as “Allegory of Painting”. According to the enclosed expert's report by Roberto Longhi (Florence, 1958 and 1959) the painting on offer for sale here is considered a very early copy by Michelangelo da Caravaggio, who according to the biographer Mancini painted copies in his early career. The expert's reports by Maurizio Marini, Rome (1973) and Didier Bodart (1970) support this opinion. Experts believe this to be one of the most original paintings by Savoldo, which is “looking for its equal in Italian painting” (G. Brucher). The obvious influence of Giorgione has also led to the theory that the painting on offer for sale here is based on a lost painting by Giorgione. It has been associated with Savoldo’s œuvre since 1863. Another painting also inscribed as “after Savoldo” of this bearded “young man in armour” painted as a section in the King’s Dressing Room, Windsor Castle, Royal Collection Trust (oil, 91 x 83.5. RCIN 405770.)

Enclosed expert’s reports:
Roberto Longhi, Florence, 12 November 1958.
Roberto Longhi, Florence, 7 April 1959.
Didier Bodart, Rome, 29 December 1970.
Maurizio Marini, Rome, 1973.
A copy of further detailed reports with illustration is enclosed.

Provenance:
Private collection.

Literature:
G. Brucher, Geschichte der Venezianischen Malerei, vol. 4, Tizian und sein Umkreis. Vienna-Cologne-Weimar, 2015, p. 353.
S. Ebert-Schifferer, Giovanni Girolamo Savoldo und die Renaissance zwischen Lombardei und Venetien, Electa /Gingko 1990, p. 152.
A. Boschetto, Savoldo, 1963, panel 30.

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.

 

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