Donnerstag, 27. Juni 2019

Auktion Gemälde Alte Meister Teil I

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Franko-flämischer Maler des 17./ 18. Jahrhunderts
Detailabbildung: Franko-flämischer Maler des 17./ 18. Jahrhunderts
Detailabbildung: Franko-flämischer Maler des 17./ 18. Jahrhunderts
Detailabbildung: Franko-flämischer Maler des 17./ 18. Jahrhunderts
Detailabbildung: Franko-flämischer Maler des 17./ 18. Jahrhunderts

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Franko-flämischer Maler des 17./ 18. Jahrhunderts

ANBETUNG DER KÖNIGE Öl auf Holz. Parkettiert.
66 x 50,5 cm.

Katalogpreis € 8.000 - 12.000 Katalogpreis€ 8.000 - 12.000  $ 8,720 - 13,080
£ 7,040 - 10,560
元 62,640 - 93,960
₽ 563,920 - 845,879

 

Das biblische Thema, hier in eine nordische Landschaft verlegt, mit Flusslauf zwischen Felsen im Hintergrund. Im Zentrum der Darstellung die Heiligen drei Könige nach links, dem Kind zugewandt, das von Maria auf dem Schoß gehalten wird, links darüber die Gestalt des Heiligen Josef unter dem Mauerbogen und Dach des Stalles. Am rechten Bildrand zwei weitere Gestalten in Begleitung der Könige, einer mit Langschwert, der zweite in Lederstiefel mit einem grauen Jagdhund. Dominierend unter den Königen ist die kniende Gestalt mit rotem prächtigen, Hermelinsaum bestückten Mantel zu sehen, mit gefalteten Händen, der direkten Blickkontakt mit dem Kind hält, auf seinem Haupt eine Krone mit französischen Lilien. So darf angenommen werden, dass es sich hierbei auch um eine Portraitwiedergabe eines Auftraggebers handelt. In einer dem Malstil entsprechenden Genauigkeit sind auch die Prunkgefäße vorgeführt: Die Goldpokale sowie ein Räuchergefäß auf einer Schale links unten, aber auch die fein gemalten Kronen der beiden Heiligen im Hintergrund. Auffallend ist die äußerst höfische Eleganz der Figuren, sowohl in ihrer Haltung und Kleidung als auch im Bestreben des Malers noble Gesichtszüge vorzuführen. Man beachte hierbei die grazile Haltung der nach vorne gerichteten Handfläche des dunkelhäutigen jungen Königs im Zentrum des Bildes, aber natürlich auch das Gesicht der Maria selbst. Wie in der Zeit üblich, ist hier auch eine synchronoptische Detailschilderung wiedergegeben: Am jenseitigen Ufer des Flusses zwischen den beiden schlanken hochziehenden Bäumen sind die Heiligen Könige noch auf dem Herritt zu sehen; mittig oben Ansicht einer Stadt am Fluss bei der es sich wohl um Bethlehem handeln soll. Überdies sind im Bild noch drei weitere Themenattribute beigegeben: Gottvater mit Papsttiara in einem Wolkenrund im oberen Zentrum sowie seitlich links die Taube des Heiligen Geistes und rechts der Komet von Bethlehem. Der feine Malstil, die Delikatess der Farbgebung und der grafischen Detailausführung dokumentiert nicht allein die Eleganz des französischen Hofes, sondern auch die flämische Malerei, wie wir dieses Zusammenspiel etwa auch bei dem französisch-flämischen Maler Joachim Patenir sehen.
In der linken unteren Ecke ein höfisches Wappen mit drei Hüfthörnern sowie darunter stehender, schwer leserlicher Aufschrift – wohl Wappen des Sammlers oder Auftraggebers. Einige wenige Farbblasen im unteren Bereich rechts, ehemals nach mittlerem Schwundriss der Platte rest. AR (1191028) (12) (11)

Dieses Objekt wurde mit dem Datenbestand des Art Loss Registers individuell abgeglichen und ist dort weder als gestohlen, noch als vermisst registriert.